18. Jänner 2022:

Heute haben wir die Flüge nach Auckland gebucht. Wir wollen am 5. Mai fliegen. Es sieht ganz danach aus, dass die neuseeländischen Grenzen - wie im November angekündigt - ab 30. April für Nichtneuseeländer geöffnet werden. Die 'Crocodile' steht coronabedingt seit März 2020 am Hard Stand in der Gulf Harbour Marina in der Nähe von Auckland.

Die Importsteuerbefreiung für Yachten im Transit wurde generell für alle Yachten bis 30. Juni 2022 verlängert. Bis dahin müssen wir von Neuseeland wegsegeln, sonst müssen wir unsere 'Crocodile' versteuern. Im Normalfall wird die Importsteuerbefreiung für zwei Jahre ausgestellt. Wir haben am 2. Dezember 2019 von Neukaledonien kommend in Opua in der Bay of Islands einklariert. Unsere Importsteuerbefreiung ist daher am 1. Dezember 2021 abgelaufen. 

10. März:

Mit einer Rückkehr zu unserem Boot Anfang Mai wird es leider nichts. Der Flug am 5. Mai ist storniert. Neuseeland lässt Touristen aus 'Visa waiver countries', dazu gehört Österreich, erst ab Juli ins Land. Aus anderen Ländern erst ab Oktober. Das ist der derzeitige Stand.

6. April:

Inzwischen ist es erneut der 1. Mai, ab dem wir wieder in Neuseeland einreisen können. Wir sind zuversichtlich und werden demnächst die neuen Flüge buchen.  

Unser Kater Felix wird uns nicht mehr begleiten. Der extrem lange Flug im Frachtraum, die Gefahr, dass er bei  Zwischenstopps mit Flugzeugwechsel verloren gehen könnte und die Belastungen durch Quarantäne und Impfungen in vielen Ländern wollen wir ihm nicht mehr antun.  

Felix hat seit einigen Wochen ein neues Zuhause bei Katzenfreunden mit Haus und Garten. Mit dem Hauskater und dem Nachbarkater gibt es eine überwiegend friedliche Koexistenz. Er hat sich gut eingelebt und wir trösten uns damit, dass es für ihn die beste Lösung ist und er es nicht besser haben könnte. 

29. April:

Es geht wieder los!  Am 12. Mai fliegen wir nach Auckland. Wir hoffen, dass unsere 'Crocodile'  die zwei Jahre am Hardstand halbwegs gut überstanden hat. Wir bereiten uns psychisch auf arbeitsreiche Wochen vor.  

Zurück auf der 'Crocodile'

Gulf Harbour Marina

14. Mai 2022: 

Nach zwei Jahren sind wir am 14. Mai gegen Mittag in Auckland angekommen. Am Flughafen war wenig los. Die Einreise war problemlos, die Beamtinnen waren freundlich, die Polizeihunde beschnüffelten schwanzwedelnd die wenigen Fluggäste und ihr Gepäck. Wir bekamen je drei Antigentests ausgehändigt, deren Ergebnis wir am Einreisetag und am Tag 5 mittels E-Mail an das Ministry of Health melden mussten.

 

Die Gulf Harbour Marina liegt auf der Whangaparaoa-Halbinsel in der Nähe von Auckland. Wir hatten natürlich erwartet, dass das Boot nach zwei Jahren am Hardstand verschmutzt sein würde, aber der Anblick war dann doch deprimierend. Die weißen Gelcoatflächen waren von einer schwarzgrauen schmierigen Schicht bedeckt, ebenso der Boden im Cockpit. Diese Schicht ist das von den Bootsrümpfen abgeschliffene Antifouling, das als Feinstaub vom Wind überallhin vertragen wird. Das Bootsinnere war nicht arg verschmutzt und dadurch, dass der Luftentfeuchter ständig gelaufen ist, hat sich nirgends Schimmel gebildet.  Wir sind kaum in den Salon hineingekommen, der vollgeräumt mit den voluminösen Cockpit- und Salonauflagen war. In unserer Kabine war der Raum unter unserem Bett offen, in dem sich die Batterien und die Bordelektrik befindet. Die große Doppelbettmatratze blockierte den Gang zum Bad und WC. Warum das gemacht wurde, war für uns unklar.

