27. Mai 2025:
In den Prognosen sind für heute keine Gewitter und keine starken Böen vorhergesagt. Der Wind sollte aus Ost-Nord-Ost oder Nord-Ost kommen, unter 20 Knoten bleiben. Am 29. Mai nimmt der Wind laut Vorhersage deutlich zu.
Um 17 Uhr legen wir von Martinique ab. Wir wollen bis Trinidad keine Stopps einlegen und werden entlang der Ostseite der Inselkette hinuntersegeln. Es regnet etwas, der Wind kommt aus Ost-Nord-Ost mit 10 - 17 Knoten. Wir setzen das Groß mit dem 2. Reff und rollen das Vorsegel aus. Die Welle kommt von vorne-seitlich, das Boot ist recht unruhig, die Nacht ist stockfinster. Wir kommen mit durchschnittlich 5 Knoten Bootsgeschwindigkeit ganz gut voran.
28. Mai:
Wir haben nach wie vor beständigen Wind aus Ost-Nord-Ost mit 13-15 Knoten, es ist warm, die Welle kommt etwas mehr von der Seite, ist niedriger geworden und die See ist ruhiger. Der Himmel ist fast wolkenlos, die Solarpaneele können endlich viel Strom liefern, der Ladezustand der Batterien steigt beständig. Mit etwas Glück, können wir damit den Verbrauch (Autopilot, Navigation, Beleuchtung, drei Kühlschränke, Pumpen) während der Nacht decken. Endlich wieder ein schöner, entspannter Segeltag.
Am Abend nimmt der Wind auf 19 - 22 Knoten zu und dreht etwas mehr nach Osten. Wir kommen in einen starken Nord-Ost-Strom, die Bootsgeschwindigkeit nimmt von +/-7 Knoten auf 8 - 9 Knoten rasant zu.
29. Mai:
Der Wind hat deutlich nachgelassen, der Nord-Ost-Strom ist wieder weg. Da wir zu Mittag in Trinidad sein und vorher ausreichend Wasser machen wollen, starten wir für die letzten 30 Seemeilen die Motoren. Um 11:50 Uhr bergen wir vor der Einfahrt zur Chaguaramas Bay die Segel und fahren gegen eine starke Strömung in die Bucht hinein.
29. Mai - 10. Juni 2025
29. Mai:
Nach 240 Seemeilen, zwei Nächten und eineinhalb Tagen lassen wir um 13:45 Uhr in der Chaguaramas Bay den Anker fallen. Erwin geht in das Office der Power Boats Marina und kann einen etwas früheren Termin für den Haul Out vereinbaren. Telefonisch hatten wir von Martinique aus den 5. Juni bekommen, jetzt ist es zumindest der 3. Juni um 9 Uhr früh. Seit zwei Wochen ist in den Marinas in Trinidad Hochbetrieb, die Plätze füllen sich. Ab 1. Juni ist versicherungstechnisch Beginn der Hurrikan Saison in der Karibik.
Das Einklarieren bei Immigration und Customs geht vergleichsweise zügig - auch hier ist Hochbetrieb und die Beamten sind bemüht, dass heute alles erledigt wird und sie keine 'overtime' verrechnen müssen (der morgige 30. Mai ist ein Feiertag, gefolgt vom Wochenende).
Wir entdecken Wolfgang und Ilse auf ihrer High Flight, die wir in Südafrika kennengelernt und in Brasilien und hier in Trinidad im Dezember 2024 wieder getroffen haben. Sie liegen an einer Mooring-Boje in der Bucht und warten auf einen Käufer für ihren Katamaran. Sie waren sehr lange auf den Weltmeeren unterwegs.
31. Mai:
Unsere SIM-Karten funktionieren nicht. Wir haben in Martinique bei Digicel SIM-Karten für die gesamte Karibik gekauft, die in Martinique und in Guadeloupe funktioniert haben, nicht aber bei unserer Ankunft jetzt in Trinidad. Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus zu Digicel in der West Mall, einem modernen Einkaufszentrum. Man kann uns nicht weiterhelfen, in Martinique wurde uns nicht die erforderliche roaming option verkauft und das lässt sich hier nicht nachholen, die SIM Karten sind wertlos aber der Juni wurde bereits abgebucht. Wir kaufen eine neue SIM-Karte für Trinidad für zwei Wochen.
3. Juni:
Der Haul Out verzögert sich etwas, um 11 Uhr ist es dann so weit. Alles geht gut, uns wird derselbe Platz wie vorher zugeteilt, darüber sind wir sehr froh. Er liegt günstig zu allen Einrichtungen und ist relativ ruhig.
Schon seit einiger Zeit ist uns aufgefallen, dass von den Rudern Geräusche kommen. Insbesondere vom Backbordruder kommt bei einer seitlichen Welle ein Klopfen und Schlagen, das uns beunruhigt und uns beim Einschlafen irritiert (unser Bett befindet sich backbordseitig hinten).
Etwa zu Mittag kommen wir auf unserem Platz am Hardstand an. Unser Boot ist noch auf dem Traggestell vom Haul Out. Erwin nimmt jedes Ruder beim unteren Ende und bewegt es seitlich. Das Steuerbordruder hat etwa einen Zentimeter Spiel, das Backbordruder rund drei Zentimeter. Beim Backbordruder ist offensichtlich beim Verlust des Ruders im Südatlantik das untere Ruderlager ebenfalls verlorengegangen. Jedes Ruder hat zwei Lager, eines oben und eines unten. Fazit: Die Ruderlager müssen erneuert bzw. wieder angebracht werden. In Absprache mit der Haul Out Mannschaft bleibt unser Boot auf dem Traggestell und die Mannschaft macht Mittagspause. In der Zwischenzeit demontiert Erwin die Ruderquadranten und die Steuerseile, damit wird ein Ruder nur mehr durch einen Bolzen quer durch den Ruderstock gehalten. Nach der Mittagspause wird unser Katamaran hinten durch Flaschenzüge in die Höhe gehoben, Erwin zieht die Haltebolzen heraus und die Ruder können herausgenommen werden. Viel einfacher als die alternative Methode, unter den Rudern entsprechend tiefe Löcher zu graben, damit die Ruder ausgefädelt werden können.
