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Unser Abenteuer beginnt am 22. Oktober 2016

Um 14 Uhr verlassen wir mit einem geleasten VW-Bus Wien. Es wird für längere Zeit sein. Ein eigenartiges Gefühl.

Es war eine gute Entscheidung, die 6 Schachteln mit DHL in das Hotel in La Rochelle vorauszuschicken. Der Inhalt der Schachteln hätte in dem vollgepackten VW-Bus keinen Platz mehr gehabt. Es ist unglaublich, was so an Notwendigem für ein Leben auf See zusammenkommt... 


Eigentlich wollten wir schon in der Früh wegfahren, denn wir haben für heute noch rund 1000 km nach Verdun vor uns. Wir sind sehr bald aufgestanden, aber es dauert dann doch alles länger als gedacht. Zu Mittag sind wir schon ziemlich geschafft - wir müssen los, sonst wird das heute nichts mehr ... 

In der Autobahnraststätte Aistersheim bei Wels treffen wir Anna und Franz. Es ist ein Abschied - wer weiß für wie lange? Zwei starke Kaffees wecken die Lebensgeister wieder und die noch rund 800 km nach Verdun empfinden wir dann als gar nicht mehr so arg. Um 3 Uhr früh kommen wir im Hotel Les Jardins du Mass an. Felix genießt es, dass er endlich aus seinem Transportbehälter, den wir während der Fahrt vorne zwischen uns platziert hatten, heraus kann. Am nächsten Tag fahren wir die restlichen ca. 750 km und sind am späten Nachmittag in La Rochelle an der französischen Atlantikküste, wo in der Marina unser neues Boot auf uns wartet.

La Rochelle

Wir bleiben eine Woche in La Rochelle und legen am 29. Oktober 2016 Richtung Lanzarote ab. 

Kanaren

In Lanzarote lassen wir einige Arbeiten am Boot machen. Am 20. Dezember segeln wir weiter.

Die ersten Weihnachten auf See verbringen wir auf La Palma, ebenso Silvester 16/17. Anfang Jänner segeln wir nach La Gomera, von wo wir dann den Atlantik überqueren wollen.

7. Jänner 2017: Wir haben inzwischen zwei Monate auf den Kanarischen Inseln verbracht. Wir waren zuvor noch nie hier und waren positiv überrascht, wie landschaftlich schön und abwechslungsreich die Inseln sind. Wir haben die milden Temperaturen der Wintermonate und das angenehme Leben hier sehr genossen. In den beiden Marinas auf Lanzarote haben wir sympathische Segler (Marcel aus der Schweiz war besonders hilfsbereit) kennengelernt. Positiv wird uns das argentinische Restaurant in der Marina Porto Calero auf Lanzarote sowie der El Grifo (Weißwein), die herrlichen Mangos auf La Palma und das französische Restaurant La Forastera in San Sebastian auf La Gomera in Erinnerung bleiben. 

Am 9. Jänner 2017 ist es so weit: Wir starten von La Gomera unsere Atlantiküberquerung.

Karibik


Am 2. Februar 2017 haben wir die Karibik erreicht und in St. Lucia in der Rodney Bay Marina angelegt.  

Am 7. Februar fliegen wir mit Felix nach Wien. Mein (Ingrid) in der Mitte der Atlantiküberquerung gebrochenes Fersenbein muss operiert werden. 

Mai 2017

24. Mai: Seit mehr als einer Woche sind wir - nach drei Monaten in Wien - wieder zurück in der Karibik. Die Anreise war mühsam. Für die letzte Etappe von Martinique nach St. Lucia mussten wir die Fähre nehmen, auf die wir drei Stunden auf den Koffern sitzend gewartet haben. Wir hatten 4 Koffer mit zusammen 110 kg und zusätzlich einiges an Handgepäck. Es gab keine Gepäckswagerl und ich konnte längere Strecken nur mit Hilfe der Krücken zurücklegen. Das war für Erwin nicht einfach. Felix war in seinem Transportbehälter sehr brav. Während es beim Warten auf die Fähre in der Nachmittagssonne sehr heiß war, haben wir dann auf der Überfahrt nach St. Lucia gefroren. Die Klimaanlage war extrem kalt eingestellt. 

 

Einen ziemlichen Schock hatten wir bei der Einreise in St. Lucia wegen Felix: der internationale Pet Passport mit allen Impfungen und auch ein zusätzliches aktuelles amtstierärztliches Zeugnis der Republik Österreich für die karibischen Inseln zählten nicht! Es wurde eine Importgenehmigung vom hiesigen Agrarministerium verlangt - die wir natürlich nicht hatten - und Felix sollte in Quarantäne! Wir waren erschöpft und es war fast Mitternacht. Erwin rettete die Situation mit sehr, sehr viel Diplomatie, Fehlereingeständnissen und Entschuldigungen unsererseits. Letztlich war dann ein Beamter bereit - er kam mit uns auf das Boot und überzeugte sich über die Richtigkeit unserer Angaben - dass Felix auf das Boot gebracht werden kann und wir mussten versprechen, dass er in St. Lucia das Boot nicht verlässt.

 

Zum Glück ergatterten wir noch vier kleine kühle Bier in der Marina und fielen hundemüde ins Bett. Letzten Endes waren wir froh, dass unser Boot noch da und unbeschädigt war, dass Felix nicht in Quarantäne musste und dass vom Gepäck nichts verloren gegangen ist.  

 

Nachdem wir mehr als eine Woche durch eine schwere Verkühlung mit Fieber (von der Klimaanlage auf der Fähre) geschwächt waren, waren wir anschließend damit beschäftigt, das Boot startklar zu bekommen: es gab sehr viel zu reinigen, die mitgebrachten Ersatzteile mussten ihren Platz finden, die Segel wieder angeschlagen werden, ein Taucher hat den Bewuchs vom Unterschiff entfernt, etc..

 

In den nächsten Tagen wollen wir in Richtung Süden segeln. 

 

Juni 2017

Mittlerweile (11. Juni) sind wir in Grenada (siehe Route) angekommen. Hier wollen wir uns für unsere nächsten Ziele Richtung Westen verproviantieren.

 

Ingrid: Das Fersenbein macht schon noch Probleme - inzwischen sind 4 Monate seit der Operation vergangen - manchmal habe ich ganz arge Schmerzen, dann bin ich wieder schmerzfrei. Am Boot kann ich mich recht gut bewegen und fühle mich kaum behindert. Bei längeren Wegstrecken an Land nehme ich zur Entlastung noch die Krücken. Im Vergleich zu vor einem Monat ist auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung gegeben. Ich hoffe sehr, dass ich in einigen Monaten wieder schmerzfrei längere Strecken gehen werde können. Ich muss einfach mehr Geduld haben. 

 

Morgen (22. Juni) werden wir nach Los Roques segeln. Wir rechnen mit drei Tagen und Nächten, ca. 360 Seemeilen. Wir segeln eine längere Route, weil wir einigen venezulanischen Inseln aus Sicherheitsgründen großräumig ausweichen wollen. Die Wettervorhersagen sind gut, Wind rund 15 Knoten aus östlicher Richtung und kein Regen.

 

Die zwei Wochen im Archipel Los Roques waren ein wunderbares Naturerlebnis. Traumhaft schöne, einsame Strände, kristallklares türkisfarbenes Wasser, eine phantastische Vogelwelt und freundliche Menschen. Ausländische Segelboote haben wir in diesen zwei Wochen kaum getroffen. Wir haben uns hier in dem sehr abgelegenen Archipel sicher gefühlt - am Festland von Venezuela und auf den küstennahen Inseln sieht die Situation sehr wahrscheinlich anders aus - und sind sehr froh, dass wir den Zwischenstopp auf dem Weg nach Bonaire gemacht haben.