 

Der Ladezustand der Batterien war niedrig. Erwin wollte zum Aufladen der Batterien unser Landstromkabel anstecken, das war nicht möglich, weil unser Kabel nicht in die Marinasteckdose passt. Wir hatten keinen Landstrom und nur kaltes Wasser mit einem Schlauch auf das Boot geleitet.

 

Die Wassertanks waren zwar voll, aber die zentrale Wasserpumpe, die das Wasser von den Tanks in das Bootsinnere pumpen soll, war nach zwei Jahren Stillstand tot. Es war Wochenende, das Boot war ein Chaos, wir waren hundemüde und konnten wenig tun. Erwin zerlegte und säuberte die Wasserpumpe, konnte sie aber nicht mehr zum Laufen bringen. Bis eine neue Pumpe installiert, dicht war und gelaufen ist, dauerte es, weil die Anschlüsse erst angepasst werden mussten. Erwin verbrachte bei dieser Pumpenaktion einige Stunden eingezwängt unter dem Salontisch. 

 

16. Mai: 

Unsere Elektroprobleme konnten von einem Elektriker gelöst werden. Wir waren erleichtert. Leider nur für einen Tag, denn dann ist Phil, der Hardstand-Manager gekommen und hat uns mitgeteilt, dass wir den Landstrom nicht verwenden dürfen, da unser Boot nicht das neuseeländische Zertifikat EWOF hat. Das Boot könnte in Brand geraten und alle anderen Boote in der Nähe auch. Die Versicherung würde den Schaden nicht decken, … es folgte eine hitzige Debatte. Ohne Landstrom können die Instandsetzungsarbeiten unmöglich gemacht werden, dazu reicht der Strom von den Solarpaneelen nicht aus. Erwin hat sich dazu hinreißen lassen anzudeuten, dass es für uns dann wohl das Beste wäre, unser Boot 'abzufackeln'. Schlussendlich hat ein offizieller Inspektor die Elektrik des Bootes begutachtet und für in Ordnung befunden. Er bestätigte der Marina, dass sie den europäischen Standards entspricht und wir auch ohne EWOF keine Gefahr darstellen würden und bis Ende Juni an den Landstrom anschließen dürfen.

 

Am Hardstand ist viel Betrieb. Wenn es hell wird, das ist um 7Uhr, geht es mit dem Lärm und Gepiepse der großen Maschinen los und dauert bis zum Einbruch der Dunkelheit gegen 17 Uhr.

 

19. Mai: 

Die Antigentests am Tag 5 sind bei uns beiden positiv. Wir können es zuerst gar nicht glauben, schauen entgeistert auf die Streifen bei C und T. Zwei Jahre Pandemie zu Hause haben wir ohne Ansteckung überstanden, jetzt hat es uns trotz viermaliger Impfung auch erwischt. Ich habe Halsschmerzen und Schnupfen, Erwin ist symptomfrei. Wir sind, das haben wir telefonisch erfragt, für 7 Tage in Selbstisolation.

 

Die Temperaturen sind deutlich gefallen, zurzeit zieht ein Sturmtief durch und es regnet mehrmals täglich, zum Teil sehr heftig, wenn auch zumeist nur kurz. Das Deck ist dadurch deutlich sauberer geworden. Besonders unangenehm ist der starke und kalte Wind. Unser einziger Wunsch ist es, möglichst rasch von hier wegzukommen.

 

21. Mai: 

Die nächste Pumpe, die nicht funktioniert. Es ist die Duschpumpe auf der Steuerbordseite. Es ist nur der Pumpenschalter und Erwin tauscht ihn gegen einen neuen aus.

