Überfahrt von Fidschi nach Vanuatu

16. - 20. September 2019

Wir haben uns schon für das Einklarieren in Port Resolution auf der Insel Tanna für den 20sten angemeldet. Also müssen wir los, auch wenn es schon nach 4 Uhr nachmittags ist. Das Ausklarieren und Tanken hat wegen eines Stromausfalls auf der ganzen Insel einfach zu lange gedauert. Das Meer außerhalb der ruhigen Vuda Marina ist mit Schaumkronen bedeckt. Für die Strecke ist ein beständiger Südostwind (Passat) bis 30 Knoten vorhergesagt. Wir haben Wind an die 30 Knoten und darüber. Bis zum Außenriff sind es rund 16 Seemeilen bei einer Tiefe von nur 25 bis 30 Metern. Das ergibt sehr unangenehme, kurze, steile Wellen, die von der Seite kommen und uns ordentlich durchschütteln. Die Durchfahrt des Außenriffs ins offene Meer passieren wir erst in völliger Dunkelheit. Wir beobachten unsere Position ständig auf der elektronischen Karte und auf den Satellitenbildern. Das gibt uns einigermaßen Sicherheit. Draußen sind wir endlich im tiefen Wasser, aber Wind und Wellen von der Seite legen noch zu. Die meisten Wellen gehen unter dem Boot durch aber hin und wieder nimmt eine Welle den Weg über das Boot, Gottseidank immer nur Gischt und kein grünes Wasser. Die ersten 48 Stunden sind ziemlich hart, wir erreichen nur unter dem Vorsegel rund 6 Knoten. 

Am Abend des 2. Tages umkreist ein junger, müder Tölpel mehrmals unser Boot, bis er sich zur Landung entschließen kann. Er pflegt ausdauernd sein Gefieder und bleibt bis zum nächsten Tag in der Früh unser Gast. Er ist überhaupt nicht scheu, lässt Erwin ganz nahe zum Fotografieren herankommen und beobachtet ihn dabei interessiert.  

Am 3. Tag lassen Wind und Wellen wie vorhergesagt etwas nach und wir setzen das Großsegel. Endlich angenehmes Segeln und wir kommen unserem Ziel beständig näher. Gegen Abend legt der Wind wieder stark zu und wir sind zu schnell, aber ein Segelboot kann man schwer bremsen. Die Wellen sind jetzt rund 4 Meter hoch. Vor der Insel Tanna angekommen ist es 3 Uhr frühmorgens. Wir kreuzen vor der Insel bis es hell wird. Wir müssen das Großsegel bergen - dazu muss Erwin bei 4 Meter hohen Wellen auf das Dach und das Segel herunterziehen, ich muss das Boot möglichst genau gegen den Wind steuern - es gelingt uns überraschend gut. Dann laufen wir in die ruhige Bucht Resolution ein, ankern und frühstücken in Ruhe, eine Wohltat.

Für die 495 Seemeilen haben wir 89 Stunden benötigt. 

Vanuatu

20. September - 24. Oktober 2019

Vanuatu ist seit 1980 ein souveräner Inselstaat (parlamentarische Republik) im Südwestpazifik, der zwischen Fidschi im Osten und Neukaledonien und Australien im Westen liegt. Der Archipel liegt auf dem pazifischen Feuerring, umfasst über 80 Inseln und hat mehrere aktive Vulkane. Der berühmteste (weil für Touristen relativ leicht zugänglich) ist der Yasur auf der Insel Tanna. 

 

Die Hauptstadt ist Port Vila auf der Hauptinsel Efate; Vanuatu hat ca. 260.000 Einwohner, ca. 45.000 leben in Port Vila, der Rest in isolierten, ländlichen Ortschaften auf den verschiedenen Inseln. Die Währung ist der Vanuatu Vatu (100 Vatu = ca. 1 Euro), die offiziellen Sprachen sind Bislama, Englisch und Französisch (aus Zeiten der gemeinsamen Kolonialverwaltung von 1906 - 1980). 

In den Schulen wird entweder in Englisch oder in Französisch unterrichtet. Es besteht keine Schulpflicht. Für die Schule (auch Grundschule) muss Schulgeld bezahlt werden. 