Es ist unglaublich heiß und schwül, wir lassen eine Marina-Klimaanlage installieren und sie beginnt ihren Kampf gegen die tropischen Temperaturen im Bootsinneren. Ohne geht es einfach nicht. Die Liste, was wir vor unserer 5-monatigen Abwesenheit erledigen müssen, ist lang.
6. Juni:
Erst heute gibt es bei der Marina-Tankstelle wieder Diesel. Vor unserem Haul Out gab es keinen Diesel und die beiden Tanks waren ziemlich leer. Vor einem längeren Stillstand sollen die Boottanks maximal angefüllt werden. Damit minimiert man das Luftvolumen im Tank und die Möglichkeit, dass durch Luftfeuchtigkeit und große Kontaktflächen ungewollte Prozesse wie die Bildung von Pilzen und Schimmel den Diesel verunreinigen können, der gefürchtete 'black death'. Erwin bringt unsere 12 Kanister zur Tankstelle, sie werden gefüllt und von der Marina zum Boot geliefert. Einfüllen müssen wir sie selbst. Wir dürfen gegen Vorlage der Bootspapiere und des Reisepasses 'internationalen' Diesel' tanken. Sehr erfreulich ist der Preis, gerade einmal 1.05 €/Liter.
7. Juni:
In der Früh und am Vormittag nützen wir die günstigen Wind- und Wetterverhältnisse und bergen das Vorsegel und das Groß. Während der Hurrikan Saison müssen von unbewohnten Booten am Hardstand alle Segel und auch der Lazy Bag entfernt werden. Das ungefähr 50 kg schwere Groß müssen wir vom Dach auf den Boden hinunterbringen, um es ordentlich zusammenlegen zu können und dann wieder auf das Boot hinaufhieven, um es verstauen zu können. Mit der Elektrowinsch geht das recht gut. Die Arbeit ist schwer und wir schwitzen ordentlich. Das Vorsegel und das Groß sind gerade noch rechtzeitig im Cockpit verstaut, bevor es zu regnen beginnt.
Bis zum 10. Juni bleibt noch viel zu tun. Wir werden die Hurrikan Saison zu Hause verbringen und am 10. November wieder nach Trinidad zurückfliegen. Wir haben für die erste Woche in der Marina ein Appartement gebucht. Wir wollen nicht während der Arbeiten wie Bodenabschleifen und Imprägnieren, etc. am Boot wohnen.
10. Juni:
Unsere 'Crocodile' steht gut versorgt am Hardstand. Wir fliegen mit KLM von Port of Spain via Amsterdam nach Wien. Wir freuen uns auf 5 Monate in Wien!
11. Juni - 1. Dezember 2025
24. Juni:
Wir haben Felix besucht. Es geht ihm bei Junee und Ludwig sehr gut. Er ist, seit wir ihn zuletzt vor eineinhalb Jahren gesehen haben, etwas ruhiger geworden. Er hat ein kleines Bäuchlein und ein paar weiße Haare bekommen. Inzwischen ist er schon 13 Jahre alt, wie die Zeit vergeht...
Von Ende Oktober 2016 bis Anfang April 2020 ist Felix mit uns um die halbe Welt gesegelt. In Neuseeland war sein Segelabenteuer pandemiebedingt abrupt zu Ende. Er fehlt uns.
30. Oktober:
Gerade noch rechtzeitig ist "Mit der SY Crocodile um Welt Teil 2" fertiggeworden. Wir haben unser Abenteuer für segel- und abenteueraffine Interessierte erzählt und bei Amazon publiziert (Suchzeile "SY Crocodile").
Jetzt bereiten wir uns auf die Rückkehr nach Trinidad am 10. November vor. Unser Plan ist, durch die Karibik zu den Bermudas zu segeln.
14. November:
Wir mussten unseren Rückflug nach Trinidad auf den 1. Dezember verschieben. Wir hoffen, dass wir die Arbeiten dann am Boot zügig erledigen können. Wir würden gerne Weihnachten und Silvester auf Martinique verbringen.
1. Dezember 2025 - 1. April 2026
1. Dezember 2025 - 31. März 2026
1. Dezember:
Via Amsterdam fliegen wir in der Früh von Wien nach Trinidad. Die Einreise ist mühsam. Vor den Immigration Schaltern bilden sich lange Schlangen und die Abfertigung ist eine zähe Angelegenheit. Beim Zoll ist die Situation noch mühsamer. Wir müssen in das Zoll Office, wo wir befragt werden und unsere Bootspapiere kontrolliert und kopiert werden. Das Gepäck müssen wir vor der Glastüre stehenlassen, haben damit keinen Blickkontakt. Als wir endlich abgefertigt sind und hinausgehen, fehlt der Samsonite Trolley. Er wurde vor den Augen der Zollbeamten, die vor dem Office am Schalter gesessen sind, gestohlen. Ich bin stinksauer. Ich wollte das Gepäck in das Office mitnehmen, was die Beamtin strikt ablehnte. Zumindest war es ihr dann unangenehm.
Mehr als drei Stunden nach der Ankunft in Port of Spain sind wir endlich beim Flughafen draußen. Es ist inzwischen stockfinster geworden. Unser vorbestelltes Taxi ist schon lange weg, es gibt aber genug andere, sie sind nur doppelt so teuer und die Fahrt zur Chaguaramas Bay ist weit.
In der Marina angekommen beziehen wir das reservierte Appartement und gehen zum Restaurant am Pier, das gerade am Zusperren ist. Wir bekommen noch zwei Heineken, die wir am Wasser sitzend trinken. Ich muss ständig an die gestohlenen Sachen (Schuhe, Pullover, Bücher) denken. Es hätte auch schlimmer ausgehen können, wenn die Kamera oder elektronische Geräte weg wären.
Wir schauen auf die vielen in der Bucht geankerten Segelboote hinaus. Es ist eine warme, windstille Nacht, wir sind wieder zurück.
2. Dezember:
In der Früh fahren wir mit dem Kleinbus von der Marina zum Einkaufen, Erwin hatte von Wien aus bereits Plätze reserviert.