  

22. Mai: 

Die Fluchtluken müssen ausgebaut und durch die neuen, die wir von Wien mitgenommen haben, ersetzt werden. Der Ausbau, Erwin arbeitet stundenlang mit Trennscheibe und Bohrer über Kopf, ist eine Herausforderung. Wenn wir nicht von Charles, der bei seinem Boot die Fluchtluken bereits gewechselt hat, wüssten, wie schwierig es ist, würden wir glauben, dass wir etwas falsch machen. Beim Auspacken der neuen Fluchtluken sehen wir zwei Löcher im Acrylglas. Die Griffe, um von außen und innen die Luken zu öffnen, fehlen! Bei Charles hatten die neuen Fluchtluken Griffe. Wir müssen die 4 Griffe von den alten Fluchtluken unbedingt retten. Sie unbeschädigt abzumontieren, ist stressig. Der Gedanke, auf neue Griffe aus Frankreich am Hardstand, vielleicht wochenlang, warten zu müssen, ist schrecklich. Erwin kann die alten Griffe retten und nach zwei Tagen sind die neuen Fluchtluken montiert. Ein großes Problem ist gelöst, wir sind erleichtert. Nur zum Testen fährt Erwin mit einem flachen Schraubenzieher zwischen Acrylglas und Rahmen bei den alten Fluchtluken. Das Acrylglas lässt sich ganz leicht vom Rahmen lösen. Mit diesen Fluchtluken haben wir zwei Ozeane überquert. Wenn sich auf See das Glas vom Rahmen löst, dann füllt sich innerhalb weniger Sekunden ein Rumpf mit Wasser und der Katamaran ist verloren und die Mannschaft in höchster Lebensgefahr. Der Tausch der Luken war unbedingt notwendig.

26. Mai:

Heute sind wir Covid negativ und damit ist die Selbstisolation beendet. Wir haben pflichtgemäß unsere positiven Tests am 5. Tag per E-Mail an das Ministry of Health gemeldet. Das war der letzte Kontakt mit den öffentlichen Stellen. Unser Gefühl ist, es hat eigentlich niemanden interessiert. 

27. Mai:

Inzwischen ist der neue Service-Schalter eingebaut. Der alte Schalter hatte einen Lichtbogen, der uns immer wieder mit plötzlichen Stromausfällen gestresst und schließlich komplett versagt hat, was im Mai 2019 auf einem Ankerplatz der Fall war. Einen passenden Schalter gab es damals nicht, die Verbindung wurde deshalb kurz geschlossen. Den Schalter haben wir dann von Frankreich nach Wien schicken lassen und jetzt mitgenommen. Zusätzlich haben wir einen Notfallschalter einbauen lassen; falls die Motor-Starterbatterien versagen, kann mit diesem Schalter die Service-Batterie zum Motorstarten verwendet werden. Dieser sehr nützliche Notfallschalter ist in Neuseeland verpflichtend.    

29. Mai:

Erwin hat begonnen, die Ruder auszubauen. Die Leute von Volvo, die die Motoren regelmäßig gewartet hatten, haben uns darauf aufmerksam gemacht, dass die Ruder ein Spiel haben. Die Ruderlager sehen zwar unverdächtig aus, wir haben trotzdem neue mit Walzlagern aus Dänemark bestellt und hoffen, dass sie bald kommen und dass dadurch die Ruder wieder fest sitzen werden.

 

Das Antifouling muss aufgefrischt werden. Die Rümpfe wurden vor der geplanten Überfahrt nach Australien zweimal mit Antifouling gestrichen. Nach zwei Jahren am Handstand ist es ausgehärtet und dadurch wirkungslos. Es wird einmal nass geschliffen und dann wird noch einmal frisch gestrichen. Das soll für zwei Jahre wirksam sein.

 

31. Mai:

Während wir noch beim Frühstück sitzen, wird bereits mit den Arbeiten an den Rümpfen begonnen. Uns wurde zugesagt, dass das Antifouling um den 10. Juni fertig sein wird.

