von Bequia nach Trinidad

5. - 6. Juli 2026

 

Nachdem wir aus der Admiralty Bay heraußen sind, segeln wir auf Halbwindkurs mit Groß und Vorsegel bei Wind aus Ost-Nord-Ost mit +/-20 Knoten und Welle von seitlich-hinten Richtung Süden. Wir erwarten moderate Winde zwischen 15-20 Knoten aus Ost-Nord-Ost und gegen Ende der Überfahrt eine windschwache Zone. 

 

Am 5. Juli tagsüber haben wir stabile Verhältnisse und segeln zügig Richtung Süden. In der stockfinsteren Nacht vom 5. auf den 6. Juli werden wir von einem wolkenbruchartigen Regen überrascht. Das geschieht ganz plötzlich und  mit unglaublichen Wassermengen, wir sind innerhalb von wenigen Sekunden waschelnaß. 

 

In der Früh kommen wir in die vorhergesagte windschwache Zone. Um noch rechtzeitig ohne Overtime-Zuschlag in Trinidad einklarieren zu können, bergen wir die Segel und starten beide Motoren, wir sind gut in der Zeit. Fast schon am Ziel, in der engen Zufahrt zur Chaguaramas Bay, haben wir eine 4 Knoten starke Gegenströmung und wilde Wellen.  

 

Trinidad

6. - 17. Juli 2026

 

Die Chaguaramas Bay ist ziemlich voll. Es ist 13 Uhr, nach 150 Seemeilen und 28 Stunden finden wir eine freie Boje in der Nähe der Power Boots Marina.

 

Wir können ohne Zeitdruck mit dem Dinghy zum Einklarieren fahren. Das Einklarieren geht soweit recht zügig, nur müssen wir im Nachhinein eine Gebühr von 1.600 Trinidad Dollar bezahlen, weil wir wegen der Motorenproblematik gezwungenermaßen länger (21. Februar bis 1. April) in Trinidad bleiben mussten. Es sind umgerechnet rund 200 Euro, aber wir sind überrascht, dass die Gebühr im Nachhinein verlangt wird und nicht beim Ausklarieren am 1. April 2026. Damals, am 21. Februar in der Akutsituation - wir waren bereits ausklariert und mussten das rückgängig machen - war man bei der Immigration und beim Zoll verständnisvoll und wir haben auch per E-Mail um eine Verlängerung unserer Visa angesucht, worauf nicht reagiert wurde. 

 

Leider bekommen wir den Haul Out Termin  erst für den 13. Juli, das bedeutet, eine Woche in der Bucht "warten". Das haben wir nicht erwartet. 

 

Da wir in der Bucht keinen Internetempfang haben, wollen wir den Internetraum in der Marina nutzen. Erwin konnektiert unseren Laptop mit dem Internetkabel und wenige Sekunden später ist der Laptop tot, reagiert auf nichts, der Bildschirm ist eingefroren, der Computer lässt sich nicht ausschalten. Alle Versuche von Erwin bleiben ohne Erfolg, der Laptop ist tot. Erwin befürchtet ein Virus. 11 Tage kein Internet, das ist extremes Pech, wir haben somit keinen Zugriff auf unsere E-Mails und alles andere. Zum Glück haben wir unsere Flugtickets gleich nach der Buchung ausgedruckt. Wir können nur in der Marina unsere iPhones verwenden,  bis in die Bucht reicht das Marina-Internet nicht. 

 

Wir sind in der Marina unterwegs und hören plötzlich von hinten Hundegebell. Wir drehen uns um und die Hündin, die wir am Hard Stand gefüttert hatten, kommt auf uns zugelaufen. Mit dabei ihr Sohn. Die Wiedersehensfreude auf beiden Seiten ist riesig. Sie schaut uns mit ihren sanften braunen Augen an und genießt das Gestreicheltwerden. Wir sind gerührt, sie hat uns nicht vergessen. Sie hat jetzt ein Halsband, also ein Zuhause gefunden, das ist schön. 

 

Power Boats Marina

13. - 17. Juli:

Wir lassen die Diesel-Tanks vollmachen und um 13 Uhr werden wir aus dem Wasser geholt. Wir bekommen annähernd den gleichen Platz am Hard Stand wie gehabt. Während die Hitze draußen in der Bucht erträglich war, ist sie am Hard Stand extrem, vor allem die Luftfeuchtigkeit ist belastend. Es regnet viel, wenn auch nur kurz. 

 

Dreieinhalb Tage stehen uns zur Verfügung, um das Boot für unsere Abwesenheit bereitzumachen. Erleichtert sind wir, als die Segel abmontiert, zusammengelegt und verstaut, die Segellatten im Großbaum verortet sind. Der Cockpit-Tisch wird abmontiert, die Tischplatte lagern wir auf unserem Bett, die Cockpit-Polster und die Sitzpolster der Steuerstände kommen auf die Betten auf der Steuerbordseite. Erwin spült den Außenbordmotor und die beiden Bootsmotoren, läßt die Ankerkette auf ein Gestell unterhalb des Trampolins hinunter und reinigt sie mit dem Hochdruckreiniger, das Dinghy kommt unter das Boot, usw. Das Ausklarieren ist um einen weiteren administrativen Schritt erweitert worden: Eine Bestätigung von der Immigration, dass man wieder einreisen darf. Dafür benötigen wir ein Schreiben von der Marina, eine Kopie der Flugtickets und ein Schreiben von uns, die Bestätigung bekommen wir nach zwei Tagen, einen Tag vor dem Abflug. Die Behörden befinden sich am Ende der Bucht. Leicht mit dem Dinghy zu erreichen. Wenn allerdings das Boot am Hard Stand ist, ist auch das Dinghy dort. Die Marina hat auf first come, first served basis ein Dinghy zur Verfügung. Wir können beide Male das Marina-Dinghy benützen. Zu Fuß wäre man pro Wegstrecke eine halbe Stunde neben der Hauptstraße unterwegs. 

 

Am 17. Juli um 13 Uhr fahren wir mit dem Taxi zum Flughafen. Wir erfahren, dass wir für den Flug von Amsterdam nach Wien auf Standby sind. Für den Flug von Trinidad nach Amsterdam hatten wir bei der Buchung Sitzplätze ausgewählt. Nicht aber bei dem kurzen Flug nach Wien, da es bei diesem Flug nur Reihen mit drei Sitzen rechts und links gibt. Die Plätze wollten wir beim einchecken über das Internet wählen, nur hatten wir kein Internet. Dadurch sind wir in Amsterdam nicht sehr entspannt, erst als eine Stunde vor dem Abflug das Gate geöffnet wird und wir unsere Sitzplätze bekommen. Der Flieger ist vollbesetzt.