 

Juli 2017

Seit drei Tagen sind wir auf Bonaire. Als wir gestern im Supermarkt waren, hat unser Herz gleich höher geschlagen. Eine Riesenauswahl bei allen Produkten, wie wir sie seit Monaten nicht mehr gehabt haben. Den europäischen Einfluss - den Holländern sei Dank - spürt man deutlich. Es hat gut getan, unter den verschiedenen Brot- und Käsesorten, etc. (und Katzenfutter) auszuwählen.

 

Wir haben uns auf einen längeren Aufenthalt auf Bonaire eingestellt, weil das Generatorproblem (plötzlicher Ausfall auf Los Roques) gelöst werden muss. Wir haben die von Fischer Panda gewünschten Teile sofort mit DHL nach Deutschland geschickt und hoffen sehr, dass die Ursache für den Bus Error rasch gefunden wird. Wir rechnen mit einigen Wochen, bis diese Teile funktionstüchtig wieder bei uns zurück sind und Erwin sie einbauen kann (alle Kabel, Schrauben, Muttern, etc. haben wir für den Wiedereinbau beschriftet und fotografiert). 

 

Unsere weiteren Pläne sehen zur Zeit so aus, dass wir bis Ende September in Bonaire bleiben und dann nach Curacao segeln werden, wo wir einige Reparaturen (Gennaker) machen lassen müssen und einige kleinere Sachen für das Boot besorgen wollen. Danach sind ab November (vorher ist das Wetter ungünstig) Kolumbien und danach die San Blas Inseln geplant. 

 

August und September 2017

Wir genießen die Natur (vom Cockpit aus sehen wir Schildkröten, die zum Luftholen auftauchen, jagende Pelikane, viele bunte und fliegende Fische, etc.) und das unkomplizierte Tauchen von unserem Boot aus. Die Flaschen können wir bei der nahegelegenen Tauchbasis mit Nitrox füllen lassen. Die Tauchplätze liegen praktisch alle entlang der Küste von Bonaire und um Klein Bonaire.  

 

Seit dem 31. August läuft der Generator wieder. Der Weg dorthin war recht mühsam. Die an Fischer Panda geschickten Teile wurden durch neue ersetzt. Nach dem Wiedereinbau der drei neuen Teile funktionierte der Generator trotzdem nicht. Zusätzlich war nämlich noch eine gut versteckte Sicherung geschmolzen, an die vorher niemand gedacht hatte. Die Sicherung mussten wir uns wiederum von Fischer Panda zuschicken lassen. Das dauerte weitere drei Wochen. Insgesamt warteten wir vom 13. Juli bis zum 31. August.

 

Oktober 2017

Wir haben unseren Bonaire-Aufenthalt bis Anfang November verlängert. Das bedeutet weiter "Urlaub" machen (viel tauchen, Karel`s Strandbar und den Eissalon aufsuchen, Spanisch lernen, entspannen, etc.).

 

Uli und Marty werden uns Ende Oktober besuchen kommen und mit uns das einjährige Jubiläum auf unserer Crocodile feiern. Es ist kaum zu glauben, dass es schon ein Jahr her ist, dass wir von La Rochelle in See gestochen sind. 

 

November 2017

3. November: Wir haben mit Uli und Marty eine wunderschöne, entspannte Woche verbracht. Morgen werden sie wieder zurückfliegen.

 

Die See ruft ... obwohl es hier in vielerlei Beziehung sehr angenehm und schön ist, zieht es uns schon sehr Richtung Westen. Wir müssen allerdings  noch auf zwei Pakete warten, die trotz Tracking-Nummer "verschollen" (seit 4 Wochen irgendwo zwischen Amsterdam und Bonaire) sind. Unsere Visa, die wir bereits um ein Monat verlängert hatten, laufen mit 13. November ab, dann müssen wir von hier weg. Es verbleiben also noch 10 Tage, dass die Pakete doch noch auftauchen.  

 

13. November:

Eine Sendung ist gekommen, das zweite Paket mit den Mg-Anoden für den Warmwasserboiler leider nicht mehr und wird nach Deutschland zurückgehen. Die Anoden hätten wir dringend gebaucht. Wir können aber nicht mehr länger warten.  

 

Kolumbien

29. November:

Bei der Ankunft in der Marina Santa Marta erfahren wir, dass das Paket mit den Mg-Anoden bereits da ist (wir hatten noch in Bonaire eine neuerliche Bestellung mit der neuen Lieferadresse gemacht). Gottseidank.

30. November:

Felix gerettet ...

28. Dezember 2017: Wir sind jetzt seit einem Monat in Kolumbien. Es ist - vielleicht weil wir auch zu wenig über das Land wussten - überraschend schön hier und die Zeit ist mit Besichtigungen und Ausflügen in das Umland wie im Flug vergangen. Wir haben sehr angenehme Kontakte mit anderen Seglern in der Marina und werden einige wahrscheinlich (wäre schön) auf späteren Destinationen wieder treffen.

 

Die letzten zwei Wochen hatten wir Tag und Nacht sehr starken Wind (30 bis 40 Knoten) - hier als Christmas Winds bekannt. In der Marina war das, bis auf das Heulen in der Takelage, kein großes Problem. An ein Ablegen war nicht zu denken. Heute hat der Wind deutlich nachgelassen. Wir planen, dass wir am Samstag (30. Dezember) Richtung Panama segeln.

Panama + San Blas Archipel

Jänner 2018:

Seit 1. Jänner sind wir in Panama. Wir haben ganz im Osten, direkt an der Grenze zu Kolumbien, einklariert und segeln von hier die karibische Küste entlang im San Blas Archipel - dem Land der Kuna Indianer (sie nennen es Guna Yala) - Richtung Westen zum Panamakanal. Der San Blas Archipel ist mit mehr als 350 Inseln - davon sind nur wenige bewohnt - und unzähligen Untiefen sehr anspruchsvoll zu befahren. Wir segeln - wie die meisten - nur tagsüber. Die elektronischen Karten stimmen mit der Realität oft nicht überein bzw. sind Teile im Osten noch gar nicht erfasst. In der Kombination mit dem Bauhaus Panama Cruising Guide, den wir uns noch in Wien besorgt hatten, geht es halbwegs. Angeblich werden jährlich ca. 15 Boote auf Riffe gesetzt und gehen verloren.

 

Im östlichen Teil des Archipels leben die Kuna Indianer mehrheitlich noch traditionell. Der einzige Kontakt ist, wenn sie in ihren Einbäumen zu den Segelbooten kommen, um die Ankergebühr von 10 - 15 USD einzuheben und ihre Molas zum Verkauf anbieten. Die Molas und vor allem die Kokosnüsse, die um 50 Cent pro Stück nach Kolumbien verkauft werden, sind die Haupteinnahmequellen der Kuna. Das Meer ist im östlichen Teil der San Blas Inseln recht trüb und man sieht viel Biomasse und leider auch viel Plastikmüll vorbeischwimmen. Sie viel Müll im Meer und auf Inseln haben wir noch nie erlebt. Der nicht verrottende Plastikabfall ist ein echtes Problem. Auf den bewohnten Inseln gibt es praktisch nichts zu kaufen. Das wussten wir und haben uns in Santa Marta entsprechend eingedeckt.

 

Die im Westen gelegenen Inseln sind weiter weg vom Festland, dadurch ist das Wasser wesentlich sauberer. Die Inseln sind attraktiver und auch mehr von Seglern besucht. Hier haben sich die Kuna Indianer auf die Touristen eingestellt und leben kaum noch traditionell. Sie kommen mit ihren Booten zu den Seglern und bieten Lobster, Fisch, frisches Obst und Gemüse an, was sehr angenehm ist. 