Dann sehen wir nach über 5 Monaten wieder unser Boot. Es wurde auf einen anderen Platz verlegt. Die Ruder
liegen im Cockpit. Man hat die Ruder herausgenommen! Ich rege mich fürchterlich auf, Erwin etwas weniger. Für das Entfernen der Ruder gibt es absolut keine logische Erklärung und wir sind gespannt, was der Marina Manager dazu zu sagen hat.
In der Pantry wurde am Entfeuchter herumhantiert, das produzierte Wasser ist neben der Abwasch in die darunter befindlichen Kasteln eingedrungen und hat die Holzfächer aufgeweicht. Das Wasser ist dann weiter die Stufen in den Steuerbordrumpf hinunter- und in eine Bilge geronnen. Warum jemand überhaupt im Boot war, ist uns unverständlich, zum Verlegen des Bootes war das nicht notwendig.
3. - 8. Dezember:
Wir sind beide ziemlich stark verkühlt. Es ist heiß (bis zu 34°C) und sehr schwül und regnet immer wieder kurz. Bei jeder körperlichen Tätigkeit schwitzt man gewaltig. Es ist sehr viel am und im Boot zu tun. Obwohl wir ständig arbeiten, sieht man noch recht wenig davon.
Wir sind froh, dass wir für eine Woche ein Appartement genommen haben und nicht ständig vor Augen haben, was alles noch zu machen ist.
Es ist nur wenige Meter von unserem Boot entfernt und liegt recht schön am Wasser, sodass wir nach dem Arbeiten etwas abschalten und entspannen können.
Brent, der Marina Manager, ist genauso überrascht wie wir, dass die Ruder entfernt wurden. Das war nur möglich, als das Boot zum Verlegen auf dem Haul Out Transporter oben war. Es kann also nur vor oder nach dem Transport zum anderen Stellplatz passiert sein. Ansonsten hätte man tiefe Löcher graben müssen, um die Ruder auszufädeln. Die am Transport des Bootes beteiligten Männer haben auf Befragung von Brent die Ruder nicht entfernt, wissen von nichts. Brent wird sich die Videoaufzeichnungen vom Transport des Bootes ansehen, die hoffentlich Licht ins Dunkel bringen werden. Um die Ruder wieder zu montieren und die Steuerseile einzurichten rechnet Erwin mit einem Tag Arbeit.
Der Restart ist heuer besonders zäh. Es hat gedauert, bis das Groß angeschlagen war. Die Mastrutscher waren sehr schwer zu bewegen, das Setzen mit der Elektrowinsch ging ja noch, das Bergen war selbst mit vollem Krafteinsatz nur sehr schwer möglich, das Segel wollte nicht herunter. Das war beim Einfädeln der 6 Segellatten ziemlich stressig, da einige Male unerwartet Böen eingefallen sind. Am Hardstand kann eine starke Böe ein Boot umschmeißen, wenn das Segel gesetzt ist. Wir merkten einige besorgte Blicke von Nachbarbooten. Wir haben dann einen Wasserschlauch am obersten Schlitten fixiert und unter ständiger Wasserberieselung der Mastrutscher und der Führungsschiene konnten wir das Groß ganz gut hinauf- und herunterbringen. Wir waren zwar beim Arbeiten am Dach pudelnass, was aber bei den Temperaturen hier nicht viel ausmachte. Groß und Lazybag sind montiert. Warum sich die Mastrutscher hier so verschlechtert haben, ist uns ein Rätsel. Als nächstes werden wir die Mastrutscher satt mit Silikon einnässen. Davon wird zwar im Allgemeinen abgeraten, weil sich am Silikon angeblich Staub anlagert, aber einen Versuch ist es wert. So wie es ist, kann es nicht bleiben.
Seit mehr als einer Woche plagen wir uns mit der Montage der neuen Trampolinnetze. Wir haben die Originalnetze mit Angabe des Baujahres für unser Boot etwa vor einem Jahr bei Nautitec in Frankreich bestellt, sind aber noch mit den alten Netzen weitergesegelt. Beim steuerbordseitigen Netz gab es zuletzt schon einige verdächtig dünne Stellen und es ist ein Loch entstanden, die Netze mussten nun ersetzt werden.
Wir haben die Netze, wie von Nautitec empfohlen, einige Tage in einem Wasserbehälter eingeweicht und gingen nach der mitgelieferten Beschreibung vor: Zuerst die vier Eckpunkte fixieren, dann jeweils die Mittelpunkte zwischen den Eckpunkten, dann wieder die Mittelpunkte, usw. Diese Beschreibung hat nicht geholfen und das war beim besten Willen und trotz Einsatz der Winschen nicht zu machen. Die neuen Trampoline scheinen kleiner zu sein. Ich zähle die Maschen von einer Länge - es sind weniger als bei den alten Netzen.
Nach stundenlangen Versuchen, ein Netz so zu montieren wie die alten Netze (an zwei Seiten waren die Knoten unter der Abdeckung), geben wir auf. Mit der Winsch hat man sehr viel Kraft und wir haben Sorge, irgendetwas könnte kaputtgehen, wenn wir so weitermachen.
Die Netze werden jeweils mit Knoten an 50 Haltepunkten angeknüpft, dabei muss immer die Spannung gehalten werden, teils geht das mit Kraft, sehr oft aber nur mit dem Einsatz einer Winsch. Schlussendlich montieren wir die Netze mit etwas mehr seitlichem Abstand. Wir brauchen viel länger als gedacht und es ist sehr anstrengend. Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden.
Es gibt auch Netze mit einem rundumlaufenden Randstreifen mit Ösen, hier kann mit nur einem Tau die Spannung im Netz hergestellt werden. Wir dachten, dass die Originalnetze die beste und sicherste Lösung wären.
18. Dezember:
Unseren Hochzeitstag feiern wir am Abend im Patches. Das Restaurant befindet sich in der Peakes Marina, die unmittelbar an die Power Boats Marina angrenzt.
Das ausgezeichnete Essen und das angenehme Ambiente heben unsere Stimmung.
Erwin hat sich beim Spannen der Trampolinnetze einen fürchterlichen Hexenschuss zugezogen, konnte sich tagelang kaum bewegen. Auf die Schmerztherapie hat er gut angesprochen und war nach 4 Tagen wieder nahezu schmerzfrei.
