Französisch Polynesien

16. Mai - 25. September

Französisch Polynesien, das Überseegebiet Frankreichs im Südpazifik, hat flächenmäßig in etwa die Größe von Europa. Dazu gehören die Marquesas, die Gambier Inseln, die Tuamotus, die Gesellschaftsinseln und die Austral Inseln. Sie sind alle vulkanischen Ursprungs in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, von steilen Bergen bis zu flachen Atollen mit Lagunen.

Marquesas

Die Marquesas (12 Inseln, davon 6 bewohnt) liegen im Nordosten von Französisch Polynesien, knapp südlich des Äquators. Obwohl ziemlich abseits gelegen, wurden sie vor allem durch den Schriftsteller Hermann Melville und den Maler Paul Gaugin (letzterer lebte lange Zeit auf den Marquesas und ist auch hier begraben) zum Inbegriff des von westlichen Konventionen freien Südseeparadieses. Die Marquesas waren ursprünglich dicht besiedelt. Die Bevölkerung wurde jedoch durch eine Pockenepidemie nahezu ausgelöscht. 

Nuku Hiva

16. - 27. Mai 

21 Tage und 21 Stunden waren wir von der Isla Isabela (Galapagos) zu den Marquesas unterwegs. Die ersten drei Tage hatten wir wenig Wind - wie es in Äquatornähe zu erwarten war -  und mussten oft stundenlang motoren. Bei etwa 5 Grad Süd setzte der Passat aus Südost ein und blieb uns für die gesamte Überfahrt erhalten. Wir segelten bis zu 185 Seemeilen in 24 Stunden, so schnell waren wir bisher noch nie unterwegs. Manches Mal war es uns (mir) fast zu schnell. Unser Katamaran ist bei 3 - 4 Meter hohen Wellen und 7 bis 9 Knoten Bootsgeschwindigkeit sehr laut und unruhig, insbesondere unten in den Rümpfen. Schlafen konnten wir nur, wenn wir schon sehr müde waren. 

 

 

 

Wir haben während der 3119 Seemeilen (ca. 5780 km) nur drei beleuchtete Fischerboote meilenweit entfernt (in der Nach) gesehen. Sonst nur Wasser und Wellen, keine Delphine, keine Wale, Seevögel nur ganz wenige. Gegen Ende hatten wir Neumond und beim phantastischen südlichen Sternenhimmel konnten wir noch den Horizont erkennen. Zum Glück wurden wir von Squalls (lokale Gewitterstürme) verschont. 

Sehr schön war die Ankunft auf Nuku Hiva. Die Ansteuerung der Bucht Taiohae war wirklich einfach, wir suchten uns in der gut besuchten Bucht einen Platz aus, ließen den Anker fallen und dann für das erste Mal nach drei Wochen Ruhe, Ruhe, totale Ruhe, ein wahrer Genuss.

Wir genießen hier die wunderschöne Bucht mit der herrlichen Bergkulisse. Zum Frühstück gibt es französischen Käse, traumhafte Mangos und Baguette. Am Pier können wir von den Fischern täglich frischen Fisch (z.B. 2.5 kg Thunfischfilet um 10 USD) kaufen. Die Menschen sind freundlich und wir fühlen uns hier sehr wohl.

 

Auf der Insel leben nur ca. 3000 Menschen. Durch den vulkanischen Ursprung weist die Insel ein ausgeprägtes Relief auf. Typisch sind die sehr steilen, üppig bewachsenen Berghänge und Bergkämme, die unterschiedliche Regionen zur Folge haben. Nur zwei Straßen erschließen die Insel.  

 

Die Querung der Bergkämme bedingt sehr steile und zahlreiche Serpentinen, die zumeist nur im 1. Gang befahrbar sind.

 

Auf der Straße Richtung Norden der Insel haben wir wunderschöne Ausblicke auf die charakteristischen, schroffen Felsen.

 

 

Die zahlreichen archäologischen Stätten, die überall auf der Insel zu finden sind, zeugen von der ursprünglich dichten Besiedlung der Insel und den großen gemeinschaftlichen Leistungen der Polynesier  in einer Kultur ohne Metalle und Lasttiere. 

 

Im Nordwesten der Insel gibt es ein Hochplateau, das verblüffend an eine österreichische Alm erinnert. Hier gibt es keine Palmen, sondern dichte Föhrenwälder und Wiesen mit Kühen, Schweinen und wild lebenden Pferden. 

 

Es ist deutlich kühler als an der Küste. Die Insulaner besuchen dieses Gebiet gerne zur Erholung.  

27. Mai: Heute segeln wir nach Ua Pou und bleiben dort nur kurz, dann geht es weiter nach Tahiti ('nur' rund 800 Seemeilen). 