 

Obwohl jetzt Trockenzeit ist, regnet es ungewöhnlich viel und wir hatten auch schon einige heftige Gewitter. Der Regenwald reicht am Festland praktisch bis an die Küste, sieht aus wie ein weicher grüner Teppich, der sich entlang der gesamten Panama-Küste erstreckt. Es ist nicht mehr ganz so heiß (26-30°) wie in Kolumbien (30-32°), also angenehmer, vor allem in der Nacht. Auch das Meer ist 1-2° kühler.

 

Vor einigen Tagen ist Erwin aufgefallen, dass ich keinerlei Schmerzen mehr im Fersenbein und Sprunggelenk erwähne. Die Operation ist jetzt ca. ein Jahr her und es war ein langsames Bergauf, benötigte Geduld und Optimismus. Es war eine schwierige Operation (komplizierter drei Wochen alter Bruch) und das Ergebnis könnte nicht besser sein. Das verdanke ich meinem Operateur (Doz. Kralinger, Chef der Unfallabteilung im Wilhelminenspital).  

 

20. Jänner: Schön langsam rückt der Kanaltransit näher. Jänner bis Juni sind die stärksten Monate. Wir haben uns für einen Agenten entschieden, der alles für uns organisiert. Vor dem Kanaltransit wollen wir das Boot herausholen und das Antifouling ergänzen (es ist z.B. keines auf den Propellern und an der Unterseite des Kiels - wurde in La Rochelle "vergessen") und kleine Aus- bzw. Verbesserungen vornehmen. Wir haben uns auch für zusätzliche Solarpaneele auf dem Dach entschieden. Wir werden sehen, wie die Materialbeschaffung in Panama City bzw. aus Miami klappt. Jedenfalls muss das Boot in einem optimalen Zustand sein, wenn wir in den Pazifik segeln, denn in der Südsee sind Reparaturen und Ersatzteile sehr teuer und schwierig zu bekommen. 

 

Den Aufenthalt auf den Galapagos Inseln müssen wir ebenfalls schon jetzt fix planen und einen Agenten beauftragen, da die Vorlaufzeit für die notwendigen Papiere mit zwei Monaten angegeben ist.

 

4. Februar 2018: Seit zwei Tagen sind wir in der Shelter Bay Marina direkt bei der Einfahrt zum Panamakanal. Es ist sehr, sehr angenehm, wieder die Annehmlichkeiten der westlichen Welt zur Verfügung zu haben. Gestern wurde das Boot für den Kanaltransit vermessen. Einen Termin für den Transit haben wir auch schon: es ist der 26. Februar. Morgen kommt das Boot nach 1,5 Jahren zum ersten Mal aus dem Wasser. Der Countdown läuft.

 

20. Februar: Seit 5. Februar sind wir am Trockendock. Übermorgen (am 22. Februar) kommen wir wieder ins Wasser. Leider ist nicht alles so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Beim Reinigen des Unterwasserschiffes löste sich der Anstrich (Antifouling) an mehreren Stellen großflächig ab, weshalb das Antifouling komplett neu gemacht werden musste. Wir waren geschockt! 

Die Bestellung der Solarpaneele und des Zubehörs kostete nicht nur viel Zeit (jede Menge Telefonate, gezählte 61 (!) Emails, mehrmals nach Panama City - eine Strecke ca. 3 Stunden - fahren), sondern brachte uns zeitweise nervlich ans Limit. Die Leute haben hier eine ganz andere Arbeitseinstellung als wir es gewohnt sind. Erschwert war das Ganze durch den Karneval. An diesen Tagen funktionierte dann gar nichts mehr, es herrschte Ausnahmezustand, Autos bewegten sich im Schritttempo, alles war auf der Straße, niemand arbeitete (Feiertage). Wir waren so sauer, dass wir uns die Umzüge gar nicht mehr anschauen wollten. Die Solarpaneele und die Befestigungen für das Dach haben wir in Panama City bekommen, leider musste aber einiges (verzinnte Kabel, Victron Ladekontroller) in Miami bestellt werden. Hoffentlich kommt die Lieferung in den nächsten Tagen. Für die Installation haben wir Silvio, einen Schweizer Yachtelektroniker gefunden.

 

Gestern und heute macht Erwin einen Kanaltransit als Linehandler auf einem österreichischen Katamaran mit, damit wir dann bei unserem Transit keine Überraschungen erleben. 

 

23. Februar: Obwohl wir das Zubehör in Miami mit FedEx over night bestellt hatten (und uns bei Marine Warehouse telefonisch versichert wurde, dass alles auf Lager ist), warten wir seit einer Woche darauf. Den Kanaltransit mussten wir deshalb verschieben. Unser neuer Termin ist der 11. März.

 

2. März: Wir haben die Lieferung von Marine Warehouse in Miami noch immer nicht! Es hat sich herausgestellt, dass die Sachen zum Teil gar nicht auf Lager waren und erst Anfang nächster Woche nach Miami kommen. Es ist unglaublich! Wir können den Kanaltransit nicht noch einmal verschieben.

 

8. März: Heute ist ein guter Tag! 

1. Die Lieferung aus Miami ist gekommen und die Solaranlage konnte von Silvio in Rekordzeit fertig gestellt werden (die Paneele waren schon seit zwei Wochen am Dach montiert). Am Batteriemonitor sehen wir nun - obwohl es bewölkt ist - dass mit den zusätzlichen Paneelen am Dach (insgesamt haben wir jetzt 920 Watt) wesentlich mehr Strom erzeugt wird als wir verbrauchen. Ein beruhigendes Gefühl für den Pazifik. 

2. Wir haben heute die Mitteilung bekommen, dass die Firma in La Rochelle, die für das unsachgemäße Aufbringen des Coppercoat-Antifouling verantwortlich ist, den Schaden ersetzt. 

3. Heute ist Bill, den wir nach unserer Atlantiküberquerung in St. Lucia vor einem Jahr kennen gelernt hatten, in der Shelter Bay Marina angekommen. Es war ein sehr herzliches Wiedersehen. Seine Crew - zwei Engländer - werden bei uns Linehandler sein. 

 

24. April: Heute legen wir von Isla Isabela auf den Galapagos mit dem Ziel Marquesas in Französisch Polynesien ab. 3000 Seemeilen liegen vor uns. Wir rechnen mit 20 bis 25 Tagen im Pazifik. Wir werden wahrscheinlich kaum ein Schiff und natürlich auch kein Land sehen. Während dieser Zeit gibt es kein Internet, aber über Satelliten (Iridium) E-Mail und Telefonkontakt.  

 

27. Mai: Seit 11 Tagen sind wir auf Nuku Hiva auf den Marquesas. Die Bucht, in der wir liegen ist wunderschön und wir genießen hier das entspannte Inselleben. Leider regnet es fast jeden Tag - mit den Bergen rundherum ein wenig Salzkammergut-Gefühl. Internet gibt es nur am Pier, und das ist extrem langsam. Heute wollen wir zur Insel Ua Pou segeln, die ca. 30 Seemeilen entfernt ist, bevor wir den großen Schlag nach Tahiti machen. 

 

11. Juni: Wir hatten uns entschlossen, auf den Tuamotus einen Zwischenstopp einzulegen, und zwar auf Fakarava, weil es hier besonders schön zum Tauchen ist. Leider hatten wir Pech mit dem Wetter (Wind und Wellen) und konnten nur am Nordpaß tauchen. Auf den Südpaß mussten wir verzichten. Sehr schade. Heute segeln wir nach Tahiti.