Der Marina Manager konnte uns keine Erklärung geben, warum die beiden Ruder ausgebaut wurden. Die Videoaufzeichnungen haben angeblich nichts gebracht. Wer den Auftrag erteilt hat, ist nicht mehr eruierbar. Wir vermuten, dass eine Verwechslung mit einem anderen Katamaran schuld daran war. Das will niemand zugeben - kein optimales Fehlermanagement. Inzwischen wurden 60 cm tiefe Erdlöcher unter den beiden Ruderpositionen gegraben und wir können die Ruder wieder einbauen.
Wir haben von Wien Armaturen mitgenommen und Erwin hat sie in unserem Bad und im Gäste-Head ausgetauscht, sie waren nach 9 Jahren unansehnlich und salzverkrustet. Weder in Trinidad noch in Martinique haben wir passende gefunden, die uns zugesagt haben.
24. Dezember:
Wir waren gestern wieder mit dem Kleinbus beim Prices Großmarkt und Massy Supermarkt. Angenehm ist, dass man mit den vielen Tragtaschen direkt zum Boot gebracht wird und die Sachen nicht tragen muss.
Den Heiligen Abend verbringen wir am Boot. Ich bereite ein festliches Essen, dazu gibt es südafrikanischen Sauvignon Blanc und als Dessert eine Tiramisu Torte von Jon Donaire aus Buffalo, New York. Es ist ein schöner, stimmungsvoller Weihnachtsabend.
Es gibt noch so viel am Boot zu tun und wir haben uns damit abgefunden, dass wir etwas länger als ursprünglich geplant hierbleiben müssen.
29. Dezember:
Erwin ist an Dengue Fieber erkrankt. Wir waren heute zur Blutuntersuchung im Krankenhaus, wo meine Befürchtung bestätigt wurde.
Erwin hat trotz fiebersenkender Therapie über 39° Temperatur, die Appetitlosigkeit und die Müdigkeit sind extrem. Er ist total erschöpft, verbringt die Tage im Cockpit dahindösend. Die 4 Stufen von der Kabine in den Salon bzw. in das Cockpit hinauf sind für ihn kräfteraubend.
Es gibt keine kausale Therapie, nur eine symptomatische: Fiebersenkung mit Paracetamol, viel Flüssigkeit (empfohlen wird auch Coconut Water) und Schonung. Ich kontrolliere Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Temperatur und achte darauf, dass Erwin ausreichend trinkt. Der Blutdruck fällt relativ rasch ab, wenn er weniger trinkt.
1. Jänner 2026:
Heute ist das Fieber ohne Mexalen nicht mehr so hoch (um 38°) wie in den vergangenen Tagen. Die Müdigkeit ist etwas weniger ausgeprägt. Ein Silberstreif am Horizont. Vielleicht hat die Dengue Impfung 2024 in Wien, die wir für Brasilien gemacht hatten, etwas geholfen (die Boosterimpfung war unterwegs dann leider nicht mehr möglich). Zwei Teilnehmer von der Sail to Indonesia Rally hatten in Indonesien Dengue Fieber mit deutlich schwereren Verläufen, einer musste im Spital behandelt werden.
5. Jänner:
Erwin ist nach wie vor appetitlos, er hat auf nichts Lust und isst maximal ein paar multi-grain Crackers mit etwas Philadelphia. Die Temperatur hat sich auf subfebril eingependelt. Erwin hat etwa drei Kilo Gewicht verloren und ist noch recht müde. Es wird ein paar Tage dauern, bis er wieder fit ist.
8. Jänner:
Erwin geht es wieder gut, gottseidank.
Bevor Erwin krank geworden ist, hat er das Flexiteek im Cockpit abgeschliffen und drei Mal imprägniert. 4 Liter Flexiteek Sealer haben wir von Wien mitgenommen. Der Sealer wird von Deutschland nicht in die Karibik geliefert. Wir hoffen, dass der Boden jetzt länger schön bleibt.
Um die Funktion der Lithiumbatterien unter unserem Bett immer vor Augen zu haben, hat Erwin - gut sichtbar auch vom Salon aus - 4 Monitorschirme in unserer Kabine montiert. Wir haben 4 Batterien, die ihrerseits wieder jeweils aus 4 Zellen bestehen. Die Zellen einer Batterie werden durch ein Batteriemanagement-System (BMS) überwacht und die Lade- und Entladevorgänge gesteuert. Die Kabel vom Raum unter unserem Bett zu den Monitorschirmen hinter der Seitenwandverkleidung zerstörungsfrei hinaufzubringen, war eine ziemliche Spielerei. Es ist sehr beruhigend, zu wissen, was unter unserem Bett los ist und dass alles in Ordnung ist.
12. Jänner:
Wir benötigen einen Rigger. Das Fall des Vorsegels muss repariert und wieder in den Mast eingezogen werden. Was mit dem Fall passiert ist, ist nicht nachvollziehbar. Offensichtlich wurde es beschädigt, als beim Verlegen des Bootes Leute am Boot waren, die wenig Ahnung von einem Segelboot hatten. Die Verlegung des Bootes in unserer Abwesenheit hat viel Ärger und Schaden angerichtet, macht eine Menge an zusätzlicher Arbeit, kostet Zeit und Geld. Jedenfalls können wir jetzt auch wieder das Vorsegel anschlagen.
15. Jänner:
Das Dinghy schaut nach 9 Jahren traurig und verbraucht aus. In den letzten ein, zwei Jahren mussten wir bei einer Dinghyfahrt immer einen Blasebalg mitnehmen. Nach ein paar Stunden am Steg war vor der Rückfahrt Aufpumpen angesagt. Hier machen wir einen letzten Versuch, das Dinghy dicht zu bekommen. Es gibt ein lufttrocknendes Acrylversiegelungsmittel für Schlauchboote. Wir kaufen zwei Liter, füllen es in die drei Kammern ein, pumpen das Boot fest auf und drehen es, sodass das Versiegelungsmittel die inneren Oberflächen benetzt und durch den Luftdruck in das Schlauchbootmaterial (Hypalon) hineingedrückt wird. Zusätzlich finden wir noch einen Schnitt mit Luftaustritt und kleben ihn von außen zu.