Ua Pou

27. - 29. Mai

Nach nur 30 sm finden wir glücklicher Weise in der Hakahau Bay - es ist bereits kurz vor Sonnenuntergang - noch einen Ankerplatz. Es ist eine sehr kleine Bucht mit einem Pier auch für größere Schiffe und dem Ort Hakahau. Hinter dem Wellenbrecher sind wir gut vor dem Schwell des Südpazifiks geschützt. Die die Bucht umgebenden, unmittelbar steil aufragenden Vulkankegel sind überwältigend. In der Boulangerie gibt es nicht nur frische Baguette und herrliche Zimtschnecken, sondern auch ausgezeichnetes Essen auf einer kleinen Terrasse serviert und die Möglichkeit, ein Auto zu mieten.  

 

Wie auf Nuku Hiva kann die Insel nicht umrundet werden. Es gibt zwei sehr kurvenreiche, steile, überwiegend nicht befestigte Straßen in gegensätzlicher Richtung, die auf die Bergkämme hinauf und wieder hinunter führen und wunderbare Ausblicke auf die Buchten und die Felsformationen bieten. 

 

Ua Pou ist wesentlich trockener als Nuku Hiva, deshalb gibt es auch hier keinen wildwuchernden, üppigen Dschungel auf den Berghängen.

 

Am 29. Mai beim Frühstück im Cockpit sitzend überlegen wir, ob wir noch einen weiteren Tag vor dem nächsten größeren Schlag bleiben wollen. Die Entscheidung fällt, nachdem von uns unbemerkt und leise ein großes Passagier-Versorgungsschiff praktisch vor unserer Nase am nahen Pier angelegt hat. 

 

Zu Mittag lichten wir den Anker und nehmen Kurs auf das Tuamotu-Atoll Fakarava. Wir wollen doch nicht direkt nach Tahiti, sondern einen Zwischenstopp auf Fakarava einlegen, das am Weg liegt und ganz toll zum Tauchen sein soll.

Tuamotu-Archipel

Außer einer einzigen sind die 79 Inseln des Archipels Atolle mit Lagunen, wovon nur etwa die Hälfte (spärlich) besiedelt ist. Während die Marquesas die jüngsten durch Vulkantätigkeit entstandenen Inseln sind, sind die Tuamotu-Inseln entwicklungsgeschichtlich sehr alt. Die vulkanischen Berge sind im Laufe der Zeit abgesunken und die nun flachen Inseln werden von einem Riff umgeben, das Durchlässe, sogenannte Pässe hat, durch die der Austausch des Wassers in der Lagune mit dem umgebenden Pazifik erfolgt. In diesen Pässen kann es bei Ebbe und Flut zu starken, sehr gefährlichen Strömungen kommen. Das Passieren sollte nur bei Stillwasser erfolgen. 

 

Die Fische auf den Tuamotus sind häufig mit dem Korallengift Ciguatera belastet, das u.a. schwere Nervenschäden verursacht. Die Korallenfische und die Fische, die sie fressen, haben wir deshalb von unserem Speiseplan gestrichen. Die Einheimischen wissen zwar, welche Fische genießbar sind, wir wollen uns aber nicht darauf verlassen.

Fakarava

2. - 11. Juni 2018

Mit halbem Wind und Südostpassat segeln wir sehr zügig mit knapp 6 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit von Ua Pou Richtung Fakarava. Nach ca. 500 Seemeilen lässt der Wind bis zur völligen Windstille nach und wir müssen motoren. Zum Glück ist es nicht mehr weit.

 

Am späten Nachmittag des zweiten Tages Fischalarm! Ein großer Barrakuda hat zu unserer Freude angebissen. Er schmeckt uns dreien ausgezeichnet und reicht für drei Mahlzeiten. 

 

Wir berechnen unsere Fahrtgeschwindigkeit so, dass wir den Nordpaß der Lagune bei Ebbe Stillwasser erreichen und nicht davor warten müssen. Die Einfahrt in den Paß ist gut betonnt und einfach (wir haben es schon ganz anders in der Südsee erlebt).

 

Nach 532 Seemeilen und 95,5 Stunden ankern wir in der riesigen, ca. 70 x 20 km großen Lagune im Norden des Atolls vor dem kleinen Ort Rotoava. Es liegen ca. 30 Boote vor Anker. Das Wasser ist ruhig und von tiefblau bis helltürkis gefärbt. In Ufernähe sehen wir viele Korallenstöcke, die zum Teil nur knapp unter der Wasseroberfläche liegen. Südseefeeling kommt auf. 

 

Wir machen Tauchgänge im Paß, die uns sehr gut gefallen. Wir sehen viele Haie aus nächster Nähe, einige in einer Höhle ruhend, einen großen Barrakudaschwarm und viele bunte Fische, die ganz nahe an uns heran kommen und überhaupt nicht scheu sind. 

 

Vor der Weiterfahrt nach Tahiti waren einige Tage am Südpaß geplant, den wir leider wetterbedingt (Wind aus Süden, hohe Wellen, zu starke Strömung) weder betauchen noch passieren können. 

Gesellschaftsinseln

Der Archipel umfasst 14 Inseln bzw. Atolle mit Lagunen, die zwei Gruppen bilden. Die östlichen (dem Wind zugewandte) und die westlichen (dem Wind abgewandte) Inseln. Etwa die Hälfte der Einwohner des Archipels lebt auf Tahiti, davon die überwiegende Anzahl in Papeete (ca. 140.000), der Hauptstadt Französisch Polynesiens.  

