Islas Las Perlas

21. - 24. März 2018

21. März: Nach dem Frühstück legen wir vom Balboa Yachtclub in Richtung Süden zu den Islas Las Perlas ab. Es sind über 200 Inseln, auf denen keine 3000 Menschen leben. Der Archipel gehört zu Panama und ist vulkanischen Ursprungs. 

 

Anfänglich kommen uns viele Frachter entgegen, die in Richtung Panamakanal unterwegs sind. Backbordseitig sehen wir die Skyline von Panama City zunehmend kleiner werden. 

In den ersten Stunden ist das Meer total ruhig - es geht überhaupt kein Wind (0 bis 1,5 Knoten) - der Pazifik wird seinem Namen vorerst gerecht und wir müssen motoren. Wir sehen Pelikane und andere Seevögel, die in Schwärmen knapp über der Meeresoberfläche dahingleiten. Dann sichtet Erwin ca. 50 Meter vor dem Bug einen großen Wal, wie er zweimal eine ziemlich hohe Wasserfontaine ausbläst und dann wieder abtaucht. Es ist das erste Mal, dass wir beim Segeln einen Wal sehen und wir sind froh, dass er nicht näher beim Boot aufgetaucht ist. Erwin beginnt zu Fischen und es dauert kaum eine halbe Stunde, bis wir einen ca. 2-3 kg schweren Thunfisch an der Angel haben. Perfekt.

Isla Contadore

21. - 23. März

Unseren ersten Ankerplatz erreichen wir nach 39 Seemeilen an der sehr malerischen Küste - feiner Sandstrand umgeben von zerklüfteten Felsen - der Isla Contadore.

 

Hier hat Jimmy Carter 1977 die Torrijos-Carter-Verträge unterschrieben, die die Hoheitsrechte über den Panamakanal von den USA auf Panama übertragen.

 

In der Abenddämmerung ziehen hunderte Pelikane vom Meer kommend zur Insel. Sie gleiten in langen Reihen - zum Teil sehr knapp - über der Wasseroberfläche dahin. So viele Pelikane haben wir zuletzt auf Los Roques gesehen. Der Anblick ist wie immer beeindruckend schön. Wir genießen die unberührte Natur und mit Felix den fangfrischen Thunfisch. 

Isla Canas

23. - 24. März

Unser nächstes Ziel ist die Isla Canas. Beim Starten der Motoren springt der Backbordmotor wieder nicht an! Die neue MDI-Box ('Black Box') versagt bereits beim dritten Startversuch! Erwin baut die Reserve-Box ein, d.h. wir haben jetzt kein Backup mehr. Nach einem halben Tag angenehmen Segelns mit dem Code Zero ankern wir hinter der Isla Canas im Kanal zwischen der Isla Rey und der Isla Canas. Dieser Ankerplatz ist im Bauhaus-Führer als einer der sichersten auf den Las Perlas beschrieben. Reichlich Untiefen und viel Wind und Strömung machen das Ankern im Kanal aber eher unangenehm. Erwin müsste noch vor Galapagos das Unterwasserschiff anschauen und eventuell vom Bewuchs befreien. Obwohl wir die Stillwasserperiode (bevor die Flut einsetzt) abwarten, bleibt die Strömung zu stark, um unter Wasser am Rumpf arbeiten zu können. Wir suchen uns deshalb eine nahe gelegene Bucht im Nordwesten der Isla Canas aus. Hier gibt es keine Strömung und Erwin kann tauchend die Rümpfe reinigen. Der Bewuchs ist gering und geht leicht zum Abbürsten, wir haben ja in der Shelter Bay Marina ein neues Antifouling (Hempel) aufbringen lassen. Trotzdem dauert es mehr als eine Stunde und ist ganz schön anstrengend. 