16. Jänner:
Das Dinghy ist fest, es scheint geglückt zu sein. Erfreulicherweise ist der Außenborder nach einem halben Jahr mit nur einem Zug am Starterkabel angesprungen. Die Pflege durch den Kapitän hat sich gelohnt 😊.
Das Reinigen, Wachsen und Polieren der Gelcoatflächen haben wir an Profis delegiert.
Philip und seine Leute haben vier Tage am Boot gearbeitet. Die Flächen greifen sich jetzt ganz glatt an und das Boot glänzt wie neu. Die Crocodile sieht wieder richtig gut aus. So schön hätten wir das nicht zusammengebracht.
Die Erdlöcher, die wir zum Wiedereinbauen der Ruder benötigen, sind schon lange vorbereitet. Immer wieder ist etwas dazwischengekommen. Seit Erwin wieder gesund und fit ist, regnet es täglich. Kaum sind die Löcher trocken und wir könnten mit dem Rudereinbau beginnen, werden sie wieder mit Regenwasser gefüllt.
Wir haben beim steuerbordseitigen Kiel einen dünnen Riss bemerkt. Bei genauerer Inspektion hat sich herausgestellt, dass ein wenig Wasser herausrinnt. Wir sind sehr überrascht, denn das Boot steht nun schon seit einem halben Jahr am Trockenen.
Die Reparatur gestaltet sich recht aufwendig. Mehrere Arbeitsschritte über einige Tage sind notwendig. Mit Chris haben wir einen fachlich sehr versierten Handwerker, das beruhigt.
Einige Schrammen, Kratzer und kleine Risse im Gelcoat, die im Laufe der Jahre entstanden sind, haben wir ausbessern lassen. Das ist zwar kosmetisch, bringt aber optisch sehr viel. Auch dabei sind mehrere Arbeitsschritte notwendig und Chris und sein Mitarbeiter waren fast eine Woche beschäftigt.
Wir sind dieses Jahr mit den Handwerkern hier in der Marina sehr zufrieden. Sie sind fachlich versiert, verlässlich und freundlich.
20. und 21. Jänner:
Die Erdlöcher sind trocken und wir können endlich die Ruder einsetzen.
Das Steuerbordruder war sofort drinnen, beim Backbordruder hatten wir Probleme.
Das Ruder hat etwa 40 kg und Erwin musste den Ruderstock im Schaft hinaufstemmen. Es war nicht einfach und wir haben ausgiebig Silikon eingesetzt.
Die richtig mühsame Arbeit steht Erwin noch bevor. Die Ruder müssen genau parallel ausgerichtet sein und die Steuerseile brauchen eine gewisse Spannung, damit man beim Steuern das Ruder "fühlt".
23. Jänner:
Heute ist Erwin das Problem mit den Halterungen der Solarpaneele am Heck angegangen. Im November 2023 sind bei der Überfahrt von Mauritius nach Südafrika zwei Solarpaneel Halterungen abgebrochen und wir waren in Sorge, dass wir während der wilden Fahrt die Solarpaneele verlieren könnten. Seitdem sind wir mit einem Quick Fix unterwegs gewesen.
Die elektrolytische Korrosion beim Zusammentreffen von Stahl und Aluminium ist schlimmer als Rost, sie frisst Löcher in das Aluminium rund um die Stahlschrauben, die dann logischerweise nicht mehr halten können. Darauf wurde bei der Herstellung nicht geachtet.
Erwin musste die Schrauben zum Teil mit der Trennscheibe herausschneiden. Bei der nun wesentlich verbesserten Befestigung trennt Erwin das Aluminium vom Stahl und verwendet Kabelbinder zur Befestigung.
Wir essen gerne und viel Salat, fast täglich. Ich bin inzwischen zur "Salatspezialistin" avanciert und Erwin ist ein sehr dankbarer Verzehrer. Was in den Salat hineinkommt, richtet sich danach, was an Vorräten im Kühlschrank ist und zeitnah verwertet werden sollte. Der Fantasie ist fast keine Grenze gesetzt.
Heutige Zutaten: Paradeiser, Gurken, rote Zwiebel, Äpfel, getrocknete Cranberries, neuseeländischer Cheddar Käse, Ingwer. Marinade mit Weißweinessig, Zitrone, Olivenöl, Meersalz und Pfeffer. Obendrauf: Nüsse (Cashews, Mandeln, Erdnüsse), Sonnenblumen- und Kürbissamen.
27. Jänner:
Aus dem dünnen Riss an der Vorderkante des Kiels kommt immer noch etwas Wasser heraus. Es wird noch ein paar Tage dauern, bis der Riss verschlossen werden kann.
Erwin hat die Steuerseile wieder montiert und eingerichtet. Die Ruder sind exakt parallel und das Gefühl beim Bewegen der Steuerräder ist optimal. Auch der Autopilot ist wieder montiert und funktioniert.
Als nächstes sind die Propeller an der Reihe. Die neuen EWOL-Spezialschrauben für die Fixierung der Steilheit der Propellerblätter müssen montiert werden. Bei einem Propeller ist das Innengewinde für die Spezialschraube offensichtlich beschädigt. Erwin hat einen Gewindeschneidesatz aus Wien mitgenommen und hofft, dass er damit das Aufnahmegewinde nachschneiden kann und dann mit der Spezialschraube die Propellerblätter in die gewünschte Steilheit, das sind 14 Grad, bringen kann. Bei zu steiler Einstellung der Propellerblätter hat der Motor zu viel Widerstand und erreicht keine ausreichende Drehzahl und man verliert dadurch viel Leistung. Ein Zeichen dafür ist, dass der Auspuffrauch schwarz wird. Man muss dann die Drehzahl wieder verringern, bis der Auspuffrauch 'normal' ist. Das kann zum Problem werden, wenn man Power braucht.
31. Jänner:
Erwin hat einen trockenen Silikonspray (McLube Sailkote von Harken) gekauft, mit dem er heute in der Früh bei Windstille die Mastrutscher einsprüht. Die Maßnahme ist einfach und sehr wirkungsvoll. Wir setzen das Großsegel, das geht jetzt viel leichter und beim Bergen fällt es fast von alleine herunter. Es genügt ein minimaler Kraftaufwand, um es herunterzuziehen. Wir sind sehr erleichtert. Beim Anschlagen des Segels hier am Hardstand Anfang Dezember hatten wir große Probleme, es wieder herunterzubekommen, noch dazu mit plötzlich einfallenden Böen.