Tahiti

13. Juni - 23. Juni

Nach 295 Seemeilen und 53 Stunden erreichen wir am späten Nachmittag die Marina Taina, die etwas außerhalb von Papeete im Westen Tahitis gelegen ist. 

 

Bevor man in den Paß zur Lagune einfährt, muss man von der Papeete Port Control die Einfahrerlaubnis einholen. Papeete hat einen stark befahrenen Handelshafen (Fähren, große Schiffe) und auch innerhalb der Lagune bleibt man wegen der nahen Landebahn des Flughafens in Funkkontakt. 

 

Das Fahrwasser vom Hafen bis zur Marina Taina - Chenal Faaa - ist gut betonnt und ca. 5 sm lang. 

 

Die Marina Taina ist voll, aber nach drei Tagen können wir eine Boje von der Marina haben. 

 

Vor und neben der Marina ist ein riesiges Anker- und Bojenfeld (davon viele private Bojen), in dem einige hundert Segelboote liegen. 

 

Die Marina bietet Möglichkeiten für Bootsreparaturen, hat zwei Restaurants und Tauchbasen und ein großes Einkaufszentrum mit einem Carrefour ganz in der Nähe. 

18. Juni: Heute kommt Stefan auf Besuch! Er wird zwei Wochen bei uns bleiben. Wir freuen uns sehr. 

Mit einer Tiramisu-Torte feiern wir Stefans Geburtstag nach. Die nächsten Tage verbringen wir mit Tauchen und sehen unsere ersten Zitronenhaie. Die sind wirklich groß.  

 

Vom 22. bis 24. Juni nehmen wir am Tahiti - Moorea Rendezvous teil. Das ist eine jährliche Veranstaltung mit einer Regatta von Tahiti nach Moorea und einem sehr attraktiven Rahmenprogramm. 57 Segelboote sind am Start. Wir sind die einzigen aus Österreich - in der Teilnehmerliste steht leider 'Crocodile aus Australien'.

Moorea

23. - 30. Juni

Moorea, die kleine Schwester von Tahiti, liegt nur ca. 15 Seemeilen in westlicher Richtung von Tahiti entfernt, eine kleine, sehr bergige und grüne Insel mit einer Lagune, auf der ca. 17.000 Menschen leben.

 

Auf Grund des schwachen Windes wird die Regatta vor der Hafeneinfahrt von Papeete mit einem fliegenden Start (mit Motorunterstützung) begonnen. 2/3 der Strecke haben wir ca. 10 - 12 Knoten Wind und segeln auf Halbwindkurs dahin. Leider wird der Wind vor Moorea dann noch schwächer. Es ist ziemlich mühsam. Einige Boote geben auf und fahren mit Motor weiter. Wir halten durch und landen im Mittelfeld. 

 

Polynesische Tanzgruppen, spaßige Wettkämpfe, gutes Essen und eine ausgezeichnete Stimmung machen das Tahiti - Moorea Rendezvous zu einem tollen Event. Es wurde nicht zu viel versprochen. 

 

Stefan und Erwin nehmen am Wettrennen mit Auslegerbooten teil. Auf der Geraden ist ihr Boot am schnellsten, bei der Wende geht der Vorsprung dann leider verloren - ist doch nicht so einfach - macht aber enormen Spaß. 

Wir liegen in der Cooks Bay vor Anker, einer traumhaften Bucht mit kristallklarem Wasser. Wir gehen viel Tauchen, sehen jede Menge Schwarzspitzenhaie, regelmäßig Zitronenhaie und Schildkröten.

 

Nach einigen Tagen verlegen wir uns in die 5 sm entfernte Opunohu Bay. Auch diese Bucht ist wunderschön. Wieder tauchen wir mit Moorea Blue Diving - Diane und die Tauchguides sind ausnehmend freundlich und kompetent. Wir werden entweder mit dem Auto vom nahen Strand abgeholt oder direkt von unserem Boot, was besonders bequem ist, weil wir nur in das Tauchboot hinüber steigen müssen. Am Abend probieren wir die lokale Küche - besonders gut schmecken uns die Vorspeisen mit rohem Fisch (z.B. Poisson Cru - roher Fisch mariniert mit frischem Limettensaft und Kokosnußmilch). Sehr angetan waren wir vom Yellow Lizard, einem kleinen, sehr charmanten Restaurant im kleinen Ort Haapiti.  

Tahiti

30. Juni - 11. Juli

Am 30. Juni zu Mittag fahren wir wieder nach Tahiti zurück, diesmal in die Marina Papeete, die im Stadtzentrum von Papeete liegt. Der Feuerlauf am Abend, der im Mahana Park stattfindet und von dem wir uns viel erwartet haben, ist eine Enttäuschung. Nach einer Zeremonie der Tahua werden die Zuschauer eingeladen, dem Priester über die heißen Steine zu folgen, die angeblich bis zu 2000 Grad an der Oberfläche haben können. Viele Zuschauer, auch Kinder, gehen über die Steine. Wir haben darauf verzichtet.