 

Seit 13. Juni sind wir auf Tahiti. Wir wollen die nächsten Wochen die Gesellschaftsinseln Moorea, Huahine, Raiatea, Tahaa, Bora Bora und Maupiti besuchen. 

 

18. Juni: Heute kommt Stefan zu uns auf Besuch! Wir freuen uns sehr. Wir werden im Rahmen des Tahiti - Moorea Rendezvous an der Regatta teilnehmen und anschließend auf Moorea bleiben und viel tauchen. 

 

2. Juli: Die Zeit mit Stefan ist leider viel zu schnell vergangen. Wir hatten zwei schöne, entspannte Wochen miteinander.  

 

30. August: Wir liegen in der Tapuamu Bay auf der Insel Tahaa vor Anker und warten auf besseres Wetter. Es regnet viel und der Wind bläst seit gestern mit um die 30 Knoten. Normalerweise regnet es hier im August fast gar nicht. Laut Vorhersage wird das Wetter erst in drei bis 4 Tagen besser.    

 

20. September, Bora Bora: Leider ist uns das relativ schlechte Wetter (es regnet nach wie vor häufig und es ist recht windig) treu geblieben. Das ist sehr schade, denn wenn einmal die Sonne hervorkommt, ist es hier wirklich wunderschön. 

 

Wir wollen die Zyklon Saison in Neuseeland verbringen. Der administrative Aufwand für die Einreise ist gewaltig. Es sind Unmengen an Formularen auszufüllen, zu unterschreiben, zu scannen und per E-Mail nach Neuseeland zu schicken. Der HP-Drucker, den wir in Bonaire gekauft hatten, hat leider schon den Geist aufgegeben. In Bora Bora einen Drucker zu kaufen, war nicht gerade einfach. Es gibt nur ein Geschäft und das hat nur Canon-Drucker. Wir haben kein Internet am Boot. Das Internet in der Marina ist schwach. Erwin hat einen Vini-Internet-Hotspot im Hauptort (Vaitape) in der Nähe der Kirche mit dem iPhone ausgemacht. Zum Glück gibt es neben der Straße ein überdachtes Steinbankerl, von wo aus wir nun unsere Internet-Angelegenheiten erledigen können - von Papeete haben wir noch ausreichend Stunden für das Internet von Vini.

 

Für Felix mussten wir vorab eine Quarantäne-Einrichtung in Auckland buchen. Ob wir Felix letzten Endes überhaupt importieren dürfen, wird sich wohl erst bei der Einreise herausstellen.  

25. September 2018: Wir haben 4 Monate in Französisch Polynesien verbracht. Leider war das Wetter nie über eine längere Zeit stabil schön, wie es eigentlich während dieser Monate hätte sein sollen. Dadurch waren wir in Bezug auf Tauchen, Schnorcheln und Wandern etwas eingeschränkt. Als wir vor vielen Jahren hier Urlaub machten (Gesellschaftsinseln und Tuamotus), hatten wir beide Male perfektes Segelwetter.

In Bora Bora hatten wir zudem ziemliche Probleme mit der Biosecurity wegen Felix. Wir waren mit ihm beim Tierarzt, um Behandlungen und eine amtstierärztliche Bestätigung für Neuseeland zubekommen. Felix hätte aber das Boot überhaupt nicht verlassen dürfen, da er nicht in Französisch Polynesien importiert war. Das wussten wir nicht. Der Tierarzt konnte uns keine amtstierärztliche Bestätigung geben und der kontaktierte Amtstierarzt in Tahiti war nicht hilfreich, sondern interessierte sich nur für die Verletzung der Biosecurity Rules mit Androhung eines Strafverfahrens (Felix war immer in seinem Transportbehälter und hat keine Pfote auf den Boden von Französisch Polynesien gesetzt).

Neuseeland

10. November:

Beim Einklarieren in Neuseeland hatten wir den Eindruck, dass die amtstierärztliche Bestätigung, die wir dann in Tonga doch noch bekommen hatten, gar nicht so wichtig war. Auch wenn alle Impfungen und Papiere in Ordnung sind, muss ein Hund oder eine Katze auf jeden Fall für zumindest 10 Tage in Quarantäne. Vielleicht hätten wir uns den Ärger in Bora Bora und den beträchtlichen Aufwand in Tonga (Fahrten mit Felix mit der Fähre, lange Taxifahrten) ersparen können.  

29. Dezember: Leider konnten wir in den vergangenen Wochen nicht nur unbeschwert schöne Ausflüge machen und Neuseeland genießen, sondern mussten uns mit ziemlich argen Problemen, den Generator und die Black Box des Backbordmotors betreffend, auseinandersetzen.  

Als sich gegen Mitte November der Generator plötzlich nicht mehr starten ließ, waren wir vorerst nicht sehr beunruhigt. Die angezeigten Werte waren unverdächtig, sodass unsere erste Vermutung war, dass sich durch die stürmische und unruhige Überfahrt von Tonga nach Neuseeland ein Kabel gelockert haben könnte. Als dann Erwin nachschaute - der Generator ist im Gästerumpf unter dem Bett eingebaut - war das Entsetzen groß. Der Generator stand teilweise unter (Meer)wasser! Wir pumpten etwa zweihundert Liter über das Seitenfenster ins Freie hinaus. Der Generator war stark salzverkrustet und angerostet. Zum Glück sind in der Bay of Islands Marina sehr gute Fachbetriebe für Bootsreparaturen und -bedarf vorhanden und die Firma Seapower ist engagiert und kompetent. Der 116 kg schwere Generator wurde herausgehoben und gereinigt. Der Alternator ist zu ersetzen, das Seewasser hat die Wicklungen angegriffen. Leider war keiner in Neuseeland oder Australien lagernd und er musste bei Fischer Panda in Deutschland bestellt werden. Zuerst hieß es, dass der Alternator sofort verschickt wird und noch vor Weihnachten hier sein kann. Dann wurde mitgeteilt, dass der Alternator erst produziert werden muss. Unglaublich. Der Generator ist gerade erst zwei Jahre alt, also ein relativ neues Modell und Fischer Panda hat keine Ersatzteile lagernd. Jetzt sind wir bei einer Lieferzeit von ungefähr Mitte Februar. Da wir ausreichend Solarstrom haben, sind wir nicht sehr eingeschränkt. Allerdings kann der Waschtrockner an Bord nicht verwendet werden (stattdessen der Waschsalon in der Marina).  

Gestern (28. Dezember) der nächste Schock: Der Backbordmotor ließ sich nicht mehr starten. Dieses Problem hatten wir zuletzt in Panama in der Shelter Bay Marina unmittelbar vor dem Kanaltransit. Die 'Black Box' (es ist mittlerweile die 4.) hat nun nach 9 Monaten den Geist aufgegeben. Nummer 3 hat überhaupt nur einen Tag und drei Starts gehalten. 

Laut Auskunft eines Volvo-Händlers gibt es in Neuseeland nur eine 'Black Box'. Eventuell muss eine aus Schweden geschickt werden. Unsere Stimmung war gestern am Tiefpunkt. 

Mit nur einem Motor kann man zwar fahren, aber Manöver bei beengten Verhältnissen, z.B. Anlegen und Ablegen von einem Steg oder Ansteuern eines Ankerpunktes bei Strömung und Wind, können gefährlich werden und sind nervenaufreibend. Das würde eine große Einschränkung unserer Bewegungsfreiheit bedeuten.