Aus dem Riss im Kiel kommt nun deutlich weniger Wasser. Chris ist zuversichtlich, dass er den Riss bald verschließen kann.
Wir hoffen, dass wir in etwa einer Woche wieder ins Wasser können. Wir können es kaum erwarten.
Bei unserem jetzigen Aufenthalt in Trinidad haben wir keine Ausflüge gemacht, wir haben uns ganz auf das Boot konzentriert. Es gibt einige attraktive Tagesausflüge, die wir bereits während unseres ersten Aufenthaltes gemacht haben. Auch der Karneval voriges Jahr war ein einmaliges Erlebnis, ein zweites Mal muss nicht sein.
5. Februar:
Heute gehen wir die Propeller an. Die Anspannung ist groß. Wir sitzen unter unserem Boot, Werkzeug und sämtliche Utensilien um uns herum ausgebreitet. Bei einem Propeller lässt sich die EWOL-Spezialschraube mit etwas Aufwand hineindrehen und in der gewünschten Stellung fixieren.
Für den zweiten Propeller mit dem beschädigten Innengewinde hat sich Erwin ein Procedere überlegt, bei dem er den Propeller nicht zerlegen muss. Wir müssen sehr behutsam vorgehen, damit der Propeller nicht doch noch auseinanderfällt. Das Innengewinde lässt sich mit dem aus Wien mitgenommenen Gewindeschneidesatz nachschneiden. Dann dreht Erwin die Spezialschraube vorsichtig hinein und sie greift. Wir sind unglaublich erleichtert. Erwin kann auch beim zweiten Propeller die Steilheit der Blätter wie geplant einstellen und fixieren. Ein großes Problem ist gelöst. Beide Propeller sind jetzt an unsere Motorleistung optimal angepasst.
10. Februar:
Endlich ist es so weit, der Kielspalt ist trocken und Chris beginnt mit dem Verschließen des Spalts. Es sind wieder einige Arbeitsschritte über mehrere Tage notwendig.
Erwin hat den Splash vereinbart: Wir werden am 18. Februar am Nachmittag ins Wasser gehen. Es war der frühestmögliche Termin. Vom 14. bis 17. Februar steht wegen des Karnevals in Trinidad alles still, nirgends wird gearbeitet, Geschäfte und Restaurants sind geschlossen, auch in der Marina wird bis auf die Security nicht gearbeitet.
Bis vor ein paar Tagen hat es fast täglich geregnet. Manchmal nur kurz und sehr intensiv. Jetzt sind wir in der Dry Saison und es ist nun noch heißer, zum Glück ist es windig.
Unsere gefiederten Freunde bekommen täglich zweimal von mir Futter (Bird Love und Mixed Seeds vom Supermarkt). Sie warten in der Nähe und sind sofort da, wenn ich es ausstreue. In letzter Zeit sind sie schon viel weniger scheu und besuchen uns auch im Cockpit. Ihre variantenreichen Stimmen und Rufe sind schön anzuhören.
Heute in der Früh sind die zwei Hunde (Mutter und Sohn) in der Nähe unseres Bootes gelegen, die wir im Marina Gelände immer wieder gesehen haben. Sie leben hier und gehören offensichtlich niemandem. Sie sind gutmütig und werden vom Marina Personal geduldet, nur hin und wieder hören wir sie in der Nacht bellen. Ich habe ihnen unser restliches Schlagobers, ca. die Hälfte aus einer 1-Liter-Packung gebracht. Sie haben sich richtiggehend darauf gestürzt. Leider hatten wir nichts Passenderes im Kühlschrank.
15. Februar:
Das Antifouling soll ein bis drei Tage vor dem Splash aufgetragen werden. Wir haben uns diesmal für nur einen Anstrich entschieden, da das Boot nach etwa 5 Monaten für die Hurrikan Saison wieder aus dem Wasser kommt. Der Anstrich beider Rümpfe, der Kiele und der Ruder dauert etwa vier Stunden. Es ist unglaublich heiß und schwül, Erwin trinkt dabei zwei Liter Coconut Water, seit dem Dengue Fieber sein Lieblingsgetränk zum Durstlöschen.
18. Februar:
Wie vereinbart, wird unsere Crocodile um 14 Uhr abgeholt und zum Wasser gebracht. Zuvor hatten wir noch die beiden Bootsmotoren geprüft, die etwa 8 Monate stillgestanden sind. Der Splash verläuft entspannt mit wenig Wind. Alex und Ana, die schon zwei Jahre am Hardstand an ihrem Boot arbeiten und immer noch guter Dinge sind, kommen sich Verabschieden.
Wir fahren in die riesige Bucht hinaus und lassen nach 600 Metern den Anker fallen. Etwas später verlegen wir uns an eine Boje. Endlich wieder im Wasser!
Wir segeln in den nächsten Tagen nach Martinique, das wird etwa zwei Tage und Nächte dauern. Leider haben wir dabei keinen Track von unserem Boot, da wir eine neue Iridium SIM-Karte benötigen, damit halbstündlich unsere Positionen zu den Satelliten übermittelt werden können. Nach Trinidad werden sie nicht verschickt, wir werden sie uns nach Martinique schicken lassen, das ist möglich.
21. Februar:
Um 11 Uhr legen wir Richtung Martinique ab. Die Sonne scheint, die Vorhersagen sind günstig. Wind aus Ost mit leichter Nordkomponente, nicht über 20 Knoten, Welle von der Seite zwei bis drei Meter. Am Montag in der Früh sollten wir in Martinique, Saint Anne, sein. Track gibt es leider keinen.