2. Juli: Heute fliegt Stefan wieder zurück nach Wien. Sein Urlaub ist leider viel zu rasch vorbei. Wir genießen noch einmal weißen Thunfisch vom nahen Markt und lassen den Tag entspannt ausklingen. 

Wir bleiben noch bis 8. Juli in der Marina Papeete, besuchen das Heiva Festival, besichtigen einige Sehenswürdigkeiten auf der Insel und essen am Abend auf einem Platz auf der Uferpromenade, auf dem am Abend Wagons (sogenannte Roulettes) aufgestellt werden, in und vor denen gekocht, gebraten und gegessen wird.

 

Das Heiva Festival, ein Wettbewerb, den es schon seit 137 Jahren gibt, findet vom 4. - 21. Juli in Papeete statt. Traditionelle Tanz- und Singgruppen aus den verschiedenen Regionen Französisch Polynesiens nehmen daran teil. Es gibt täglich Vorstellungen, die von 6 Uhr abends bis kurz vor Mitternacht dauern. Wir besuchen zwei Vorstellungen, die schon Wochen vorher fast ausverkauft waren. Das Publikum ist zu zwei Drittel polynesisch, die jeweiligen Favoriten werden lautstark angefeuert, die Stimmung ist ansteckend, auch wenn wir nichts von dem verstehen, was gerufen wird. Die Kostüme sind wunderschön, phantasievoll und bunt. Eine Tanzgruppe besteht aus 150 - 200 Tänzerinnen und Tänzern und einigen Solotänzern. Es wird viel Haut gezeigt, die Tänzerinnen wackeln geschmeidig mit den Hüften, die Tänzer gebärden sich wild und kämpferisch. Eine Augenweide. 

 

Am 8. Juli verlegen wir uns zur nur ca. 5 Seemeilen entfernten Marina Taina. Wir wollen im nahe gelegenen Carrefour noch einkaufen, bevor wir wieder nach Moorea segeln. 

 

Vor der Marina Taina nehmen wir die einzig freie Marina-Boje auf. Glück gehabt - dachten wir. Da es immer wieder heftig regnet, verschieben wir das Einkaufen auf den nächsten Tag. 

 

Wir sitzen gerade im Cockpit und bedauern die vorbeifahrenden  Segler, die im Regen und Wind - er hat ziemlich aufgefrischt - eine freie Boje oder einen Ankerplatz suchen als wir bemerken, dass die Boote um uns herum ganz andere sind als beim Anlegen an der Boje. Ein zweiter Blick und uns ist klar, dass wir nicht mehr an der Boje hängen.

 

Dann geht alles rasend schnell. Der Wind hat auf über 30 Knoten zugenommen und wir driften gefährlich schnell mit dem Heck in Richtung Bug eines schönen, großen Einrumpfbootes - der Besitzer ist bereits gestikulierend an Deck. Ich starte die Motoren und Erwin schreit noch 'gib Gas!' zu mir, erwischt geistesgegenwärtig und in allerletzter Sekunde den auf ihn zukommenden Bugsprit des fremden Bootes und kann es so noch seitlich wegdrücken. Es kommt zu keiner Berührung der beiden Boote - es ging um wenige Zentimeter - das war mehr als knapp!

 

Frierend bei Regen und Sturm und einbrechender Dunkelheit suchen wir einen Platz zum Ankern. Das ist alles andere als einfach, da das Bojen- und Ankerfeld voll ist. 

 

Nachdem alles vorbei ist, wird uns klar, wie viel Glück wir hatten. Wir wollen uns gar nicht ausmalen was passiert wäre, wenn wir nicht im Cockpit oder nicht an Bord gewesen wären (mehrere fremde Boote und das eigene beschädigt und/oder am Riff....). Die Nacht mit Ankerwache ist mit Wind bis 42 Knoten in den Böen sehr unruhig und wir bereuen, nicht in der gut geschützten Marina Papeete geblieben zu sein.

 

Unsere Fehleranalyse: 

Wir haben uns vor der Abfahrt aus der Marina Papeete nicht das aktuelle Wetter angeschaut. Wir wollten es zwar in der Früh herunterladen, doch der Empfang hat nicht funktioniert. Wir haben dann darauf verzichtet, da uns die Situation bei der Marina Taina bekannt war und sie nur ca. 5 Seemeilen entfernt und innerhalb der Lagune liegt. Die Boje hat unverdächtig ausgeschaut, eine genaue Inspektion (nur durch Betauchen möglich) haben wir aber nicht vorgenommen. Vom starken Wind und Regen wurden wir überrascht.

Moorea

11. - 24. Juli

Dieses Mal ankern wir in der Vaiare Bay, die im Osten der Insel gelegen ist, da wir Segelutensilien von Panama für einen Segler, der in der Marina Vaiare liegt, mitgenommen haben. Wir lernen Walter und seine Familie von der Kalani kennen. Ganz liebe Grazer.