Als erste Maßnahme tauschte Erwin die Sicherung in der 'Black Box'. Daraufhin konnte der Motor gestartet werden. Wir waren erlöst. Aber leider nur für wenige Sekunden, denn dann fing der Motor an zu stottern und starb ab. Schade. Es wäre zu schön gewesen, wenn es nur die Sicherung gewesen wäre.

Heute (29. Dezember) kamen wir beim Frühstück nach intensiver Analyse zur Überzeugung, dass der rein mechanische Motor weiterlaufen müsste, wenn die 'Black Box' nach dem Startvorgang abgeschaltet wird, da der Motor zum Laufen keine Elektronik und keinen Strom braucht, was wir dann ausprobierten. Ich startete den Motor mit der 'Black Box' und sobald der Motor lief, schaltete Erwin die Motorbatterie (im Backbordrumpf unter unserem Bett) ab. Der Motor lief unauffällig weiter. Schlussfolgerung ist, dass die 'Black Box' fehlerhafte Signale zur Motorabschaltung aussendet, wenn sie aber keinen Strom hat, dann kann sie das nicht tun.  

Der Motor kann nun allerdings nur direkt (im Motorraum mit dem Notschalter) abgeschaltet werden. Ohne Elektronik sieht man am Display keine Drehzahl, keine Motorstunden etc., aber wir haben zumindest zwei Motoren - wenn auch das Procedere mit dem Abschalten der Motorbatterie im Backbordrumpf und das Ausschalten des Motors im Motorraum ziemlich umständlich ist - bis die neue 'Black Box' geliefert wird. Also etwas Entspannung. 

1. Jänner 2019:

Da bis 7. Jänner die meisten Firmen geschlossen haben, werden wir die nächsten Tage in der Bay of Islands segeln, die eine oder andere Insel besuchen und uns danach wieder mit Fischer Panda und mit Volvo auseinandersetzen.

15. - 22. Jänner:

Wieder in Opua zurück konnte zumindest das 'Black-Box' Problem (MDI-Box) der Volvomotoren - (hoffentlich) gelöst werden. Eine Box - damals in Panama - hat überhaupt nur drei Motorstarts gehalten und war innerhalb eines Tages bereits wieder kaputt! 

Von Sarah, einer deutschen Seglerin, die auf unserer Homepage über unsere Probleme mit den MDI-Boxen gelesen hat und die gleichen Probleme hatte, haben wir die Information bekommen, dass es eine Rückholaktion von Volvo gibt (Erwin hat Sarah geschrieben, weil er wissen wollte, ob ihre Probleme mit der MDI-Box vor ca. einem Jahr behoben werden konnten). Sie hat sofort geantwortet und den Recall-Brief gleich mitgeschickt, wofür wir ihr sehr dankbar sind, da wir von der Rückholaktion nichts wussten. Bevor wir die Information von Sarah hatten, waren wir mit einem Volvo-Händler in Auckland in Kontakt, bei dem wir 600 Euro plus Transportkosten für eine MDI-Box bezahlen hätten müssen.

 

Der Volvo-Händler in Opua hat uns innerhalb weniger Tage zwei kaputte MDI-Boxen ausgetauscht. Interessant ist, dass die laut Recall-Schreiben aktuelle MDI-Nummer 23231607 auf der Schachtel außen draufsteht, die MDI-Box in der Schachtel jedoch die Nummer 23195776 hat. Vom Volvo-Händler wurde dazu geantwortet 'bei Volvo ist das eben so, es gilt die Nummer auf der Schachtel'. Das ist schon seltsam. 

Bezüglich Generator gibt es einen Lichtblick. Eine Firma in Auckland hat angekündigt, dass sie die Wicklungen vom Alternator innerhalb weniger Tage machen kann und noch dazu besser als Fischer Panda. Ob das wirklich klappt, werden die nächsten Tage zeigen. Diese Lösung würde uns Zeit und Geld sparen, denn Fischer Panda (in Deutschland) müsste - wie erwähnt - den Alternator erst produzieren, hinzu kämen noch beträchtliche Transportkosten. 

Vor einer Woche (18.1.) - ich war gerade mit den Frühstücks-vorbereitungen beschäftigt - hörte ich Erwin sagen: 'oh, oh, schwere Verletzung, das muss man nähen' während er ganz fest seine rechte Hand auf die Innenseite des linken Unterarms drückte. Ich schaute die Wunde an - ein ca. 6 cm langer Längsschnitt, durch die Kompression fast blutleer und klaffend - in der Tiefe eine Sehne.

Anfänglich hatte ich Sorge, dass Erwin angesichts der Wunde kollabieren könnte - das Gegenteil war der Fall - er war ganz gelassen und komprimierte mit sterilen Tupfern die Wunde, während ich alles für die Wundversorgung vorbereitete. 

Unsere erste 'Operation' in Lokalanästhesie an Bord!

 

Die Sehne des Flexor Carpi Ulnaris (ein Beugemuskel der Hand) war unverletzt und auch sonst war in der Tiefe nichts beleidigt. Erwin hat großes Glück gehabt, denn das Schweizer Messer, mit dem er sich den Schnitt zufügte, ist neu und sehr scharf. Nicht auszudenken, wenn eine Arterie oder ein Nerv verletzt worden wäre. 

 

- 'Die Behandlung von Ingrid war optimal, ich hatte keine Schmerzen und der Heilungsverlauf schaut auch sehr gut aus!' - der dankbare Patient 😊.

1. Februar 2019:

Die nächsten Tage werden wir in Opua verbringen, um noch einige Arbeiten am Boot zu machen bzw. machen zu lassen.

Wenn wir Glück haben, kann auch noch der Generator - quasi im letzten Augenblick - repariert werden, bevor wir nach Auckland segeln, um Inge und Gerhard abzuholen, die uns für drei Wochen besuchen kommen.  

Auf der Rückfahrt von Whangaroa Harbour hörten wir ein 'schleifendes' Geräusch vom Autopiloten, schalteten ihn sofort aus und steuerten die restlichen ca. 30 Seemeilen manuell. Ein Check in Opua hat ergeben, dass Dichtungen zu ersetzen sind (müssen aus Frankreich kommen). Hoffentlich geht es sich noch aus, bevor wir nach Auckland segeln, sonst müssen wir die ca. 120 Seemeilen manuell steuern.

7. Februar: 

Die Dichtungen aus Frankreich sind gekommen und der Autopilot konnte noch rechtzeitig repariert werden. Der Generator leider nicht. Der Alternator wurde heute zwar eingebaut, der Generator konnte aber nicht zum Laufen gebracht werden. Chris von der Firma Seapower vermutet, dass der Inverter kaputt ist. Wir werden in Auckland mit der Firma Enetec (Fischer Panda Vertretung) Kontakt aufnehmen. Hoffentlich können sie uns weiterhelfen. 

10. Februar:

Wieder ist Meerwasser im Generatorraum! Dieses Mal 'nur' 7 Liter. Wir sind inzwischen in der Bayswater Marina in Auckland und haben den Inverter zur Reparatur bei der Firma Enetec. 

18. Februar:

Glück im Unglück: Volker, ein Deutscher und Mitarbeiter der Firma Enetec hat sich unseres Problems angenommen und mit deutscher Gründlichkeit nicht nur die Ursache für den Wassereintritt in den Generatorraum gefunden, sondern konnte auch den Generator ins Laufen bringen - obwohl der Inverter repariert wurde, funktionierte der Generator nämlich noch immer nicht. Letzten Endes musste auch noch die Platine getauscht werden. Nach drei Monaten haben wir endlich wieder einen betriebsfähigen Generator.    