Erwin ist am Bug vorne und löst die Taue von der Boje. Ich stehe am Steuerstand und halte mit den Motoren die Richtung. Plötzlich kommt schwarzer Rauch aus dem Auspuff des Steuerbordmotors und der Motor stirbt ab. Der Backbordmotor läuft. Ich laufe zur Backbordseite hinüber und schaue zum Auspuff hinunter, auch von diesem kommt schwarzer Rauch und der Motor stirbt nun ebenfalls ab. Beide Motoren tot. Wir sind nicht mehr an der Boje und haben ohne Motoren keine Steuerung! Geistesgegenwärtig erwischt Erwin mit dem Bootshaken eine Boje, an der wir, es geht zum Glück nur wenig Wind, gerade vorbeitreiben. Wir hängen wieder an einer Boje.
Wir haben am Hardstand die Motoren zweimal getestet und sind auch problemlos in die Bucht hinausgefahren, haben geankert und sind später zu einer Boje gewechselt. Bei diesen kurzen Betriebszeiten wurde wahrscheinlich der noch saubere Diesel in den Leitungen verbraucht.
Wir sind geschockt, Erwin nimmt eine Probe aus einem Dieseltank. Der Diesel ist trüb und gelblich. Nach einiger Zeit kommen wir zum Schluss, dass wir offensichtlich verunreinigten Diesel (440 Liter) in beiden Tanks haben.
Wir hängen manövrierunfähig an einer Boje und müssen bis Montag warten, bis das Marina Office wieder offen ist. Erwin hat über den WhatsApp Tech Talk einen Fuel Guy ausfindig gemacht, der den Diesel polished und die Tanks reinigen kann. Dazu muss allerdings unser Boot zu einem Marina Steg geschleppt werden, damit er sein Equipent aufstellen kann.
23. Februar:
Gleich in der Früh organisiert die Marina ein Abschleppboot und koordiniert einen Termin mit dem Fuel Guy. Ein Motorboot kommt zur Boje in die Bucht hinaus, vertäut sich längsseits mit uns und schleppt uns zum Fuel Dock der Marina. Am Steg baut Yancy, der Fuel Guy, seine Ausrüstung auf. Dann wird der Diesel vom Backbordtank in ein Fass am Steg gepumpt und dabei über ein Filtersystem gereinigt. Sedimente, Algen und sonstige Verunreinigungen - es ist eine ziemliche Menge, die im leeren Tank in den fast 10 Jahren zurückgeblieben ist - wird mit einem Staubsauger entfernt und der Tank mit Tüchern ausgewischt. In den sauberen Tank wird der Diesel aus dem Fass zurückgepumpt und läuft dabei wieder über ein Filtersystem, er wird gepolished. Diese Prozedur dauert rund zwei Stunden und wird für den Steuerbordtank wiederholt. Abschließend werden noch die Zuleitungen zu den Motoren mit dem nun sauberen Diesel durchgespült.
Am späten Nachmittag kommt dann der spannende Augenblick: Erwin startet die Motoren. Aus beiden Auspuffen kommt wieder schwarzer Rauch und die Motoren sterben ab. Unsere Stimmung ist im Keller. Die Reinigung der Tanks und der Zuleitungen und das Polishing des Diesels war sicher sinnvoll, hat aber das ursprüngliche Problem nicht behoben.
In der Marina gibt es einen auf Volvo Motoren spezialisierten Mechaniker, der von allen sehr gelobt wird, wir lassen ihn zum Fuel Dock kommen. Er kann die Motoren zum Laufen bringen, sie klingen alles andere als gut, der steuerbordseitige schlechter als der backbordseitige. Desmond prophezeit uns, dass sich unter Last diese Zeichen noch verschlechtern werden. Eine Reparatur ist unumgänglich. Wir fahren einige Hundert Meter zu einer Boje in die Bucht hinaus, der steuerbordseitige Motor klingt schrecklich, der Boden vibriert und der Auspuffrauch ist grauschwarz. Ständig piepst der Öldruck-Alarm. Uns wird klar, mit diesen Motoren können wir unmöglich auf das offene Meer hinausfahren.
24. Februar:
Die Motoren müssen für die Reparatur aus den Motorräumen herausgehoben und in die Werkstätte gebracht werden. Desmond kann uns erst nach einer genauen Inspektion eine Kostenschätzung machen. Er rechnet für die Reparatur rund drei Wochen. Wir hoffen, dass sie nicht allzu teuer wird. Wir können mit der Marina einen Haul Out in zwei Tagen vereinbaren.
Die paar Tage in der Bucht waren sehr angenehm. Die Nächte waren kühler, wir konnten in der Dämmerung und am Abend im Cockpit sitzen, ohne von den Mosquitos gequält zu werden. Es war ein gutes Gefühl, mit dem Dinghy durch die Bucht zu fahren und die Wege auf dem Wasser zurückzulegen.
In der Bucht halten sich viele Pelikane auf, sie sind dunkler als in Martinique.
Am 26. Februar zu Mittag haben wir den Haul Out.
Wir sind wieder am Hard Stand, es ist derselbe Platz wie vorher.
Die Verbindungen der beiden Motoren mit dem Boot werden von den Mechanikern diskonnektiert und sobald ein Kran verfügbar ist, werden die Motoren zu der Werkstätte transportiert.
2. März:
Um 10 Uhr sind der Kran und die Mechaniker hier, um die beiden Motoren aus den Motorräumen zu heben.
4. März:
Wir haben die Motoren, die zerlegt auf der Werkbank liegen, in der Werkstätte besichtigt. Desmond hat uns gezeigt, was alles zu machen wäre. Einige Teile, z. B. die Kurbelwellen, müssten angefertigt und eingeflogen werden, eine Abschätzung wie lange das dauern kann, ist praktisch nicht möglich. Er hat uns die versprochene Kosteschätzung für die Reparatur gegeben, die uns fast umgeworfen hat (14.000 USD für den schlechteren Steuerbordmotor). Eine Reparatur zahlt sich unter diesen Umständen nicht aus, wenngleich uns Desmond versichert, dass die Motoren danach wieder 'wie neu' wären. Die Alternative sind gleich neue Motoren.
Erwin findet im Internet ein gutes Angebot für idente Volvo Motoren bei Marine Engines Direct in Newcastle in Großbritannien.