 

Nur wenige Boote ankern in der Bucht, die von malerischen Bergen umgeben ist, die zum Wandern einladen. Das Wasser ist kristallklar. Immer wieder sehen wir Rochen um unser Boot schwimmen. 

Wir besuchen das Lagunarium am nahe gelegenen Motu. Zweimal am Tag gibt es eine Fütterung unter Wasser, bei der man gegen Bezahlung schnorchelnd zuschauen kann. 

 

Eine große Zahl an Rochen, Schwarzspitzenhaien und bunten Fischen werden aus der Umgebung durch das Futter angelockt. Das ganze Spektakel dauert ca. eine Stunde, ist zwar ziemlich touristisch aufgezogen, aber trotzdem sehenswert. Wir sind insbesondere den Rochen ganz nahe, könnten sie sogar streicheln. Die Tiere haben sich an die vielen Menschen im Wasser offenbar gewöhnt - und kommen letztlich freiwillig zum bequem verfügbaren Futter.

Leider haben wir Pech mit dem Wetter. Seit einigen Tagen ist es bewölkt, windig und es regnet viel. Am Abend und in der Nacht ist es kühl. Kaum zu glauben, aber wir haben eine Sommersteppdecke ausgepackt! Man darf halt nicht vergessen, dass derzeit auf der südlichen Halbkugel 'Winter' ist. Im August soll es wieder besser werden.

19. Juli: Endlich scheint wieder etwas die Sonne. Wir machen eine Wanderung zum Wasserfall nahe dem Ort Afareaitu. Der Weg im Wald ist zwar sehr rutschig, aber nicht zu steil. Die Bewegung tut uns richtig gut.

Am 24. Juli am Abend verlassen wir Moorea in Richtung Nord-Westen. Unser nächstes Ziel ist die 95 Seemeilen entfernte Insel Huahine.  

Huahine

25. Juli - 12. August

Die Überfahrt von Moorea hat 20 Stunden gedauert. Zu Mittag lassen wir den Anker in der Lagune vor Fare, dem Hauptort der Insel, fallen. 

Huahine besteht aus einer größeren (Huahine Nui) und einer kleineren (Huahine Iti) Insel, die durch eine Brücke miteinander verbunden und von einer gemeinsamen Lagune umgeben sind. Entwicklungsgeschichtlich ist Huahine eine alte Insel, die aus drei Vulkaneruptionen entstanden ist. 

 

Sanfte, sattgrüne Hügel (die höchste Erhebung ist nicht ganz 700 m hoch) und eine sehr üppige Vegetation prägen das Landschaftsbild. Die Menschen, es leben ca. 6500 auf der Insel, sind entspannt und freundlich.  

 

26. Juli: Wir machen eine Inselrundfahrt. Nur selten kommt uns ein Auto entgegen. Wir besuchen die archäologischen Stätten, die einzige Perlenfarm auf der Insel, eine Vanillefarm, die Heiligen Aale mit ihren blitzblauen Augen und ein Pareo-Atelier. Wir kaufen einen handbemalten Pareo für Erwin, inzwischen sein Lieblingsbekleidungsstück am Boot. Hoffentlich halten die Farben.

 

28. Juli: Zu Mittag segeln wir innerhalb der Lagune zu dem 5 Seemeilen entfernten Ankerplatz Hana Iti. Hier gibt es einen kleinen Strand mit weißem, feinem Sand. Unmittelbar dahinter beginnt der Urwald mit mächtigem Bambusgehölz, riesigen Bäumen, Pflanzen mit farbenprächtigen Blüten und einem dichten Blattwerk. Durch dieses Dickicht führt ein Pfad auf einen Felsen, von dem wir einen traumhaften Blick auf die Lagune haben. Hier - quasi ein Gipfeltreffen der Erwins - lernen wir Erwin aus Niederösterreich und seine Frau Lambrini von der Sagitta persönlich kennen (ihre Homepage kannten wir schon). Sie sind schon einige Jahre unterwegs. 

 

31. Juli: Heute fahren wir innerhalb der Lagune zur Avea Bay. Sie ist nur 3 Seemeilen weiter südlich gelegen. Auch hier gefällt es uns ausnehmend gut. Wir ankern vor dem Mahana Resort, das als seglerfreundlich beschrieben ist.  

 

Für die nächsten drei Tage ist Schlechtwetter mit viel Regen und Wind angesagt. Von den Einheimischen hört man, dass so schlechtes Wetter - auf Moorea hatten wir zuletzt auch viel Wind und Regen - in dieser Jahreszeit (obwohl jetzt hier 'Winter' ist) ungewöhnlich ist. Die Vorhersage trifft nicht ganz ein. Es gibt zwar häufig Regenschauer in der Nacht, tagsüber ist es durchwegs sonnig, wenn auch windig. So haben wir immer ein schön sauberes Deck.

 

 

Eine wegen der hohen Luftfeuchtigkeit ziemlich schweißtreibende Wanderung durch einen schattigen Wald belohnt uns mit einem phantastischen Blick auf die unter uns liegende Lagune. 