 

Wir haben unsere Segel von Ben, einem Segelmacher von North Sails, den uns James von der ‚Uhuru of London‘ empfohlen hat, anschauen lassen. Er hat sie alle, auch den Code Zero und den Gennaker, in die Werkstätte zum Ausbessern mitgenommen und wird uns ein Angebot machen. Der Lazy Bag hat sich komplett aufgelöst und muss erneuert werden. Ben hat Erwin einige wertvolle Tipps gegeben, so haben wir gleich die Mastschlitten ausgebaut, gereinigt und mit einem speziellen Schmiermittel behandelt. Sie gleiten jetzt sehr gut, vor dieser Behandlung sind sie am Mast steckengeblieben, wahrscheinlich eine Folge des zweijährigen Stillstandes.

 

1. Juni:

Die 5 neuen Service-Batterien wurden geliefert und eingebaut, ein Stück 36 kg, insgesamt 600 Amperestunden. Der Tausch war zwar nicht zwingend notwendig, aber aus Sicherheitsgründen ratsam. Wir sind mit den Batterien immer sorgsam umgegangen, wir wissen aber nicht, wie das in den letzten zwei Jahren war. Wir haben jetzt die Victronconnect App und können den Batteriezustand bequemer und genauer beurteilen.

2. Juni:

Die zentrale Wasserpumpe springt immer wieder kurz an, nur etwa eine halbe Sekunde, ungefähr einmal pro Stunde. Wir schenken dem vorerst nicht viel Beachtung, denken an einen tropfenden Wasserhahn.

 

Auf der Steuerbordseite ist seit dem Ablegen in La Rochelle immer wieder Wasser in den Bilgen. Einige Ursachen haben wir gefunden und beseitigen können. Jetzt muss Erwin wieder 20 Liter entfernen. Hinter den Wand- und Plafond-Abdeckungen im Gäste-Head und in der Heck-Gästekabine ist es feucht, das Wasser muss vom Deck kommen und entlang der Seitenwände hinter den Abdeckungen in die Bilgen rinnen. Als Ursache vermuten wir die Deck-Luke im Gäste-Head oder die Relingstützen. Die Relingstützen sind es nicht. Erwin baut die Luke aus und gut abgedichtet wieder ein. Sie wurde ursprünglich schlampigst eingebaut und kaum abgedichtet. Nach ausgiebigem Regen in der Nacht große Enttäuschung, es ist wieder Wasser in den Bilgen, wenn auch deutlich weniger. Die Ursachensuche geht weiter. Wir öffnen den Raum unter dem Gästebett, wo sich der Heißwasserboiler und der Wassermacher befinden. Am Boden ist etwas Wasser. Eine Leitung tropft und Erwin ersetzt sie. Leider nicht das Ende, wir stellen fest, dass ganz wenig Wasser aus dem Boiler tropft. Das heißt, der Boiler ist nicht dicht und muss ersetzt werden. Eine erste Internetsuche ergibt, dass unser italienisches Modell in Neuseeland nicht angeboten wird. 

 

Die neuen Hahnepots von Jimmy Green aus England wurden geliefert. Sie schauen sehr beeindruckend und vertrauenserweckend aus, haben Ruckdämpfer eingeflochten, Schutzhüllen gegen Scheuern und nur eine Kausch. Die alten mussten ersetzt werden, da sie, als wir im starken Tidenstrom in Whitianga auf der Halbinsel Coromandel gelegen sind, Schaden genommen haben.

  

5. Juni:

Erwin hat Kontakt mit der Garmin-Vertretung in Neuseeland wegen des kaputten Displays am Steuerbord-Steuerstand, verursacht damals in Tonga durch Starkregen, aufgenommen. Das ist offensichtlich ein Produktmangel; auf einer Segelyacht müsste ein Display wasserdicht sein. Seit damals haben wir nur ein Display zum Anzeigen der Karten und der Bootsparameter. Per E-Mail schicken wir eine Sachverhaltsdarstellung und Fotos an die Garmin-Vertretung. 