5. März:
Heute ist die Bestellung der beiden Volvo Motoren hinausgegangen. Kommenden Montag oder Dienstag werden sie per Luftfracht nach Trinidad versendet. Die beiden Motoren werden gemeinsam in einer Kiste (rund 300 kg) verschickt, das macht die Luftfracht günstiger. Für die Zollformalitäten am Flughafen in Trinidad müssen wir wieder, wie schon bei den Lieferungen von Nautitech aus Frankreich, einen Agenten nehmen.
6. März:
Einem Elektrotechniker in der Marina ist es gelungen, den Fischer Panda Generator wieder dazu zu bringen, dass er 220 V Strom erzeugt und ins Bordnetz einspeist. Dadurch kann ich endlich wieder den Miele Waschtrockner verwenden, wenn wir vor Anker oder an einer Boje liegen. Wir dachten nicht, dass es gelingen würde, wollten es aber zumindest versucht haben. Sherwyn hingegen war überzeugt, dass er es schaffen würde, war hartnäckig und schließlich erfolgreich.
An der Nordspitze von Australien, auf Thursday Island im Juli 2023, kurz bevor wir in Richtung Indonesien abgelegt hatten, ist der Generator plötzlich ausgefallen und seitdem waren sämtliche Versuche, ihn reparieren zu lassen, vergeblich.
13. März:
Sean, der Managing Director von Marine Engines Direct in Newcastle hat uns Fotos unserer neuen Motoren geschickt. Sie wurden heute verpackt und am Montag wird die 300 kg schwere Kiste an einen Spediteur übergeben, der die Luftfracht von Großbritannien nach Trinidad organisiert. Es hat ein paar Tage länger gedauert als gedacht, weil ein Motor erst heute von einem Warehouse in Southhampton nach Newcastle gekommen ist.
19. März:
Heute haben wir von Newcastle die Nachricht bekommen, dass die Motoren morgen um 18:20 Uhr mit einer British Airways Maschine nach Port of Spain kommen werden. Wir sind unglaublich erleichtert und freuen uns sehr. Unserem Agenten, empfohlen von der Marina, haben wir bereits die für die Einfuhr notwendigen Unterlagen übergeben. Morgen ist hier zwar ein Feiertag, aber wir hoffen, dass er am Montag tätig werden kann.
Die Motoren kommen zuerst in ein Warehouse, es erfolgt eine Prüfung durch den Zoll in Port of Spain. Danach werden sie nach Chaguaramas transportiert, wo der lokale Zoll im Hafen eine weitere Prüfung vornimmt, erst dann werden die Motoren zu unserem Boot auf den Hard Stand gebracht. Etwas Geduld ist gefragt, hoffentlich geht alles gut.
Die Hündin ist in letzter Zeit alleine unterwegs, sie ist sehr vorsichtig und scheu, aber nachdem wir ihr seit einiger Zeit regelmäßig Futter auf einen Holzblock legen, wird sie etwas zutraulicher und hält sich zunehmend unter unserem Boot auf. Wir haben Pedigree Trockenfutter besorgt, das sie anfänglich nicht gefressen hat, dafür haben es sich die Vögel geholt. Am liebsten frisst sie den Philadelphia Streichkäse, davon kann sie gar nicht genug bekommen, inzwischen wird aber auch das Trockenfutter angenommen. Sie ist sehr sanft und lässt sich von uns gerne streicheln. Sie wird traurig sein, wenn wir in ein paar Tagen den Hard Stand verlassen.
24. März:
Unser Agent hat angekündigt, dass er die Motoren morgen in der Früh zu unserem Boot liefern wird. Wenn alles gut geht, dann können wir endlich zum Wochenende nach Martinique segeln.
25. März:
Zu Mittag werden die Motoren geliefert und hinter dem Heck abgestellt.
Desmond, der Mechaniker und Volvo-Spezialist hat erst morgen am Nachmittag Zeit, die Motoren einzubauen.
Da der Splash nur bei Flut möglich ist und der vereinbarte Termin verbindlich ist, wird er sich übermorgen am Freitag in der Früh wahrscheinlich nicht ausgehen. Das ist sehr knapp, wir brauchen etwas Spielraum, falls es Probleme gibt. Am Wochenende gibt es keinen Splash, so müssen wir wahrscheinlich über das Wochenende am Hard Stand bleiben.
26. März:
Um 13 Uhr kommt der Kran und die Motoren werden in die Motorräume gehoben. Es ist deutlich mühsamer, die Motoren in Position zu schieben, als sie beim Herausheben herauszuziehen. Erwin hat in weiser Voraussicht die Motorraumdeckel abmontiert, dadurch ist der Zugang zum Motorraum und das Arbeiten leichter.
Wir haben die Motoren am 5. März bestellt, am 20. März sind sie am Flughafen in Port of Spain gelandet und am 25. März waren sie bei uns am Hard Stand.
In Anbetracht der turbulenten Weltlage sind wir froh, dass alles so reibungslos und ohne Mehrkosten für den Flugtransport funktioniert hat.
27. März:
Die Mechaniker Desmond und Nicolas waren gestern und heute mit dem Einbau der Motoren beschäftigt. Es war für sie in den engen Motorräumen und der Hitze und Schwüle Schwerstarbeit. Um 15:30 Uhr können dann endlich beide Motoren gestartet werden und laufen zur Probe für einige Minuten problemlos, gottseidank.
Jetzt sind wir bereit für den Splash. Er ist für Dienstag, dem 31. März um 15 Uhr gebucht. Es ist der frühestmögliche Termin, da der Montag wieder einmal ein Feiertag ist.
Am 31. März um 14:45 Uhr haben wir den Splash. Alles läuft wie geplant. Wir fahren in die Bucht hinaus und legen uns an eine Boje.
Den 1. April sind wir mit dem Ausklarieren beschäftigt. Im Immigration Office hängt ein Aushang, dass man sich vor dem Ein- und Ausklarieren über das Internet anmelden muss. Die Regelung gilt seit dem 17. März, das wussten wir natürlich nicht. Das online ausgefüllte Formular wird in Papierform verlangt, weshalb wir zum Ausdrucken wieder zum Boot in die Bucht zurückmüssen. Lunch Break bei Immigration und Zoll und die langen Wartezeiten bedingen, dass wir erst am späten Nachmittag den Papierkrieg erledigt haben.
2. April:
Nach dem Frühstück legen wir um 9 Uhr von der Boje ab.