 

 

Die Avea Bucht ist nicht nur wunderschön und ruhig, sondern auch sehr angenehm bzw. bequem: am Strand gibt es das Restaurant vom Mahana Resort mit einem Dinghy-Steg und nur wenige Meter weiter, ebenfalls am Strand, das Restaurant Chez Tara. In beiden ist das Essen gut und ab 17:30 Uhr gibt es Happy Hour. 

 

5. August: Im Restaurant Chez Tara wird heute zu Mittag Ma'aTahiti geboten. Das ist die traditionelle polynesische Küche, bei der Fleisch, Fisch und Gemüse über viele Stunden in einem Erdloch über heißen Kohlen, eingewickelt in Palmenblättern, gut zugedeckt gegart wird. Im Beisein der Gäste wird das Herausheben und Öffnen gekonnt zelebriert. Das so Gegarte ist sehr zart und saftig. Es schmeckt auf jeden Fall viel besser, als es aussieht. 

11. August: Heute müssen wir leider von Walter, Eva und Kian Abschied nehmen. Sie müssen wieder zurück nach Österreich und uns zieht es weiter Richtung Westen. 

 

12. August: Nach dem Frühstück verlassen wir Huahine und segeln zur ca. 25 Seemeilen entfernten Insel Raiatea. Wir haben fast nur raumen Wind mit 15 Knoten und setzen den Gennaker. Die Überfahrt ist angenehm.  

Raiatea

12. - 26. August 

Raiatea ist die drittgrößte Insel Französisch Polynesiens (nach Tahiti und Nuku Hiva), ca. 130 Seemeilen von Tahiti entfernt. Raiatea gehört zu den Wind abgewandten (Leeward Islands), westlichen Inseln des Gesellschafts-Archipels. Ihre Lagune dehnt sich bis zur nahe gelegenen Insel Tahaa aus und ist sehr breit mit mehreren kleinen Motus. Die Insel, auf der ca. 13.000 Menschen (überwiegend Fischer und Bauern) leben, ist sehr grün und hügelig.  

 

Unser erster Stop ist die Upapa Bay auf der Westseite der Insel. Wir ankern vor der Marina Carenage. In der angeschlossenen Werft ist viel Betrieb und hier ist praktisch die letzte Möglichkeit in Französisch Polynesien, Arbeiten für das Boot machen zu lassen. Wir lassen nach mehr als einem Jahr und ca. 5000 Seemeilen das Rigg checken und auch sonst gibt es vor den nächsten großen Schlägen noch einiges am Boot zu tun. 

 

Der Ankerplatz ist sehr angenehm und ruhig mit Blick auf Tahaa und Bora Bora. Uturoa, der Hauptort der Insel - auch administratives Zentrum der Leeward Islands - ist nur wenige Minuten mit dem Taxi entfernt. 

 

Regelmäßig in der Früh und am späten Nachmittag gibt es eine wilde Jagd unter und neben unserem Boot. Große, blaulilafarbene Nadelfische jagen Schwärme von kleinen Fischen. Es platscht und spritzt rund um das Boot.  Für Felix eine sehr interessante Abwechslung. 

25. August: Wir besuchen die ca. 1000 Jahre alte archäologische Stätte Marae Taputapuatea, die seit dem vorigen Jahr zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Taputapuatea ist eine der größten Marae in Französisch Polynesien und gilt als Herz der ostpolynesischen Religion und Mythologie. Hier wurden religiöse, politische und gesellschaftliche Zeremonien (auch Menschenopfer sind überliefert) abgehalten, die weit über die Region hinaus großen Einfluss hatten.  

 

Der Überlieferung nach war Raiatea die erste besiedelte Insel im Zentralpazifik und die Ausbreitung der Polynesier auf den Pazifik begann von Raiatea aus. 

 

In Zeremonien wurden polynesische Siedler, bevor sie sich mit ihren Outrigger Booten über den Pazifik Richtung Norden nach Hawai und Richtung Südwesten nach Neuseeland auf den Weg machten, gesegnet. 

Innerhalb der gemeinsamen Lagune mit Raiatea segeln wir am 26. August zur Insel Tahaa. Es ist nur ein Katzensprung. 

Tahaa

26. August - 5. September

Tahaa, die kleine Schwester von Raiatea, ist eine sehr ruhige, beschauliche Insel mit ca. 5300 Einwohnern. Sie wird auch als Vanilla Island bezeichnet. Viele Motus - besonders im Norden und Westen - umgeben die Insel.

 

Die erste Nacht verbringen wir in der sehr einsamen Bucht vor dem Ort Haamene. Drei Boote (zwei unbewohnte Boote und wir) liegen vor Anker. Der Ort ist nett und die Leute sind freundlich. Nach dem Einkauf von Baguette und Bananen segeln wir weiter zum im Westen der Insel gelegenen Motu Tautau.  

 

 

Der Ankerplatz gefällt uns sehr gut. Wieder sehen wir in der Ferne die steilen, schroffen Erhebungen von Bora Bora - dieses Mal aber schon deutlich näher.