Aufgrund der isolierten Lage der Inseln werden in Vanuatu ca. 110 Sprachen und Dialekte gesprochen. Bislama ist die einzige Sprache, die alle Bewohner verstehen. Früher dienten auch die einzigartigen Sandzeichnungen als Verständigung zwischen den Bewohnern der Inseln. 

Vanuatu ist im "Happy Planet Index" weit vorne gereiht (glückliche Menschen, kleiner ökologischer Fußabdruck).

Vanuatu wird immer wieder von tropischen Wirbelstürmen heimgesucht, zuletzt im März 2015. Der Zyklon "Pam" erreichte bis zu 270 km/h und richtete schwere Verwüstungen auf den Inseln an.

Vanuatu wurde vor mehr als 3000 Jahren von Melanesiern, die von Papua Neuguinea über den Südpazifik gekommen sind, besiedelt.  

Kannibalismus war auf den Inseln weit verbreitet. Nicht nur im Kampf besiegte Feinde, auch viele der Missionare im 19. Jahrhundert wurden von den Dorfbewohnern gegessen. Auf der Insel Malekula wurden noch bis in die 70-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts Menschen gegessen (was strafrechtlich verfolgt wurde).  

Insel Tanna

Im Jahr 1774 ist James Cook bei seiner zweiten Weltumsegelung mit der HMS Resolution in den geschützten, natürlichen Hafen im Südosten der Insel Tanna (Port Resolution) eingelaufen.

Port Resolution

20.  - 25. September

Außer uns liegen noch 6 weitere Boote in der Bucht vor Anker. Die Umgebung ist sehr grün und hügelig. Es gibt einen Yachtclub, in dem es außer einfachen Sitzgelegenheiten und einem Tisch nichts gibt. Er liegt aber recht charmant auf einer kleinen Anhebung, umgeben von einem gepflegten Rasen. Der Yachtclub verfügt über einen Geländewagen und beschäftigt einen Guide (Stanley), der im nahegelegenen Dorf lebt und der Ansprechpartner für die Segler ist, Taxifahrten und Besichtigungen organisiert.   

Yasur Vulkan

Der Grund für uns nach Vanuatu zu segeln war, einmal einen aktiven Vulkan aus nächster Nähe zu erleben. Der berühmte und sehr aktive Yasur Vulkan befindet sich in der Nähe von Port Resolution. Er ist die Hauptattraktion der Insel und auch die Haupteinnahmequelle. Etwa 80 - 120 Touristen kommen allabendlich dorthin. Der Eintritt kostet 100 Euro pro Person. Der Ablauf ist professionell und bestens organisiert. Die Guides sind fürsorglich und angenehm. Wir bekommen Schutzhelme, -brillen und -masken. 

Wir sind von der Naturgewalt, die von diesem Berg ausgeht, überwältigt. Ein gewaltiges, dumpfes Grollen kündigt einen Ausbruch an. Dann steigt Rauch aus dem Krater empor, der immer röter wird, begleitet von intensivem Schwefelgeruch. So könnte es in der Hölle zugehen. Die nachfolgende Eruption ist gewaltig. Das Ganze wiederholt sich innerhalb einer Stunde mehrmals. So intensiv und schön haben wir uns das nicht vorgestellt. Es ist ein unvergessliches Erlebnis.    

Stanley, der Guide vom Yachtclub, macht für uns eine Führung durch sein Dorf, in dem ca. 400 Menschen leben und zum nahegelegenen Strand. 

Von Stanley erfahren wir auch, dass sich die Männer des Dorfes jeden (!) Tag vor Sonnenuntergang an einem bestimmten Platz zum gemeinsamen Kava trinken treffen. Die Frauen müssen um diesen Platz einen Bogen machen. Das Getränk hat einen ganz eigenen Geschmack und besitzt angstlösende und betäubende Wirkung, die ca. 10 Stunden (über Nacht) anhält. Es wird aus den Wurzeln des Kavastrauchs gewonnen. Gemeinsames Kava trinken ist ein Symbol für Freundschaft und Frieden zwischen Männern. Kava ist hier das traditionelle Getränk der Männer schlechthin und wird z.B. auch in Port Vila in den Kava Bars getrunken.