18. März:

Wir haben den nördlichen Teil der Nordinsel nun verlassen und segeln derzeit entlang der Ostküste in Richtung Whangarei. Es gibt einige gute Ankerplätze entlang der Küste, sodass wir, da wir genug Zeit haben, die Nächte nicht durchsegeln müssen. 

25. März - 2. April:

Wir sind in der Marsden Cove Marina am Trockenen. Die Zeit vergeht viel zu schnell und der Regen hilft auch nicht, sodass vor unserer Abreise nicht alle Arbeiten am Boot erledigt werden können. Wir werden daher nach unserem Wien-Aufenthalt noch einige Tage in der Marsden Cove Marina bleiben müssen. 

9. Mai:

Das Monat in Wien war kurz für die lange Liste von Erledigungen, die wir uns vorgenommen hatten. Seit 3. Mai sind wir wieder zurück in der Marsden Cove Marina am Trockenen. Die Arbeiten am Boot gehen ganz gut voran und wir hoffen, bald weg zu können. Bis jetzt haben wir nur einmal Regen gehabt, meist scheint - zumindest zeitweise - die Sonne. Die Tage sind sehr kurz - vor 18 Uhr ist es bereits dunkel, die Sonne geht erst nach 7 Uhr auf. Der Hardstand ist vollgepackt mit Booten und ab 7 Uhr herrscht bereits - auch am Sonntag - emsige Betriebsamkeit. 

Am 16. Mai verlassen wir die Marsden Cove Marina und segeln wieder nach Norden in die Bay of Islands. Das Segeln ist eine reine Freude. Das Boot ist frisch gewachst und poliert und mit dem neuen Antifouling und dem PropSpeed sind wir wieder deutlich schneller. In Neuseeland hatte sich ein extremer Bewuchs gebildet, weshalb wir uns schon nach so kurzer Zeit zu einem frischen Antifouling-Anstrich entschlossen hatten. Eine gute Entscheidung. 

Wir bleiben bis zur Überfahrt nach Tonga in der BOI-Marina in Opua. Wir haben einfach keine Lust zu ankern und mit dem Dinghy herumzufahren - es ist schon recht kühl. 

Tonga

8.-24. Juni 2019: Das Segeln in der Vava'u Inselgruppe war recht angenehm, da durch die geschützte Lage kaum Wellen waren und auch der Wind nicht allzu stürmisch. Leider hatten wir mit dem Wetter Pech - es regnete oft und zum Teil intensiv. Aber es war warm und die Stimmung war gut. Wir hatten eine schöne und abwechslungsreiche Zeit mit Heidi und Hannes. 

Wale hatten wir leider auch keine gesichtet. In Neiafu haben wir erfahren, dass die Wale derzeit (Mitte Juni) in Tongatapu sind und erst Anfang bis Mitte Juli in der Vava'u Inselgruppe erwartet werden. Schade. 

Der - sehr bescheidene - Tourismus in Tonga ist auf die Buckelwale konzentriert. Sie ziehen seit tausenden von Jahren von der Antarktis Richtung Norden in die wärmeren Gewässer und bleiben von ca. Juli bis Oktober in Tonga (in der Haapai- und Vava's Inselgruppe), wo die Kälber zur Welt kommen. Es ist sicher ein einmaliges Erlebnis, diese Tiere ganz aus der Nähe zusehen. 

Die Tonganer sind sehr freundliche Menschen, aber alles ist recht bescheiden. Ein Lichtblick für Segler ist das "Tropicana" (Restaurant) und sein Chef Greg in Neiafu. Das Essen, insbesondere die Fish and Chips, aber auch das selbstgebackene, etwas dünklere Brot, das man auf Bestellung bekommt, sind sehr gut. Greg ist sehr hilfsbereit und steht mit Rat (Information bezüglich Handwerker) und Tat (Hotelzimmer für Heidi und Hannes, Email an den Zoll in Fidschi) zur Verfügung.

Fidschi

28. Juni 2019: Ankunft in Fidschi. Das Einklarieren, insbesondere die Biosecurity wegen Felix, war umständlich und mühsam. Ist Felix wirklich so ein gefährliches Raubtier??? Jedenfalls hat uns der Email-Verkehr mit dem Biosecurity Principal Veterinary Officer einiges an Nerven abverlangt.  

Am 9. Juli segeln wir von der Vuda Marina zum Malolo Lailai Island. 

19. Juli: seit 10 Tagen liegen wir an einer Boje der Musket Cove Marina und machen Urlaub mit Stefan, der am 8. Juli nach Fidschi gekommen ist. Wir gehen viel tauchen und genießen die Annehmlichkeiten des Musket Cove Resorts. Das Wetter ist sehr angenehm - auf der Südhalbkugel ist Winter und Trockenzeit - mit tagsüber um die 28°C und viel Sonne. In der Nacht ist es angenehm kühler. 

27. Juli: Seit zwei Tagen sind wir wieder in der Vuda Marina, da Stefan gestern von Nadi zurück nach Wien geflogen ist. Sein Urlaub ist leider viel zu rasch vergangen. 

Wir wollen nur so lange wie nötig (Reparatur der Antenne, Rigg begutachten) hier bleiben und dann wieder zum Musket Cove Resort segeln und anschließend die Yasawas besuchen.  

Die Yasawa Inselgruppe hat uns sehr gut gefallen. Die weißen Sandstrände sind wunderschön und das Wasser ist kristallklar. Es waren nicht sehr viele Segelboote unterwegs - vielleicht doch schon etwas entlegen. Wir haben vor den Resorts geankert und waren regelmäßig (nach vorheriger Anmeldung in der Rezeption - weder an der Bar noch im Restaurant wird Bargeld genommen) am Abend essen. Das Personal ist sehr entgegenkommend und gut geschult. Alles läuft sehr entspannt ab. Hektik oder Burn out kennt man hier nicht. Auf den Inseln gibt es, mit Ausnahme von Nanuya Lailai Island, wo es einen Shop für Basics beim Resort gibt, keine Einkaufsmöglichkeiten, Katzenfutter ohnehin nicht. Zwischen den Inseln bzw. den Resorts gibt es einen regen Fährenverkehr, da viele Touristen nur wenige Tage auf den einzelnen Inseln bleiben ("Inselhüpfen"). Die ganz Eiligen nehmen ein Wasserflugzeug. 

Will man auf einer Insel einen Ort besuchen, ist es üblich, zuerst dem "Chief" des Ortes einen Besuch abzustatten und ein Geschenk (Sevusevu) zu übergeben. Wir haben ein Fläschchen Rum (in Panama für solche Gelegenheiten gekauft) mitgebracht. Die Männer trinken zwar alle Kava, Alkohol wird aber gerne genommen. Wir waren bei einer Familie in ihrem Zuhause. Die "Häuser" haben zumeist nur einen einzigen Raum (20 - 30 m2), kein Fließwasser, man sitzt auf einer Matte in der Mitte des Raumes, gekocht wird im Freien. Wir waren überrascht und fragten uns, wie die Menschen, die in einem Resort arbeiten und den westlichen Standard täglich um sich haben, mit diesem Kontrast umgehen. Vielleicht ist das auch ein Grund, dass es in den Resorts kein Bargeld gibt (es ist ein Unterschied, ob man das Geld in den Händen hält oder nur die Zahlen auf einer Menü- oder Getränkekarte liest). 

Am 16. September 2019 nehmen wir Abschied von Fidschi und segeln nach Vanuatu. 