Über den Boiler-Hersteller Quick in Italien haben wir den Kontakt zum Importeur in Auckland bekommen. Erfreulicherweise erwartet er für 15. Juni eine Lieferung aus Italien mit einem Modell, das als Ersatz für unseren Boiler geeignet ist. Lediglich das Heizelement ist auszutauschen.

 

8. Juni:

Da die eine Luke vom Gäste-Head schlampig eingebaut und undicht war, hat Erwin beschlossen, alle Deckluken auszubauen und zu kontrollieren. Von den bisher ausgebauten drei Deck-Luken war nur eine ordentlich abgedichtet.

  

11. Juni:

Beim Ausbau der vierten Luke ist Erwin mit dem Stanley Messer abgerutscht und hat sich eine tiefe Schnittwunde am linken Daumen zugefügt. Sie hat stark geblutet und ich musste sie mit 4 Nähten in Lokalanästhesie versorgen. 

12. Juni:

Als Bodenbelag für den Salon und für das Cockpit haben wir Flexiteek. Es ist ein Kunststoff, sieht aus wie helles Holz. Es wurde beim Bootskauf als besonders geeignet empfohlen. Herausgestellt hat sich, dass es besonders empfindlich ist und in kürzester Zeit war der Boden unansehnlich und verschmutzt, Pflegemittel und Hochdruckreiniger haben kaum Wirkung gezeigt. Durch die zwei Jahre am Hardstand wurde der Boden mit einer dunklen, schmierigen Schicht bedeckt und hat das Problem zusätzlich verschlimmert. Erwin hat begonnen, den Boden mit einem Bandschleifer abzuschleifen und mit einem speziellen Mittel der Herstellerfirma zu imprägnieren. Das Ergebnis gefällt uns sehr gut. Laut Beschreibung müsste der Boden damit schmutzabweisend sein. Hoffentlich. Bis das gesamte Flexiteek bearbeitet sein wird, wird es einige Tage dauern.

  

13. Juni:

Das nächste Sorgenkind ist der Wassermacher. Er hat fast 4 Jahre sehr gute Dienste geleistet, jetzt benötigt er eine Reparatur und ein umfassendes Service von einem Experten. Heute hat Andy, sehr empfohlen von James von der 'Uhuru of London', damit begonnen. Ein benötigter Ersatzteil ist in Neuseeland nicht lagernd und muss hergestellt werden. Der Import von Frankreich würde viel zu lange dauern.

 

Die fehlende Sicherung für den Wassermacher wurde von Vaughan, der alle elektrischen Arbeiten bei uns am Boot macht, nun nachträglich eingebaut. Zuvor konnte der Wassermacher im Falle einer Fehlfunktion nur durch Abklemmen der Leitungen vom Stromkreis getrennt werden. Die Situation, dass sich der Wassermacher nicht abschalten ließ und Erwin die Stromkabel im Raum unter dem Gästebett abklemmen musste, hatten wir auf Waiheke Island, fünf Tage bevor die ‚Crocodile‘ am 24. Februar 2020 auf den Hardstand gekommen ist.  

17. Juni:

Die Arbeiten am Wassermacher sind heute abgeschlossen worden. Die Funktion können wir erst überprüfen, wenn wir wieder im Wasser sind.

 

Den gestern gelieferten Boiler hat Erwin eingebaut. Der Wechsel des Heizelements war mühsam, weil der dafür notwendige spezielle 55mm dünnwandige Steckschlüssel in ganz Neuseeland nicht zu bekommen war, ein Import aus Italien würde mehrere Wochen dauern. Zum Glück wurde in der Volvo-Werkstätte ein verrosteter, halbwegs passender 2 1/4 Zoll Steckschlüssel gefunden. Zu unserer großen Überraschung wäre der Wechsel des Heizelements gar nicht notwendig gewesen. Wir sind davon ausgegangen, dass in unserem alten Boiler ein 500 Watt-Heizelement ist, tatsächlich war eines mit 1200 Watt drinnen, die gleiche Watt-Stärke wie beim neuen Boiler. Den speziellen Steckschlüssel brauchen wir trotzdem, um die Anoden regelmäßig wechseln zu können. Wir werden ihn beim Quick-Importeur in Noumea bestellen, wo wir ihn dann, wenn wir in Neukaledonien sind,  abholen können. 