Lenakel

Wir wollen zum Hauptort Lenakel, um einiges einzukaufen und um uns den Stempel im Pass abzuholen, damit wir ordentlich einklariert sind. Die gefühlte erste Hälfte der dreistündigen Fahrt in einem Toyota Geländewagen rüttelt uns ordentlich durch. Die "Straßen" sind Dschungelpisten, der Fahrer muss zeitweise auf weniger als Schritttempo reduzieren, dabei schwankt das Auto wild von Seite zu Seite. Er scheint jeden Meter zu kennen, auf kurzen, vergleichsweise ebenen Abschnitten wird Gas gegeben. Hin und wieder treffen wir auf Menschen, es wird immer freundlichst gewunken. Noch sind Autos hier ziemlich selten.

 

Auf der Fahrt kommen wir auch am Fuß des Vulkans vorbei. Hier findet ein Kampf der grünen Vegetation gegen die schwarze Vulkanasche statt. Die Landschaft hier ist wüstenhaft, heftige Windböen treiben die Vulkanasche vor sich her.

In Lenakel gibt es einen ATM Geldautomaten, einen leider geschlossenen Fischmarkt und einen Markt für Gemüse. Die Leute sind freundlich, man wird aber nicht angesprochen oder gar belästigt. Die Frauen warten geduldig am Boden sitzend, bis man sich zu einem Kauf entschlossen hat. Dann wird der Preis genannt, ganz gleich wie für die Einheimischen. Sehr angenehm, wenn man dieses Verhalten mit dem in manch anderen Ländern vergleicht.

25. September: Um 7 Uhr früh verlassen wir Port Resolution und segeln zur Insel Erromango, die 55 Seemeilen weiter nördlich von Tanna gelegen ist. Wir haben Wind aus Südost bzw. Ostsüdost mit angenehmen 13 bis 22 Knoten, benötigen 9 Stunden und lassen den Anker kurz nach 16 Uhr in der Dillon's Bay fallen. 

Insel Erromango

25. - 28. September

Dillon's Bay

Die Bucht ist gut geschützt und ruhig. Nur ein weiteres Segelboot liegt noch vor Anker. Wir sind kaum eine halbe Stunde hier, bekommen wir Besuch von David, der mit seinem winzigen Auslegerboot vom Dorf zu uns paddelt und uns willkommen heißt. Er betreibt den örtlichen Yachtclub und fungiert als Guide. Er bringt uns Früchte (Papayas, Bananen, Grapefruits). Dafür hätte er gerne Reis und Trockenmilch, was wir ihm gerne geben. Über ein kleines Flascherl Rum aus Panama freut er sich ganz besonders. 

David führt uns durch das Dorf, das ca. 800 Einwohner zählt. Die Leute sind freundlich und offen, kommen auf uns zu und schütteln uns die Hand, die Kinder winken. Wir fühlen uns willkommen. 

Die meisten Häuser sind noch traditionell gebaut, vereinzelt sehen wir Häuser mit Wellblech verkleidet oder mit selbsthergestellten Schalsteinen gemauert. Der Bulldozzer wurde von der Regierung für den Bau einer Straße zur Verfügung gestellt. Leider ohne Diesel - und so rostete der neue Bulldozzer dahin, ohne jemals im Einsatz gewesen zu sein. 

Wir unternehmen mit dem Geländewagen einen Ausflug zu dem einzigen noch verbliebenen Kauri Baum. Es ist eine  "Expedition" - zwei Burschen aus dem Dorf mit Schaufeln kommen mit und müssen einige Male Löcher auf der Dschungelpiste zuschaufeln, damit wir passieren zu können. 

 

Früher gab es hier Sandelholzwälder mit vielen, sehr alten und mächtigen Kauri Bäumen. Das Sandelholz und das Öl dieser Bäume ist in China sehr begehrt. Dies führte zu einer rücksichtslosen Abholzung - inklusive der Kauri Bäume - durch ausländische Firmen. Heute werden die Kauri Bäume von den Insulanern als Touristenattraktion geschätzt, ihnen war der Wert dieser urtümlichen Wälder damals nicht bewusst. Im Süden der Insel soll es noch 15 - 20 Hektar mit mächtigen Kauri Bäumen geben. Leider von der Dillon's Bay kaum erreichbar.

 

Im Yachtclub, den David in seinem Haus eingerichet hat, serviert seine Frau Roda ein köstliches Mittagessen mit Gemüse und Früchten aus dem eigenen Garten.

 

Für die Segler ist es sehr angenehm, dass es auf der Insel bzw. in der Bucht jemanden wie David gibt. So wird der Zugang zum Dorf wesentlich erleichtert. 