Vanuatu

Ursprünglich wollten wir nur zwei Wochen in Vanuatu bleiben und vor allem den aktiven Vulkan Yasur auf der Insel Tanna erleben. Geblieben sind wir vom 20. September bis 24. Oktober, die meiste Zeit in Port Vila, der Hauptstadt. Allerdings nicht ganz freiwillig. Die Einreisebedingungen für Neukaledonien für Felix waren extrem aufwändig und der anfängliche Kontakt mit der offiziellen Stelle in Neukaledonien war sehr mühsam. Erst als man merkte, dass wir nicht locker lassen - im Internet wird einem nahegelegt, es mit einer Katze erst gar nicht zu versuchen - bekamen wir konkrete Angaben. Als wir und die Tierärztin in Port Vila dachten, alle Bedingungen seien erfüllt, wurde noch die Chlamydienimpfung verlangt (war ganz klein gedruckt und wurde übersehen, wird in Neuseeland nicht verlangt), die  2 x im Abstand von drei Wochen) zu verabreichen ist. Zuletzt klappte der Kontakt mit der Veterinär-Behörde in Neukaledonien per E-mail sogar recht gut. 

Neukaledonien

27. Oktober 2019: 

Die Überfahrt von Vanuatu nach Neukaledonien war extrem unruhig und konsumierend, aber wir sind froh, dass wir hierher gekommen sind und diesen Flecken Erde mitten im Pazifik nicht ausgelassen haben.  

Anfänglich hatten wir wegen der Quarantäne für Felix Bedenken, diese waren aber unbegründet. Er wurde gut betreut. Stanley, der Tierpfleger, schickte uns Fotos, auf denen Felix am Rücken liegt - was er nur tut, wenn er sich wohl fühlt - und wie er sich von ihm streicheln lässt. Das hatte uns sehr beruhigt. 

In der riesigen Lagune, die die Hauptinsel (ca. 400 km lang) umgibt, gibt es malerische Inseln und Riffe, die Tierwelt steht in weiten Bereichen unter Schutz und ist beeindruckend in ihrer Artenvielfalt und ihrer Zahl, die Korallen sind gesund (keine Bleiche), das Wetter ist perfekt (viel Sonne, frühsommerliche Temperaturen, in der Nacht angenehm kühl), der Pazifik nicht zu kalt. 

Wir gehen fast täglich zum Markt, der nur vormittags (auch sonntags) offen hat, unmittelbar neben der Marina liegt und auf dem man fast alles bekommt (vor allem unglaublich viele fangfrische Fische, aber auch Obst und Gemüse, Baguette, dunkles Brot, etc.).    

Wir lieben die französische Küche - im Au P'tit Cafe in Noumea haben wir gestern mit Scott und Elena Abend gegessen - ein absolutes kulinarisches Highlight. Zur Auswahl gibt es 4 Hauptgerichte und 4 Desserts, die wöchentlich - in Abhängigkeit von der Produktverfügbarkeit - wechseln. Diese sind mit Kreide auf Standtafeln, die von Tisch zu Tisch getragen werden, geschrieben. 

Unser ursprünglicher Plan war, von Neukaledonien nach Australien zu segeln, was die gängige Route für Segler ist. Das ist wegen Felix nicht möglich. Die Australier haben noch restriktivere Einreisevorschriften für Hund und Katze als die Neuseeländer. Allerdings gibt es eine Regelung für Tiere, die aus Neuseeland (Kategorie 1 Land) kommen. Bedingung ist, dass Felix in Neuseeland importiert wird, mindestens 90 Tage in Neuseeland lebt und danach von Neuseeland nach Australien exportiert wird. Zum Ausstellen der Exportpapiere sind nur wenige Tierärzte in Neuseeland berechtigt. Mit dieser Vorgangsweise können wir die Quarantäne für Felix in Australien umgehen. In Australien gibt es nur eine Quarantänestation, die im Umland von Melbourne liegt. Nach Melbourne zu segeln ist keine Option für uns. 

Nächste Woche werden wir voraussichtlich Richtung Neuseeland ablegen. Es tut uns sehr leid, dass wir nicht länger bleiben können. Die drei Wochen, die wir länger in Vanuatu bleiben mussten, fehlen uns jetzt. Aber es wird Zeit - ab 1. Dezember rüstet man sich in Neukaledonien für die Zyklon-Saison. Wir könnten uns vorstellen, hier längere Zeit zu leben. 

21. November 2019: Gestern hat Felix eine für Neuseeland notwendige Therapie gegen interne und externe Parasiten bekommen - die Tierärztin war ausgesprochen hilfsbereit - und heute in der Früh mussten wir mit dem Taxi nach Paita - ca. 25 km von Noumea entfernt - fahren und von der Amtstierärztin das letzte noch ausständige Formular unterschreiben und stempeln lassen. 

Neuseeland

2. Dezember: Auf der Überfahrt von Neukaledonien nach Neuseeland hatten wir eine längere Flaute mit zum Teil spiegelglattem Wasser wie auf einem Gebirgssee. Ansonsten gab es, bis auf Probleme mit dem Unterliekstrecker gleich zu Beginn der Überfahrt, keine besonderen Vorkommnisse. 

22. Februar 2020: Wir nützten die Zeit der Quarantäne (10 Tage) von Felix und besuchten die Südinsel. Das Boot haben wir in der Marsden Cove Marina gelassen und sind nach Queenstown geflogen. Von dort haben wir Ausflüge zum Fjordland und zur Gletscherregion in den Südalpen gemacht. Die Südinsel hat uns sehr gut gefallen und wir sind froh, dass wir auch diesen Teil von Neuseeland gesehen haben.    

Auf der Nordinsel haben wir vorwiegend Gegenden besucht, die wir voriges Jahr nicht gesehen hatten und die Wochen sind rasch vergangen. Sehr ungewöhnlich für Neuseeland hat es heuer, bis auf wenige Stunden, nicht geregnet.    

24. März 2020: Es wird zunehmend kälter und seit ein paar Tagen gibt es täglich Regenschauer. Corona ist jetzt hier voll angekommen. Ab morgen gilt in Neuseeland Alarmstufe 4. Für 4 Wochen wird das öffentliche Leben komplett heruntergefahren. Schulen, Geschäfte, Betriebe, etc. werden geschlossen. Wir sitzen fest. Wir wollten uns noch auf einen anderen (preisgünstigeren) Hardstand verlegen, was nicht mehr möglich ist. Wir konnten heute einen Flug für den 9. April mit Qatar Airlines nach Wien buchen, aber wer weiß schon, was in zwei Wochen sein wird. Felix kann als "checked baggage" mit, was wir bis 48 Stunden vorher anmelden müssen. Im Internet ist das nicht möglich und telefonisch kommen wir derzeit nicht durch. Emirates und Thai fliegen nicht mehr. Auckland steht bis jetzt nicht auf der Heimflug-Liste des Außenministeriums. Die Botschaft in Canberra (Australien) hat uns kontaktiert (macht eine Bedarfserhebung) und wir haben unseren Wunsch auf Heimflug nach Wien deponiert. Das ganze ist eine Katastrophe. Hoffentlich bleiben wir gesund. 

25. März: Mit heute stellt die Marina ihren Betrieb ein. Das Office schließt zu Mittag und stellt auf Home Office um. Die Security bleibt besetzt, ebenso Müllentsorgung und Reinigung. Die Geschäfte und Fachbetriebe in der Marina waren zum Teil schon am Vormittag zu. 

28. März: Am Hardstand ist außer uns nur noch ein Boot bewohnt, das neben uns steht. Es ist eine beeindruckende 62 Fuß große Oyster eines jungen Briten (er wartet auf einen Ersatzteil aus Italien). Die anderen Boote am Hardstand überwintern hier und gehören vorwiegend Neuseeländern. Die Liegeplätze im Wasser sind ebenfalls vorwiegend mit neuseeländischen Booten voll. Die Bootseigner haben sich in ihre Häuser/Wohnungen zurückgezogen. Die Marina ist menschenleer und ungewohnt still, nur die Vögel hört man rufen. 