 

Wir schnorcheln, indem wir uns mit der Strömung zwischen zwei Motus über die Korallenstöcke treiben lassen. Viele bunte und sehr zutrauliche Fische sind um uns herum. Von Walter wissen wir, dass man die Fische hier füttern kann. Leider haben wir das vorbereitete Brot am Boot vergessen.  

29. August: Für die nächsten Tage ist starker Wind mit über 25 Knoten und häufiger Regen angesagt. Wir verlegen uns deshalb in die gegenüber dem Motu Tautau befindliche besser geschützte Bucht Tapuamu.

 

 

Den Geburtstag von Erwin feiern wir bei einem sehr stimmungsvollen Dinner im Le Taha'a Resort auf dem Motu Tautau. Zum Glück verfügt das Resort über ein Wassertaxi vom Ort Tapuamu zum Motu, denn Wind und Wellen sind heftig. Mit unserem Dinghy hätten wir es sehr schwer gehabt und wären pitschnass geworden. 

 

 

In Tapuamu besuchen wir eine Rum Destillerie. Es ist ein kleiner Betrieb - etwa ein halbes Dutzend Leute arbeiten hier. Die lokal angebauten Grundstoffe Zuckerrohr und Kokosnüsse werden zu den  höherwertigen Produkten Rum und verschiedenen Ölen verarbeitet. Der Herstellungsprozess ist 1 A biologisch und arbeitsintensiv. Obwohl bei uns Rum fast ewig hält, kaufen wir eine Flasche und einige Öle für die Haut und zum Kochen, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen ; -).      

Wie vorhergesagt, regnet es viel und der Wind bläst mit über 20 Knoten, in den Böen mit 30 Knoten und mehr. Sogar Schaumkronen gibt es - und das in der Lagune! Der Anker hält. Immer mehr Boote kommen in die schützende Bucht. Wenn hin und wieder der Regen etwas Pause macht, nützen wir das für Spaziergänge. Es gibt einen ca. 5 km langen, fast ebenen  'Rundwanderweg' durch den üppigen Urwald und an Feldern vorbei, der uns wegen seiner abwechslungsreichen Vegetation gut gefällt.

Es liegen Äste und vor allem Kokosnüsse auf dem Weg. Also aufpassen und hinaufschauen, damit uns keine (aus 20-30 m) auf den Kopf fällt. Nach 5 Tagen lassen Regen und Wind allmählich nach.

3. September: Am späteren Nachmittag fahren wir in die nächste Bucht (Hurepiti). Wir haben für morgen die ethnobotanische Tour von Alain Plantier (ein ehemaliger französischer Weltumsegler, der sich vor mehr als 30 Jahren in der Hurepiti Bay niedergelassen hat), gebucht. Eine Boje ist für uns reserviert - sehr angenehm.

Die Hurepiti Bay liegt gegenüber dem Pass, durch den wir, wenn wir nach Bora Bora segeln, hinausmüssen. Beim Vorbeifahren sehen wir eine gestrandete Yacht auf dem Riff liegen. Das ist traurig.

4. September: Die ethnobotanische Tour dauert 5 Stunden und gefällt uns sehr gut. Wir umrunden mit dem Geländewagen nahezu die ganze Insel und erfahren eine Menge über Pflanzen. Noah, dem Sohn und Nachfolger von Alain Plantier macht es sichtlich Freude, uns vor allem die 'nützlichen' Pflanzen seiner Heimat näher zu bringen. Er ist eigentlich Flugzeugingenieur und hat sich nach 10 Jahren in Europa für das einfache Leben auf Tahaa entschieden.

5. September: nach dem Frühstück verlassen wir Tahaa und segeln weiter Richtung Westen nach Bora Bora. Die verunglückte Yacht beim Pass ist inzwischen vom Riff abtransportiert worden. Wir haben erfahren, dass es Italiener waren, die zu nahe an das Riff gekommen sind und dann durch eine Welle auf das Riff gehoben wurden. Leider gab es auch Verletzte mit schweren Hautabschürfungen und Knochenbrüchen.

Bora Bora

5. - 25. September

Wir haben deutlich mehr Wind als in 4 Prognosen vorhergesagt (20 Knoten und darüber statt rund 10 Knoten) und segeln die 26 Seemeilen mit halbem Wind zügig (maximale Geschwindigkeit 7,5 Knoten) nach Bora Bora. Die Welle von der Seite ist mit ca. 3 m Höhe wenig angenehm.

 

Wir liegen vorerst vor der Marina Maikai (hier gibt es nur Bojen) in der Nähe vom Hauptort Vaitape. Kaum haben wir davon gesprochen, dass wir schon länger keine bekannten Boote mehr gesehen haben, legt Bill, den wir zuletzt in der Shelter Bay Marina in Panama getroffen gatten, mit seinem Dinghy bei uns an. Die Wiedersehensfreude ist groß. Er hat viel zu erzählen. Leider auch, dass vor einigen Tagen er und zwei andere Boote vor der Marina in der Nacht bestohlen wurden (Dinghy und Außenborder sind weg).