Fahrt von den Las Perlas zu den Galapagos Inseln

24. März - 1. April 2018

Am späten Nachmittag des 24. März nehmen wir Kurs Südwest auf die fast 900 Seemeilen entfernten Galapagos Inseln. Der Wind ist für den Code Zero ausreichend, leider haben wir eine giftige, kurze Welle von der Seite, die das Segeln ziemlich unruhig macht, kommen aber gut voran. In den folgenden zwei Tagen haben wir ideale Bedingungen und genießen das Segeln wissend, dass der Wind laut Vorhersage bald komplett einschlafen wird. Wir erreichen eine durchschnittliche Geschwindigkeit (24 Std.) von 6,7 Knoten, unterstützt durch einen Strom in unserer Richtung und kaum Welle. Je weiter wir uns von Panama entfernen, desto seltener sehen wir andere Schiffe (hin und wieder ein Frachter am Monitor, nie ein Segelboot - segelt sonst niemand auf die Galapagos?). Nach etwas mehr als drei Tagen schläft der Wind dann komplett ein, sodass wir die nächsten zwei Tage motoren müssen. 

 

Am 6. Tag nimmt der Wind wieder etwas zu und wir wollen den Code Zero setzen. Das Segel öffnet sich nicht, auch nicht mit Krafteinsatz, bauscht sich lediglich im oberen Drittel ziemlich aus. Es hat sich selbst bekniffen und wir müssen es schnell einholen und in die Bugkabine 'stopfen'. Wir setzen den Gennaker - das Segel steht perfekt und es geht so richtig dahin. Plötzlich weht es weit über die Steuerbordseite hinaus - wieder (wie schon vor Bonaire) ist die Bugspritverstagung  gerissen und der Bugsprit schnalzt nach oben. Wir müssen das 70 m2 große Segel auf das Boot zurückbringen, bevor es ins Wasser taucht. Es gelingt und das zweite (und letzte) Vorwindsegel wird in die Bugkabine 'gestopft'. Wir sind sehr frustriert, aber endlich verstehen wir die Ursache dieses Problems. Wir segeln mit Groß und Fock weiter. Weniger angenehm und auch langsamer. 

 

Wir haben keinen Zeitdruck und beschließen, die verbleibenden ca. 150 Seemeilen so zu segeln, dass wir am Morgen des 8. Tages in San Cristobal ankommen. Es ist ein friedliches Dahinsegeln ohne viel Wind und Welle.

Als die Sonne untergeht, landet ein großer Jungvogel mit roten Füßen (Rotfußtölpel - ein Vorbote von Galapagos) am Bug, beginnt sein Gefieder zu putzen und erweckt nicht den Eindruck, wieder wegfliegen zu wollen. Felix hat ihn entdeckt, schleicht sich nach vorne an. Der Jungvogel, er ist größer als Felix, zeigt keine Scheu, lässt ihn nahe an sich heran kommen. Er schaut immer wieder zum Himmel und 'ruft'. Wir holen Felix zurück, wollen nicht, dass der Jungvogel irritiert wird. Nach einiger Zeit ziehen zwei Vögel derselben Art Kreise um unser Boot, wollen den Jungvogel zum Wegfliegen animieren. Der Kleine will oder kann aber nicht. Wenig später landen die beiden Altvögel ebenfalls vorne am Bug. Die drei bleiben über Nacht bei uns am Boot. Im Morgengrauen fliegen die Eltern weg. 

Der Jungvogel lässt sich noch etwas Zeit, dann fliegt auch er weg. Es war schön, die Vogelfamilie viele Stunden aus nächster Nähe beobachten zu können. Die erheblichen 'Spuren', die sie hinterlassen haben, waren es mehr als wert. 

Den Äquator passieren wir am 31. März gegen Mittag. Ab jetzt sind wir auf der Südhalbkugel. Es ist praktisch windstill, keine Strömung und keine Welle. Wir bergen die Segel. Der Waschtrockner wird eingesetzt (3 x Waschen und Trocknen) und Erwin macht noch einen Tauchgang - das Wasser ist jetzt schon richtig kalt - und begutachtet das Unterwasserschiff. Alles super sauber.

 

Am 1. April in der Früh, wir fahren bereits die Küste von San Cristobal entlang, hängt ein relativ kleiner Mahi Mahi an der Angel. Er kommt vorerst in den Kühlschrank, für das Zerlegen ist jetzt keine Zeit mehr, wir wollen vor den Einreiseformalitäten noch in Ruhe frühstücken. Wir sehen viele Vögel am Meer schwimmen und Schildkröten ihren Kopf aus dem Wasser strecken. Wir freuen uns schon sehr auf Galapagos - vor allem auf die Tiere.