 

Der Boiler wird durch die Motorabwärme des Steuerbordmotors und durch das elektrische Heizelement beheizt. Als Verbesserung haben wir einen Schalter montieren lassen, um die elektrische Beheizung des Boilers ausschalten zu können. Zum Beispiel auf Überfahrten kann der Strom für den Autopiloten wichtiger sein als heißes Wasser. 

  

22. Juni:

Die reparierten Segel und der neue Lazy Bag wurden gebracht. Den Lazy Bag hat Erwin montiert. Zum Anschlagen des Groß war es zu windig. Der WLan-Verstärker, den uns Juliana aus Wien nachgeschickt hat, ist ebenfalls gekommen.

1. Juli:

Heute sind die Rigger gekommen und haben den Rigg-Check gemacht. Sie haben alles sorgfältig überprüft und waren zu zweit 9 Stunden beschäftigt. Bei einer der unteren Wanten war ein Draht gerissen, die beiden unteren Wanten wurden daher erneuert, damit sie gleiches Material und Alter haben. Zum Glück war das passende Material in der Werkstätte vorhanden und musste nicht erst bestellt werden.  Die Wanten waren auch nicht ausreichend gespannt. Ob das bereits seit La Rochelle der Fall war, wissen wir nicht. Bei den Checks auf Lanzarote, Rajatea und Fidschi wurde es nicht bemerkt bzw. nicht erwähnt. Das blockierte Fall vom Vorsegel wurde befreit. Das Fall läuft oben im Mast über eine Rolle in den Mast hinein und kommt unten wieder heraus. Neben der zu schmalen Rolle war genug Platz, sodass das Fall durch zu geringe Spannung aus der Rollenführung heraus konnte und in diesen Spalt hineingezogen und so komplett blockiert wurde. Die Rolle wurde durch eine breitere Rolle ersetzt. Das Fall war mit einem zu dünnen Holetau verbunden, dieses Holetau wurde ebenfalls ersetzt.

 

Wir dachten, dass der Rigg-Check eine reine Routine sein und rasch erledigt sein würde. Jetzt sind wir sehr froh, dass er hier noch gemacht wurde. Wir haben das Gefühl, dass es der erste richtige Rigg-Check war. Die angebrochene Want hätte bei rauer See versagen und zum Mastverlust führen können.

  

2. Juli:

Wir warten immer noch auf die Tischplatte, die wir zum Lackieren gegeben haben. Es hat sich herausgestellt, dass die teure Teakholzplatte vom Cockpit-Tisch eine billige Platte mit einem halben Millimeter dünnen Teakfurnier war und mit einem Teakumleimer, der eine massive Tischplatte vortäuschte. Beim zweiten Mal abschleifen kam die Sperrholzplatte darunter zum Vorschein.  

4. Juli:

Die Tischplatte wurde geliefert. Das dünne und unansehnliche Teakfurnier wurde abgeschliffen. Die Platte ist jetzt sandfarben hochglanzlackiert und sieht sehr gut aus, hoffentlich für längere Zeit.

 

Erwin hat die beiden Ruder ausgebaut und die neuen Ruderlager aus Dänemark eingebaut. Die neuen Ruderlager sind in einer wesentlich besseren Qualität mit Walzlagern. Die Ruder haben jetzt keinen Millimeter Spiel, so wie wir es erwartet haben. Vorher waren es an der Ruderspitze rund 3 cm. Das wird sich auf den Autopiloten günstig auswirken.