Wir waren bereits von Walter vorgewarnt, der hier vor einigen Monaten einen Dieb auf seinem Boot überraschte. Das bedeutet eine ziemliche Umstellung für uns, da wir uns bis jetzt in Französisch Polynesien sehr sicher gefühlt haben und Diebstähle praktisch unbekannt waren. Ab jetzt heißt es Dinghy und Außenborder gut sichern und im Cockpit nichts liegen lassen.

 

Bora Bora ist ca. 170 Seemeilen von Tahiti entfernt und ist die berühmteste Insel des Gesellschafts-Archipels. Die riesige Lagune ist von einem breiten Riff umgeben und hat nur eine Öffnung (Pass). Die 9600 Einwohner leben fast ausschließlich vom Tourismus. Die Insel ist ziemlich flach - mit Ausnahme der beiden charakteristischen, steil aufragenden Erhebungen (um die 700 m), die schon von weitem zu sehen sind - auch von Raiatea und Tahaa. 

Bora Bora ist eine sehr alte Insel (ca. 7 Millionen Jahre) und entwicklungsgeschichtlich auf dem halben Weg von einer hohen Insel (z.B. Tahiti oder Raiatea, 2 - 3 Millionen Jahre alt) zu einem Atoll (Tuamotus, 10 - 40 Millionen Jahre alt). Die Inseln sinken etwa 2 mm im Jahr - das bedeutet, dass die beiden imposanten Erhebungen von Bora Bora in rund 350.000 Jahren in der Lagune verschwunden sein werden. Aber Atolle mit Lagunen sind ja auch sehr schön ;-).

 

Wir segeln innerhalb der Lagune in westlicher Richtung zum sehr schönen, langen Matira Strand und essen am Abend im berühmten Bloody Mary. Es ist ein stimmungsvoller Abend bei überraschend guter, nicht traditioneller Life Musik. 

 

Auf der östlichen Seite der Lagune segeln wir an mehreren Hotelanlagen vorbei, wobei wir den Eindruck haben, dass viele overwater bungalows leer stehen, obwohl jetzt Hochsaison ist. Wir besuchen das Lagunarium (schnorcheln mit Haien, Schildkröten und Rochen) und ankern in einer traumhaften und ruhigen Bucht, wieder mit einem schönen, langen Sandstrand. 

 

23. September: Wir wollen die Zyklonsaison in Neuseeland verbringen und werden deshalb nach etwas mehr als 4 Monaten Französisch Polynesien verlassen. Leider mit einem etwas bitteren Beigeschmack und etwas früher als geplant: Wir waren mit Felix beim Tierarzt, um die Tollwutimpfung und andere Impfungen für Neuseeland aufzufrischen. Das hätten wir nicht tun dürfen (Biosecurity Rules of French Polynesia). Felix war zwar in seinem verschlossenen Transportbehälter und hat keine Pfote auf Französisch Polynesischen Boden gesetzt, er hätte das Boot aber überhaupt nicht verlassen dürfen, was uns leider nicht bekannt war. Man hat uns informell geraten, so rasch wie möglich auszueisen, um einem Strafverfahren - Strafrahmen bis zu 6 Monate Gefängnis und Geldstrafe bis zu 35.000 USD (!) zu entgehen. Wir haben daraufhin sofort die Ausklarierungsunterlagen bei der Gendarmerie abgegeben (es dauert 24 Stunden, bis die Clearance von Tahiti kommt), haben die Tauchflaschen füllen lassen, vollgetankt und

 

haben uns noch einmal einen schönen Abend im Le St. James - einem französischen Restaurant direkt am Wasser - gegönnt. Am nächsten Tag, nachdem wir die Clearance von der Gendarmerie abgeholt und uns mit frischen Baguettes versorgt haben, sind wir mit dem Ziel Palmerston, einem Atoll etwa am halben Weg nach Tonga, losgesegelt. 

Die Überfahrt von Bora Bora nach Palmerston war abwechslungsreich. Anfänglich hatten wir wenig Wind, wenig Welle und segelten gemütlich auf Halbwindkurs mit Groß und Gennaker dahin. Wir jammerten ein bißchen über die nur etwas über 100 Seemeilen am Tag, hätten gerne etwas mehr Wind gehabt. Die Nächte waren klar und mit Vollmond angenehm hell. 

 

Am dritten Tag, innerhalb weniger Minuten, setzte der vorhergesagte starke Wind ein (Gennaker-Bergen etwas zu spät bei fast 30 Knoten) und bescherte uns eine ungemütliche Nacht (gemessene Höchstgeschwindigkeit 9,3 Knoten). Die Wellen waren hoch und von der Seite kommend, statt Vollmond eine dichte Wolkendecke und stockfinster. Wettervorhersage für die nächsten Tage: anhaltend starker Wind von 25-28 Knoten mit  Böen bis 35 Knoten. Wir haben das Groß auf das 3. Reff verkleinert, das Vorsegel auf ca. 50%, machten damit aber immer noch bis zu 7 Knoten Geschwindigkeit, die Wellen stiegen immer wieder ins Cockpit ein. Es war das erste Mal seit langer Zeit kühl.