28. September: Kurz vor Sonnenuntergang verlassen wir Erromango und segeln in Richtung Norden zur Insel Efate. Es ist Neumond und eine stockdunkle Nacht. Wir haben beständigen Wind aus Ost bzw. Südost. 

Insel Efate

29. September -  24. Oktober

Efate ist - wie erwähnt - die Hauptinsel des Vanuatu Archipels. Die Hauptstadt Port Vila liegt im Südwesten der Insel; sie verfügt über den wichtigsten Hafen und ist das wirtschaftliche und administrative Zentrum der Inselgruppe. Nur in Port Vila haben wir die Chance, alle für die Einreise nach Neukaledonien notwendigen Vorschriften (amtstierärztliches Gesundheitszeugnis, tierärztliche Behandlungen) für Felix erfüllen zu können.    

Nach Norden zu weiteren Inseln wollen wir nicht segeln. Dagegen spricht, dass wir aufgrund der hier vorherrschenden Winde nur sehr schwer wieder zurück können. Das würden wir nur in Kauf nehmen, wenn wir ein so berühmtes kulturelles Ereignis wie z.B. das Land Diving auf der Insel Pentecost  miterleben könnten (findet leider nicht jetzt, sondern im März/April statt). Zudem sind die nördlichen Inseln von  Vanuatu Malariagebiet.    

Port Vila

Wir sind die Nacht durchgesegelt und haben nach 16 Stunden und 83 Seemeilen in der Früh an einer Boje der Yachting World Marina in Port Vila festgemacht. Um die 50 Segelboote liegen in der ausgedehnten und sehr gut geschützten Bucht, in der es auch noch zwei kleine Inseln - Iririki, vor der wir an der Boje liegen und Ifira - gibt. Das Wasser ist - in unmittelbarer Nähe einer so großen Ansiedlung (Port Vila hat um die 45.000 Einwohner) - überraschend sauber und klar. Von Iririki - die Insel muss ein Vogelparadies sein - hören wir den ganzen Tag über lautes Vogelgezwitscher.

Endlich und für uns etwas unerwartet, gibt es hier wieder normales Katzenfutter (Sheba), was in Fidschi nicht zu bekommen war. Der Preis ist mit umgerechnet 1,5 Euro für ein 85g-Schälchen recht stolz. Das Preisniveau ist insgesamt relativ hoch und die Einkommen sind niedrig, wie wir von einem Mechaniker, der unseren Außenborder repariert hat, erfahren.   

Das Zentrum der Stadt und vor allem die Waterfront - der attraktivste Bereich von Port Vila - sind sehr belebt. Sogar die kleinen grünen Iguanas - die gestreiften sind angeblich die Männchen - sind mit ihrem Besitzer unterwegs - für 500 Vatu kann man sie sich auf die Arme und Schultern setzen lassen (sind ganz zahm).       

Hier hört man auch häufig Einheimische im Freien musizieren. Heute sorgen die Mauna Ladies mit ihrer String Band an der Waterfront für gute Stimmung. Wir sind immer wieder fasziniert, mit welcher Freude und Natürlichkeit es die Menschen in dieser Weltgegend verstehen, ansprechende Musik zu machen. 

Wir besuchen das Nationalmuseum, das man als "klein aber fein" bezeichnen könnte. 

 

In Efate wurden bei Ausgrabungen im Jahr 2004 die ältesten Funde der Lapita-Kultur (Keramikkultur Melanesiens und der polynesischen Inseln Samoa und Tonga) entdeckt. Die Keramiktöpfe bzw. -scherben befanden sich zwischen menschlichen Skeletten auf dem Lapita-Friedhof Teouma nahe Port Vila. Es wird vermutet, dass diese Fundstücke mit den unglaublich feinen Verzierungen in charakteristischen Mustern mehr als 3300 Jahre alt sind. 

Wir sind von den ausdrucksstarken Exponaten der verschiedenen Inseln des Archipels fasziniert. Ganz gleich, ob es sich um den Kopfschmuck, der bei der rituellen Beschneidung getragen wurde oder um furchteinflößende Masken, die böse Geister vertreiben sollten, oder um Totempfähle handelt. 