14. Juli:

Von Garmin Neuseeland haben wir die schriftliche Zusage, dass die Displays auf den beiden Steuerständen ersetzt werden. Sie kommen von Australien und wir hoffen, dass sie bald geliefert werden. 

15. Juli: 

Heute haben wir den Termin für den Splash vereinbart. Die 'Crocodile' kommt am Mittwoch, dem 20. Juli um 8 Uhr in der Früh endlich wieder ins Wasser. Die Nacht davor wird sie in den Gurten des Krans 'hängen', damit Erwin die Unterseiten der Kiele mit Antifouling zweimal streichen kann. Tut man das nicht, bekommt man dort einen Bewuchs, der schon bremst.  

Geplant ist, dass wir noch ein paar Tage in der Marina bleiben, die Segel anschlagen und alles testen und anschließend zur Marsden Cove Marina in der Whangarei segeln, wo wir auf ein Wetterfenster für die Überfahrt warten.

17. Juli:

Beim Startversuch der Bootsmotoren hat sich herausgestellt, dass die Starterbatterien ersetzt werden müssen. Beide Motoren konnten nur mit dem Notfallschalter, den wir vor einem Monat einbauen ließen, gestartet werden. Die Starterbatterien hatten wir am 19. Februar 2020, nur einige Tage bevor wir auf den Hardstand gekommen sind, erneuert, sie haben leider die zwei Jahre am Hardstand nicht überlebt.  

18. Juli:

Die Volvo-Werkstätte hatte den Außenbordmotor zur Reparatur, da er sich von uns nicht starten ließ. Leider können sie ihn nicht reparieren, sie vermuten einen gröberen Schaden. Wir müssen versuchen, ihn in der Whangarei reparieren zu lassen. Ohne Außenborder können wir nicht weitersegeln.  

19. Juli:

Es regnet heftig, den ganzen Tag und auch in der Nacht. Erwin muss noch die Propellermechanik einfetten. In das Gehäuse wird ein Nippel eingeschraubt, über den mit hohem Druck spezielles Fett eingepresst wird, bis es an verschiedenen Stellen herausquillt. Das ganze Gehäuse ist dann mit Fett gefüllt, Seewasser kann nicht eindringen und die Schmierung der Propellerflügel ist gewährleistet. Die neu gekaufte Fettpresse ist im handling mühsam, der Inhalt der Fettkartusche ist bereits beim ersten Propeller verbraucht, die Geschäfte sind bereits geschlossen. Wir haben zwar noch eine Fettkartusche von der alten, verrosteten Fettpresse, die passt aber nicht in die neue Fettpresse. Mit Holzspatel holen wir das Fett heraus und füllen es um, eine ziemliche Patzerei. Und das im Finstern mit Stirnlicht, wenigstens hat es unter dem Boot nicht geregnet.    

Das Streichen mit dem Antifouling auf den Unterseiten der Kiele, wo das Boot auf den Holzpflöcken gestanden ist, ist rasch erledigt. Um halb drei Uhr früh stehen wir auf, ich halte die Taschenlampe und Erwin streicht ein zweites Mal. 

20. Juli:

Pünktlich um 8 Uhr wird unsere 'Crocodile' mit dem Kran zum Launch Path gefahren. Bruce ist gekommen, um uns dann beim Anlegen am Steg zu helfen. Wir sind froh, dass es endlich so weit ist, aber auch etwas angespannt. Sobald die 'Crocodile' im Wasser ist, dürfen wir an Bord, um aus dem Launch Path hinauszufahren. Der Steuerbordmotor springt sofort an, der Backbordmotor ist tot. Zwei Mechaniker von der Volvo-Werkstätte kommen, können den Motor nicht zum Laufen bringen. Wir werden zum Reparatur-Dock geschleppt, das daneben liegt. Es stellt sich heraus, dass die 'Black Box', wieder einmal kaputt ist, leider ist keine in der Werkstätte lagernd. Wir lassen uns zu  unserem Liegeplatz schleppen.