Der Wind mit über 20 Knoten ist ungemütlich kalt. Erwin hat unser Boot auf beiden Seiten mit Spanngurten an Betonblöcken gesichert. Wahrscheinlich nicht wirklich notwendig, aber es beruhigt.

30. März: Wir müssen unsere Crocodile für eine lange Abwesenheit vorbereiten. Wir hoffen, dass wir im Jänner 2021 zurückkommen und Anfang April weiter nach Australien segeln können. Die "to do"-Liste ist sehr lang. Ralph, der Chef von Marine Solutions hat angeboten, sich um die Bootsmotoren zu kümmern. Sie werden einmal im Monat gestartet und für 20 Minuten laufen gelassen. Ralph sorgt auch dafür, dass die Dieseltanks maximal gefüllt werden und ein Bakterizid dazugegeben wird. Bruce, unser neuseeländischer Freund, hat angeboten, einen Entfeuchter im Boot aufzustellen. Im Winter regnet es hier viel und ohne Entfeuchter besteht die Gefahr der Schimmelbildung. Er wird regelmäßig beim Boot vorbeischauen und ist der lokale Verbindungsmann.    

Leider ist es uns bis jetzt noch immer nicht gelungen, Felix auf den Flug zu buchen. Die E-Mails kommen zurück. Auch der flugtaugliche Transportbehälter für Felix ist noch nicht geliefert. Zum Glück hatten wir ihn schon vor dem Lockdown bestellt, denn ab dem 25. März dürfen nur noch essentielle Güter zugestellt werden. 

2. April: Bei Qatar Airlines sind wir jetzt endlich telefonisch durchgekommen. Felix ist "on request", aber noch nicht bestätigt. Am 5. April bekommen wir Bescheid. Der Transportbehälter für Felix ist auch schon überfällig.

3. April: Wir haben von der Botschaft in Canberra die Information bekommen, dass es einen Repatriierungsflug am 9. April nach Wien gibt. Wir haben uns nach längerer Überlegung dafür angemeldet und werden, wenn es klappt, den Qatar-Flug stornieren. Preislich sind die Flüge in etwa gleich, aber der AUA-Flug erscheint uns wegen Felix sicherer zu sein. Bei der AUA könnte Felix sowohl im Frachtraum als auch in der Kabine mitfliegen, bei Qatar nur im Frachtraum, wofür der Transportbehälter zwingend ist, den wir aber noch nicht geliefert bekommen haben.

5. April: Heute haben wir die Zusage für den Repatriierungsflug bekommen. Von Qatar gibt es das Angebot, den Flug aufgrund einer Flugplanänderung (der Aufenthalt in Doha wurde auf 12 Stunden verlängert) zu stornieren, was sich gut trifft.  

Wir haben in Erfahrung gebracht, dass wir Felix von Neuseeland exportieren (!) müssen und nicht einfach mit nach Hause nehmen können (tierärztliche Flugtauglichkeit, viele Formulare). Die zuständige Beamtin am Flughafen Auckland und das Team von "special cases" von der AUA waren ausgesprochen entgegenkommend, sodass wir am 8. April die Exportpapiere komplett hatten. Der Transportbehälter ist nach wie vor noch nicht geliefert. Felix wird in der Kabine mit uns fliegen. Am Karfreitag werden wir voraussichtlich um 9:20 in Wien sein.

9. April: Um 14 Uhr verlassen wir die Marina Richtung Flughafen. Vorher gab es noch ein paar Schreckminuten, weil wir Felix nirgends sehen. Zum Glück ist er nicht am Hardstand unterwegs, sondern hat sich hinter den Cockpitauflagen, die nun unter Deck gelagert sind, versteckt.  

Wir sind 4 Stunden vor Abflug (mindestens 3 Stunden wurden von der Botschaft empfohlen) am Flughafen und sind überrascht, dass wir fast die letzten sind. Der Check-in zieht sich über drei Stunden - der Flieger kommt aus Christchurch, dort kämpft man mit der Überbuchung. Frau Göschl vom Konsulat in Auckland ist vor Ort und von ihr erfahren wir, dass wir in der Economy Premium Class gebucht sind. Das beruhigt. 

Während des Fluges von Auckland nach Kuala Lumpur (9 Stunden), wo nur aufgetankt wird, ist Felix etwas unruhig, schläft dann aber während des Fluges von Kuala Lumpur bis Wien (13 Stunden) durch. Er ist sehr brav, muss er doch insgesamt 28 Stunden in seiner Transporttasche aushalten. Wir nehmen ihn abwechselnd auf den Schoß und streicheln ihn zu Beruhigung. 

Wien

10. April:

Pünktlich um 9:20 kommen wir in Wien an. Der Zoll winkt uns mit Felix durch, seine Papiere werden nicht einmal angeschaut und in Neuseeland haben sie sich solche Mühe damit gegeben. Die nächsten zwei Wochen müssen wir in Heimquarantäne verbringen. Wann wir wieder nach Neuseeland zu unserer Crocodile zurückkommen und weitersegeln können - wir werden sehen.

14. August:

Wir sind nun seit 4 Monaten in Wien. Unser neuseeländischer Freund Bruce kümmert sich um unser Boot in der Marina. Das ist für uns schon eine sehr große Beruhigung. Das wichtigste ist, dass der Entfeuchter funktioniert. Ohne Entfeuchtung würde der Schimmelbefall alles ruinieren. Alle Oberflächen würden schimmelig werden, Polster, Sitzauflagen und Textilien könnte man dann wegschmeißen. 

Die Volvo-Werkstätte hat die Dieseltanks randvoll gefüllt. Das ist notwendig, um Algenbildung in den Tanks zu verhindern. Die Motoren werden einmal zu Monatsbeginn gestartet und die Batterien werden kontrolliert.  

Unabhängig davon, dass das Boot gut versorgt wird, wollte Erwin im Oktober nach Neuseeland fliegen. Durch den coronabedingten unplanmäßigen Heimflug konnten einige Reparaturen und Pflegearbeiten nicht mehr erledigt werden. Da derzeit ein Einreiseverbot für Nichtneuseeländer besteht, hat Erwin bei der Immigration NZ um eine Ausnahmegenehmigung angesucht. Wir hofften, dass in einer Risikoabwägung die Behörde zu dem Schluss kommt, dass ein einzelner gesunder Segler  mit einem negativen Covid-19-Test und nach 14 Tagen Quarantäne keine gesundheitliche Gefährdung für die neuseeländische Bevölkerung darstellt. Zusätzlich sollte es sich positiv auf die Beurteilung auswirken, dass Erwin hauptsächlich auf unserem Boot mit Arbeiten beschäftigt sein würde. Weit gefehlt, das Ansuchen wurde abgelehnt, kein Einspruch möglich. Das ist eine herbe Enttäuschung. Wir hatten sehr gehofft, dass eine Einreise mit einem negativen Covid-19-Test und einer 14-tägigen Quarantäne möglich sein würde.

Das bedeutet für uns, dass wir für unbestimmte Zeit nicht zu unserem Boot können. Wir befürchten, dass das länger dauern wird. Hoffentlich gibt es bald eine verlässliche und international anerkannte Impfung, damit würde sich sehr vieles wieder zum Positiven ändern.

Unser Plan, im Jänner 2021 mit Felix gemeinsam nach Neuseeland zu fliegen und im April nach Australien weiter zu segeln, scheint nicht mehr realistisch zu sein.