Zum Abschluß fertigt ein Museumsguide für uns eine Sandzeichnung an. Sand drawings sind in Vanuatu einzigartig und werden nach wie vor von den Einheimischen als Kommunikationsmittel eingesetzt. Sie sind dabei sehr geschickt und in wenigen Minuten sind komplexe Bilder mit einer ansprechenden Ästhetik fertig. Dabei werden Geschichten erzählt oder es wird dazu gesungen. 

 

Es sind meist geometrische Figuren, die in einem Zug, ohne den Finger abzusetzen, in den Sand gezeichnet werden.

 

Es wird vermutet, dass die Sandzeichnungen Vorläufer der Schrift sind. Von der UNESCO wurden sie 2007 als einzigartiges kulturelles Erbe bezeichnet und die Bevölkerung ermutigt, diese Tradition fortzuführen.

Secret Garden

Es gibt kein öffentliches Verkehrsnetz und Taxis sieht man auch sehr selten. Es gibt aber jede Menge Kleinbusse, die auf den wichtigen Straßen in Port Vila und zwischen den Ortschaften hin und her fahren. Sie halten auf Winken, das ist ganz unkompliziert und individuell. Ähnliches haben wir schon in Grenada erlebt. Mit so einem Kleinbus fahren wir zum Secret Garden, der ca. 15 km von Port Vila entfernt ist.

Im Eintrittspreis ist eine kleine Performance und eine Führung durch den Garten inkludiert. Es ist zwar sehr touristisch angelegt, aber interessant, was die früheren Rituale auf den verschiedenen Inseln anlangt. Zum Teil waren diese extrem grausam wie das lebendige Begraben der Frauen und Kinder mit dem verstorbenen Ehemann (unser Führer meinte, dies wurde deshalb gemacht, um die Frauen zu ermutigen, für ihre Männer gut zu sorgen, damit diese lange leben), zum Teil nicht nachvollziehbar (Entfernung der Vorderzähne bei Frauen als Schönheits- und Prestigesymbol).

Am Abend - es ist bereits finster - legt ein Katamaran an der Boje neben uns an. Wir wundern uns, weil die Zufahrt in die Bucht bei guter Sicht zwar kein Problem, in der Dunkelheit aber nur mit einem Track machbar ist. In der Früh dann die Überraschung: Es ist die Muskoka, die neben uns an der Boje angelegt hat. Scott und Elena haben wir zuletzt auf den Yasawas in Fidschi kurz gesehen. Sie hatten einen Track, weil sie schon zuvor einmal hier waren.

13. Oktober: Wir mieten uns mit Scott und Elena ein Auto und machen eine Inselrundfahrt. Vanuatu hat Rechtsverkehr, was etwas ungewohnt ist, da wir seit einem Jahr Linksverkehr (Neuseeland, Tonga, Fidschi) hatten. Es gibt nur eine Straße, die um die Insel herum führt und diese ist asphaltiert - die Chinesen investieren hier im Straßen- und Brückenbau. 

Wir besuchen die Mele Wasserfälle, kommen hin und wieder an traditionellen Ansiedlungen vorbei und  genießen den Blick auf den üppigen Tropenwald, der fast bis zur Straße reicht und ab und zu von Kokospalmenplantagen unterbrochen wird. Nur sehr selten kommt uns ein anderes Auto entgegen. Sehenswürdigkeiten im üblichen Sinne sucht man hier vergeblich. Es ist die unberührte und abwechslungsreiche Natur, an der man sich erfreuen kann. Es ist ein entspannter Tagesausflug. 

23. Oktober: Wir hätten nicht gedacht, dass wir so lange hier bleiben würden, aber die Einreisebestimmungen für Felix für Neukaledonien haben es notwendig gemacht. Heute in der Früh hat Felix die letzten Impfungen bekommen. Danach haben wir alle Unterlagen nach Neukaledonien geschickt und am Nachmittag das Import Permit für Felix per E-mail zugeschickt bekommen. Was noch fehlt, ist die Unterschrift von der Biosecurity auf dem amtstierärztlichen Zeugnis. Sobald wir die haben, können wir morgen Richtung Neukaledonien ablegen. Die Überfahrt nach Noumea, der Hauptstadt von Neukaledonien wird ca. 3,5 Tage dauern. Der Wind ist für die nächsten Tage relativ günstig vorhergesagt.

24. Oktober: Um 12:30 Uhr legen wir vom Fuel Dock Richtung Neukaledonien ab.