21. Juli:

Ein Volvo-Mechaniker hat sich angeboten, die 'Black Box' vom Importeur in Auckland abzuholen, um lieferbedingte Verzögerungen zu vermeiden, was wir sehr zu schätzen wissen. Leider wurde die Rückholaktion von Volvo mit 30. Oktober 2021 beendet, sodass wir sie bezahlen müssen (rund 700 Euro ohne MwSt). Einziger Trost, wir haben zwei Jahre Garantie. 

22. Juli:

Am Steg liegen wir völlig ruhig und genießen das sehr. Wir hatten schon so richtig genug vom Hardstand, vor allem vom Lärm. Erträglich war es nur, weil die Leute, mit denen wir zu tun hatten, ausnehmend freundlich waren und ausreichend Fachbetriebe vorhanden waren und sehr professionell gearbeitet wurde.   

23. Juli:

Wie geplant legen wir in der Früh ab. Die Motoren starten sofort, ich bin am Deck und mache die Leinen los. Erwin legt die Vorwärtsgänge ein und wir fahren zurück! Es entsteht ein ziemlicher Stress am Boot, denn in der Box ist wenig Platz. Erwin legt die Retourgänge ein und wir fahren nach vorne, zum Glück touchieren wir weder den Steg noch ein Boot. Wir überlegen kurz, fahren aber mit den Retourgängen aus der Marina hinaus und segeln zur Marsden Cove Marina.     

Marsden Cove Marina

Die folgenden Tage hatte Erwin einen intensiven E-Mail Austausch mit dem Propeller-Hersteller EWOL in Italien. Es bleibt völlig unklar, warum die Propeller in die falsche Richtung drehen. Man hat uns angeboten, die Propeller zur Überprüfung nach Italien zu schicken. Wir werden das tun, aber nicht jetzt, sondern beim nächsten Aufenthalt auf einem Hardstand. Erwin hat die Gangkabel umgehängt. Dazu musste er am Steuerstand das Garmin-Display und eine Trennwand zur Steuerungseinheit im Motorraum ausbauen.  

5. Juli:

Erfreuliche Nachricht: Die Displays von Garmin sind auf dem Weg in die Marsden Cove Marina. Die Garmin-Vertretung in Neuseeland ersetzt nach 6 Jahren beide Displays auf Kulanz, was großzügig ist und worüber wir sehr froh sind.

Der Außenborder ist beim Service und wird kommende Woche fertig sein. Das bedeutet, dass wir gegen Ende kommender Woche Richtung Fidschi ablegen könnten, gute Wetterbedingungen vorausgesetzt. Unsere Visa laufen am 13. August ab.   

14. August:

Der Außenborder ist noch nicht fertig, die Wasserpumpe muss ersetzt werden. Das günstige Wetter für die Fahrt nach Fidschi hat sich in ein sehr ungünstiges verwandelt, Chris Parker, unser Wetter-Guru sagt 100 km/h Spitzenböen und Wellen bis zu 5 Meter voraus. So ist uns die Entscheidung abgenommen worden. Lieber in der Marina als draußen. Wir mussten um eine Verlängerung unserer Visa ansuchen und brauchten mehr als einen Tag dafür. Bei dem Ansuchen muss man auch Fotos einfügen, während das Foto von Ingrid sofort akzeptiert worden ist, weist das Prüfprogramm die Fotos vom mir mehrmals zurück. Mehr als ein Gesicht sei auf dem Foto, ich soll gerade in die Kamera schauen, das Foto ist korrupt, etc.. Nachdem wir beide schon ziemlich genervt sind, klappt es dann endlich. Bei beiden Fotos selbe Kamera, selbe Software.

 

Anfang nächster Woche wird unser Wetterguru eine neue Einschätzung abgeben, wir werden sehen. Auf PredictWind schaut es eher schlecht aus, viel Wind aus nördlicher Richtung, das heißt Gegenwind.